Federvieh hat sein „Eigenheim“ akzeptiert

Taubenplage ist unter Kontrolle

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Unter Kontrolle ist inzwischen in Dieburg die Tauben-Population. Das Landratsamt und Umgebung ist ein beliebter Treffpunkt der rund 50 verbliebenen Vögel.

Dieburg - In Dieburgs Innenstadt sind nach wie vor an die 50 verwilderte Tauben als fliegende Vagabunden unterwegs, obwohl die Stadt vor fast zehn Jahren sozusagen ordnungspolitisch eingeschritten ist und ein Fütterungsverbot erlassen hat. Inzwischen hat man die Tauben unter Kontrolle.

Sie sind keine Landplage mehr. Obwohl sie noch ihre Runden über der Innenstadt fliegen und vor allem am Landratsamt und auf den benachbarten Mauern gerne Rast machen. Bürgermeister Dr. Werner Thomas war vor Jahren eingeschritten, als die verwilderten Tauben überhand genommen hatten, sich auf und rund um den Kirchplatz in Scharen ein Stelldichein gaben, auf dem Marktplatz zwischen den Stühlen der Straßen-Cafes umherspazierten und auf Brosamen lauerten.

Und es waren vor allem Rentner beobachtet worden, die Brotreste an die „armen Tiere“ verfütterten und so die Tauben regelrecht anlockten und an Futterplätze gewöhnten. Damals sah die Stadtverwaltung akuten Handlungsbedarf. Nachdem am Rande des Leer-Parkplatzes ein Taubenhaus errichtet worden war, konnte die Stadt ein striktes Fütterungsverbot erlassen, um der Vermehrung Einhalt zu gebieten. Dazu wurden sämtliche Luken und Einschlupflöcher an öffentlichen Gebäuden geschlossen. Der historische Mühlturm, der regelrecht zugekotet war, wurde komplett dicht gemacht, wie auch der Turm am Landratsamt.

Inzwischen machen sich die Tauben weder auf dem Kirchplatz noch auf dem Marktplatz mit seinen Straßencafes störend bemerkbar. Allerdings sind sie nicht völlig aus dem Stadtbild verschwunden, was auch nicht angestrebt wird. Besonders am Kreishaus in der Albinistraße besetzen sie noch die Dächer, hocken entlang der Dachrinnen, flattern um die Überreste alter Mauern. Inzwischen macht das Taubenhaus auch eine Art Geburtenkontrolle bei den verwilderten Haustauben möglich – eine Regulierung der Population, indem Eier entnommen werden können.

Die schrägsten Tiere der Welt

Baumeister des Taubenhauses ist der pensionierte Fachlehrer Wilhelm Neff von der Dieburger Landrat-Gruber-Schule, der das Holzhaus unter Mithilfe einiger Berufsschüler für die Stadt konstruierte. Die graugefiederten Stadttauben – nicht zu verwechseln mit den eigentlichen Wildtauben, die kleiner bleiben und die Menschen meiden – sind eigentlich verwilderte Haustauben und suchen deshalb die Nähe der Menschen.

Keineswegs will man sie in Dieburg ausrotten. Aber sie sollen nicht so stark überhandnehmen, dass sie zur Plage werden. Dann wird auf keinen Fall das aus Wien stammende bitterböse Lied aktuell werden, wo die Aufforderung vom „Tauben vergiften im Park“ – selbstverständlich nicht ernsthaft – besungen wird.

ka

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