Katholisches Pfarrfest

Teamwork „Unter den Linden“

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Nach der Prozession wurde bei schönstem Frühsommerwetter ein dyllisches Pfarrfest „Unter den Linden“ gefeiert. Kaum ein Platz war noch neben der Kirche St. Peter und Paul zu bekommen.

Dieburg - Mit einer beeindruckenden Prozession und einem sehr gut besuchten Pfarrfest „Unter den Linden“ haben Dieburgs Katholiken Fronleichnam zelebriert. Von Jens Dörr 

Neben der gewohnten Liturgie des Hochfests mit der von Pfarrer Alexander Vogl durch die Straßen getragenen Hostie in der goldenen Monstranz war insbesondere das Teamwork auf dem Platz neben der Kirche St. Peter und Paul bemerkenswert.

Erschwerend zur Organisation des Pfarrfestes war hinzugekommen, dass die Wahl des neuen Pfarrgemeinderats der Pfarrei St. Peter und Paul später als geplant und erst im März mit genügend Bewerbern über die Bühne ging (wir berichteten). „Die Vorlaufzeit war damit kurz“, sagte während des Fests Lothar Oberle, der zum Vorsitzenden des Gremiums gewählt worden war. Acht weitere Personen aus der Gemeinde gehören dem Rat an, zudem Pfarrer Alexander Vogl und Diakon Elmar Koob. Kraft Amtes kommen überdies Gemeindereferentin Jutta Lehmann-Braun, Gefängnisseelsorger Alexander Reifenberg und die KiTa-Leiterinnen Christiane Bubach (Kita St. Martin), Juliane Brechtel (Kita St. Josef) und Klaudia Roth (Kita St. Wolfgang) hinzu.

Wie also einen Kraftakt wie das beliebte, aber auch herausfordernde Fest unter den idyllischen Lindenbäumen neben der Kirche stemmen? Ganz klar: am besten in der Gemeinschaft. Das stellte an Fronleichnam auch Referentin Lehmann-Braun heraus, was definitiv kein Allgemeinplatz war. Denn die unterschiedlichsten Gruppen brachten sich auf vielfältige Weise in das Pfarrfest ein, das durchaus stramme Dimensionen bis in den südlichen Teil der Steinstraße hinein annahm.

So unterstützten nicht nur Dutzende Helfer aus den Reihen der rund 6 000 Dieburger Katholiken beim Fest durch ihre Dienste an Grill und Getränkeausgabe; weiterhin verkaufte etwa die Frauengemeinschaft Kaffee und Kuchen. Die Messdiener eröffneten erstmals eine eigene Bar mit alkoholfreien Cocktails: An der „Tabarnakel“ ließen sich gerade die jüngeren Besucher Drinks wie „Blonder Engel“ und „Himmelssaft“ schmecken. Die Deutsche Pfadfinderschaft St. Georg beteiligte sich mit Angeboten für die Kinder, denen die Pfarrgemeinde auch die Hüpfburg der Sparkasse gemietet hatte. Die Kolpingjugend sorgte mit Brettspielen für Kurzweil, Peter Braun leitete überdies ein kleines Fußball-Turnier auf dem Pflaster. Die Katholische Bücherei bot neben Büchern auch Gesellschaftsspiele zum Kauf an. „Ganz viele waren nicht nur in der Durchführung, sondern auch in die Vorbereitung des Fests eingebunden“, vergaß Lehmann-Braun auch jene nicht, die zum Pfarrfest selbst weniger in Erscheinung traten. Als Beispiel nannte sie die drei katholischen Kindertagesstätten in Dieburg, die den Tischschmuck vorbereitet hatten. Vor dem Eingang zur Kirche lag ein Blütenbild aus. Daneben spielte das Orchester des Musikvereins St. Peter und Paul.

Im Gottesdienst hatte Alexander Vogl unter anderem das Thema Barmherzigkeit aufgegriffen. Dies wurde auch während der Prozession, an der rund 400 Gläubige teilnahmen aufrecht erhalten: Den ersten Außenaltar gestaltete am Seniorenheim in der Gerhard-Hauptmann-Straße die Familie Prokosch, ehe es – ebenfalls traditioneller Halt der Prozession – am Kruzifix am Minikreisel vor dem Eingang des Bauernhofs der Familie Stix den zweiten Außenaltar gab. Firmlinge und Messdiener lasen dort einen Text zu den „Sieben Werken der Barmherzigkeit“. Durch die Alte Mainzer Landstraße und den Steinweg, der für diesen Zweck kurzzeitig gesperrt wurde, ging es durch die Innenstadt in die Kirche St. Peter und Paul, wo Vogl den Schlusssegen spendete.

Ganz weltlich blickte unterdessen Lothar Oberle für den Pfarrgemeinderat auf einen wichtigen, nahenden Termin für die Pfarrei St. Peter und Paul: Am 8. Juni findet ab 19.30 Uhr im Pater-Delp-Haus ein „Markt der Ausschüsse“ statt. Dann will die Pfarrei ihre Ausschüsse vorstellen und zur Mitarbeit einladen. Auch sollen Themen künftig wieder verstärkt angegangen werden, etwa die Jugend- und Familienarbeit.

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