Mit Suffragetten im Rotlichtmilieu

Theater AG der ADS bringt "Jekyll & Hyde" auf die Bühne

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Auch in Londons Rotlichtviertel entführten die Darsteller der Theater AG ihr Publikum.

Dieburg - Die Story ist bekannt: Der Wissenschaftler Dr. Jekyll verwandelt sich nach einem Selbstversuch in sein Alter Ego – den schaurig-gefährlichen Mr. Hyde. Von Ursula Friedrich 

In der Alfred-Delp-Schule fiel die literarische Idee von der Persönlichkeitsspaltung in Gut und Böse auf einen reichen Nährboden. Über 30 Jungschauspieler entfachten vor dem begeisterten Publikum ein Theaterwerk nach der Idee des Hyde-Erfinders Robert Louis Stevenson.

Am Samstag feierte die Theater AG mit der Premiere der „Ungeheuren Geschichte von Jekyll & Hyde“ einen fulminanten Erfolg. Die Darsteller verkörpern in der ADS-Inszenierung unterschiedlichste Rollen und entführen ihr Publikum in das historische London. Zwischen biederem Bürgertum, Suffragettenbewegung und illustrem Rotlichtviertel lässt der besessene Naturwissenschaftler Dr. Jekyll (Umut Mehmet Eke) seine dunkle Seite in Form des düsteren Hyde (Paul Galli / Maurice Göbel) auferstehen.

Über 30 Protagonisten der Theater AG setzen unter Leitung von Tanja Mohrhardt und Christian Lampe das Theaterstück (in einer Fassung von Clemens Allweyer) in Szene. Die Regie musste straffen und ergänzen, um dem Ansturm kreativer Schüler  Raum  zu verschaffen. Rollen wurde hinzugefügt. Und der schauerliche Hyde gar von zwei Schülern gemimt.

Hyde noch fieser als sonst

Paul Gallis Interpretation der Figur erfährt durch Maurice Göbel eine noch fiesere Steigerung, deren ekstatischen, cholerischen Anfälle noch nach dem ausdauernden Applaus nachhallen. Überhaupt: Die Schüler haben ihre Rollen trefflich verinnerlicht, von der enttäuschten Verlobten (Lea Heinrich), bis zu Puffmutter Swetlana (Anna Emich), den rechtschaffenen Ordnungshütern (Daniele Schneider, Maria Bauer, Valentin Antes), dem Luden Maik Schreier und seinen Angestellten, den Prostituierten Anna Emich, Selina Lehr, Julia Fenn und, in Dessous und Pumps brillierend, Daniel Sungaila.

„In Wirklichkeit ist er ein ganz sympathischer Schüler“, schmunzelt Lehrer Lampe nachdem die „Rotkäppchenszene“ mit dem gewalttätige Hyde, alias Maurice Göbel, über die Bühne gegangen ist. Seit 15 Jahren ist Lampe Chef der Theater AG, hat mit seinen Schülern ebenso viele Stücke auf die Bühne gebracht – eine Leistung, die ohne das engagierte Team hinter den Kulissen freilich nicht zu realisieren wäre.

Kunst- und Kulturtage 2013

Unter Regie von Rolf Peters wird das Ensemble komplettiert. Maskenbildner, Licht- und Tontechniker sowie Bühnenbildner, Verantwortliche für Kostüme, Werbung und Programmheft machen die jüngste Produktion zur runden Sache. Da nicht jeder Oberstufenschüler zum Theaterakteur geboren ist, vervollständigen die Kunstkurse die kreative Schuloffensive mit einer Bilder- und Skulpturenausstellung, während die Schulband in der Theaterpause den Ton angibt.

Das Stück ist noch zwei weitere Male zu sehen: Am morgigen Freitag, 19., und Samstag, 20. Februar, ist die „Ungeheure Geschichte von Jekyll & Hyde“ jeweils um 19.30 Uhr in der Aula der Alfred-Delp-Schule zu erleben.

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