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Thomas Disser (parteilos) bewirbt sich ums Bürgermeisteramt

Dieburg - Thomas Disser ist der Fünfte im Bunde: Der 62- jährige Dieburger hat gestern seine Kandidatur für die Bürgermeisterwahl am 12. März 2017 erklärt. Von Lisa Hager

Thomas Disser (62) geht als Unabhängiger ins Rennen.

Er wird wie Frank Haus, Erik Marx und Hein Gottfried Fischer (wir berichteten) ebenfalls als unabhängiger Kandidat antreten. Renee Exner (CDU) ist bislang der einzige Bewerber einer Partei. „Ich stehe für einen Politikwechsel in Dieburg“, sagt der parteilose Bürgermeisterkandidat Thomas Disser. Er ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt seit 1995 mit seiner Familie in Dieburg. Von hier stammt seine Mutter, eine echte „Lisa“ (Tochter von Georg A. Lang), die auf der „Insel“ geboren ist. Disser arbeitet als Geschäftsführer der Interessengemeinschaft Odenwald und organisiert unter anderem EU-Fördergelder für kommunale Projekte. An erster Stelle steht für ihn, die Bürger viel intensiver in die Lokalpolitik einzubinden, als das in Dieburg bisher üblich ist. „Politik kann Spaß machen, und eine lebendige Stadt braucht das Engagement ihrer Bewohner“, sagt Disser. Aufgabe der Stadt und ihres Bürgermeisters sei es, dieses Engagement zu ermöglichen, zu fördern und zu koordinieren – und es letzten Endes auch wertzuschätzen, denn es mache die Stadt lebendig und bringe einen echten Gewinn.

Ein guter Ansatz sei die Leitbild-Entwicklung gewesen – Disser fungierte damals als Pate für Tourismus. „Doch leider hat es dann keine Fortsetzung gegeben, wie so oft in Dieburg“, bedauert er. Auch der Konflikt um die Fiege-Ansiedelung oder aktuell bei der Diskussion um den Parkplatz am Campus-Gelände zeige, dass die Bürger schon vor einer Entscheidung gehört werden wollen. „Bürgerbeteiligung ist ein weiter Weg. Ein Weg, der nicht nur in Wahlkampfzeiten verkündet werden sollte, sondern Bestandteil der täglichen Politik und Verwaltungstätigkeit sein muss“, fordert Disser. Dazu gehöre eine offensive Informationspolitik und eine verbesserte Transparenz von Entscheidungsprozessen.

„Stadtentwicklung“ liegt ihm besonders am Herzen

Durch seine beruflichen Erfahrungen liegt Disser das Thema „Stadtentwicklung“ besonders am Herzen. „Ohne ein umfassendes und breit abgestimmtes Stadtentwicklungskonzept, das alle wichtigen Bereiche unserer Stadt zusammenführt, wird Dieburg auch in Zukunft von kurzfristigen Sachzwängen getrieben sein, und langfristige Perspektiven kommen unter die Räder“, sagt er. Die vielen Teilkonzepte seien nicht aufeinander abgestimmt und vor allem würden sie nicht oder nur sehr zögerlich umgesetzt. In der Verwaltung arbeiten viele gute Mitarbeiter. Die Weiterqualifizierung des städtischen Personals anstelle der Beauftragung externer Dienstleister wird eine weitere wichtige Leitlinie seiner Amtsführung sein. Die Verwaltung müsse für noch mehr Bürgerfreundlichkeit und Serviceorientierung stehen, „und da muss der Bürgermeister mit gutem Beispiel vorangehen“.

Disser bekennt sich zum nachhaltigen Handeln. Entscheidungen müssten auch langfristig Bestand haben. Raubbau bei der Flächenentwicklung und die Geringschätzung von Naturschutzgebieten und Erholungsräumen schade der Lebensqualität und der Zukunftsfähigkeit. Und das betreffe auch die Haushaltspolitik. Er ist überzeugt: „Eine solide städtische Finanzpolitik schafft Werte und Lebensqualität. Was haben wir von Millionen-Rücklagen, wenn gleichzeitig unsere Infrastruktur immer maroder wird, wie wir das gerade bei Feuerwehr, Bauhof und Schwimmbad erleben?“, fragt er.

Disser, der noch nie einer Partei angehört hat, wird auch nach der Wahl unabhängig bleiben. „Ich habe ein offenes Ohr für alle Seiten. Ich moderiere, ich vermittle – und sorge dafür, dass dann angepackt wird“, erklärt er. Um den Bürgern seinen Politikansatz vorzustellen, startet Disser ab sofort seine „Zuhör-Tour“. Zudem lädt er für Donnerstag, 1. Dezember, ab 19 Uhr zu seinem Wahlkampfauftakt in die Römerhalle ein.

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