Ehrenurkunde: Zehn Jahre  Bürgermeister

Thomas gesteht: „Ich bin Dieburg verfallen“

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Der geschäftsführende Direktor des hessischen Städte- und Gemeindebundes, Karl-Christian Schelzke (rechts) überreicht Bürgermeister Dr. Werner Thomas im Sitzungssaal die Ehrenurkunde. - Foto: eha Der geschäftsführende Direktor des hessischen Städte- und Gemeindebundes, Karl-Christian Schelzke (rechts) überreicht Bürgermeister Dr. Werner Thomas im Sitzungssaal die Ehrenurkunde.

Dieburg - Eine Veranstaltung, bei der man sehr viele gute Sprüche fürs Leben mit nach Hause nehmen konnte, war die Feier zum zehnjährigen Amtsjubiläum von Bürgermeister Dr. Werner Thomas. Und das Geständnis des Geehrten rührte zudem noch: „Ich bin Dieburg verfallen. “. Von Lisa Hager 

Verliebt in Dieburg: Damit war Thomas zur Wahl 2005 angetreten. Und das hat sich anscheinend in den zehn Jahren nicht geändert. Im Gegenteil: Die Beziehung scheint noch enger geworden zu sein. Regelrecht „verfallen“ sei er Dieburg, sagte er in seiner kurzen Ansprache bei der Feier seines Amtsjubiläums am Freitag im Rathaus. Und so habe er es mit Würde tragen können, nach der verlorenen Landratswahl im April im Chefsessel des Rathauses zu bleiben. Dann wurde er sehr persönlich: „Vor allem aber liebe ich meine Frau, der ich unendlich dankbar bin, dass sie mich erträgt.“ Das sei auch hauptsächlich der Grund, warum er nicht noch einmal kandidieren werde. „Wir haben uns vor meiner Kandidatur schon darüber verständigt, dass ich nur zwei Perioden mache.“

So hatte der geschäftsführende Direktor des hessischen Städte- und Gemeindebundes, Karl-Christian Schelzke aus Mühlheim, keinen Erfolg mit seinem Wink mit dem Zaunpfahl: Wenn er schon so verliebt in Dieburg sei, dann sollte er seine Geliebte doch nicht so schnell verlassen. Ob Thomas denn nicht wisse, dass die Altersbegrenzung für Bürgermeister aufgehoben sei? Ansonsten hatte er einen Blumenstrauß für Thomas’ Frau Sabine, die von Innenminister Peter Beuth unterschriebene Ehrenurkunde und eine Aphorismensammlung als Geschenk dabei. „Gute Sprüche“, so meinte er, „kann man als Bürgermeister nie genug auf Lager haben.“ Schelzke muss es wissen, er war selbst sieben Jahre sozialdemokratischer Verwaltungschef in Mühlheim. Eine Kostprobe gefällig? „Wenn man den Dingen auf den Grund geht, schaut man oft ins Bodenlose.“

Die spezielle Thomas-Mischung von konservativ und ökologisch, umweltbewusst und katholisch entspreche heute den Empfindungen vieler, meinte Erster Stadtrat Wolfgang Schupp in seiner Ansprache. „Ich habe dich als offenen und geraden Menschen erlebt, der Meinungsverschiedenheiten wegstecken kann“, charakterisierte er die Kommunikationskultur des Bürgermeisters. Klaus Wörtche vom Personalrat schlug in die selbe Kerbe: Vor allem die regelmäßigen Gesprächsrunden in der Verwaltung, die Thomas eingeführt habe, hätten zu einem effektiven Austausch geführt. Er bestätigte dem Chef einen „super Führungsstil“.

Bilder: Schlossgartenfest in Dieburg

Wunderbäume in den Farben der im Parlament vertretenen Parteien – gerade frisch an der Supermarktkasse erstanden – überreichte CDU-Fraktionsvorsitzender Renee Exner. Natürlich nicht ohne auf das schwarze Exemplar hinzuweisen, da ja die „CDU jetzt deine Heimat ist“. Dass Thomas viele Richtungen auf sich vereinen kann, wurde nicht nur per Wunderbaum deutlich: Schmunzelnd erinnerte er sich daran, dass er im Wahlkampf einmal mit dem Titel „grüner Herz-Jesu-Kommunist“ tituliert wurde.

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