Ausschuss erteilt „Naturschwimmbad“ klare Absage

Traditioneller Badespaß

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Zu den treuesten Besuchern des Freibads gehören die „Frühschwimmer“. Klar, dass sie sich gestern Morgen den Start in die Saison nicht entgehen ließen. Bis zu 20 der Senioren, die auch Frühaufsteher sind, steigen während des Sommers jeweils schon ab 8 Uhr ins Becken. „Es muss schon miserables Wetter sein, wenn wir einmal passen“, meinte Erika Seib.

Dieburg - Ein fachkundiger Projektberater soll Planung und Sanierung des Freibads von Anfang an begleiten. Diese Empfehlung hat jedenfalls der Schwimmbadausschuss am Donnerstagabend dem Magistrat gegeben. Von Lisa Hager 

Prinzipiell sprachen sich die Stadtverordneten gegen die Umwandlung in ein Naturschwimmbad aus. Ein Projektberater soll nach dem Wunsch des Schwimmbadausschusses, der erstmals in der neuen Legislaturperiode unter Leitung des wiedergewählten Vorsitzenden Renee Exner (CDU) tagte, den Finanzierungs- und Zeitplan der Sanierung überwachen. Über die Kosten, die ein solcher Fachmann verursachen würde, herrschte allerdings anfangs noch Unklarheit. „Das sind normalerweise 1,5 Prozent der Herstellungskosten“, informierte Exner. Auch an eine „Honorarform auf Erfolgsbasis“ könne man denken. Erster Stadtrat Wolfgang Schupp informierte, dass ein Vertreter dieses Berufszweigs seinen Aufgabenbereich im Magistrat vorgestellt habe. In zwei Wochen wolle dieser ein Konzept entwickeln, auf dessen Grundlage man per Ausschreibung nach einer geeigneten Fachkraft suchen könne. Aufgrund der negativen Erfahrungen beim Bau der Römerhalle – dort lag alles in der Hand des Architekten, der schließlich erhebliche Mehrkosten vorgelegt hatte – sei auch der Magistrat für die Hinzuziehung eines solchen Fachmannes.

Man müsse bei einer Ausschreibung nicht zwangsläufig den billigsten nehmen, beantwortete Thilo Beilstein von Verwaltungsseite eine entsprechende Frage. Es gehe generell um die Wirtschaftlichkeit. Da dürften auch Kriterien wie Reputation und Erfahrung einfließen. Wilhelm Reuscher (FDP) bat darum, diesen Projektbegleiter dann auch im Ausschuss vorzustellen.

Eine klare Absage erteilten die Ausschussmitglieder der Idee des Naturschwimmbads, das bei den Bürgern keine Akzeptanz finde. Zudem müsste dafür das Bad für eine ganze Saison geschlossen werden. „Das ist nicht machbar. Den Freizeitsport Schwimmen und den Badespaß erhalten, das hat oberste Priorität“, so Exner. Deshalb werde man Schritt für Schritt sanieren. Auch dazu wie man die erforderlichen Mittel von fünf bis sechs Millionen Euro aufbringen könne, sollte der Projektplaner Vorschläge machen. Zur Frage wie das Schwimmbad im Detail gestaltet werden soll, dazu wird es eine breite Bürgerbeteiligung geben – auch mit Einstellung eines Fragebogens auf der Internetseite der Stadt.

Für die Wasseraufbereitung empfiehlt der Ausschuss schon jetzt das Redo-Konzept, das in etwas anderer Form auch im Zimmerner Hallenbad praktiziert wird. In Dieburg sollen die Substanzen zur Wasserklärung vor Ort hergestellt werden.

Die Ausschussmitglieder sprachen sich auch dafür aus, mit dem Wassersportverein (WSV) wieder Gespräche aufzunehmen. Das Trainingsbad am Campus hat nur noch bis 2019 Bestandsschutz. „Hier lernen pro Jahr 600 Kinder schwimmen“, betonte CDU-Stadtverordneter Benedikt Oberhuber dessen Bedeutung für den Schulsport. Dringend müsse hier der Landkreis als Schulträger in die Pflicht genommen werden. Exner versprach, Schuldezernent Christel Fleischmann mit ins Boot zu holen. Markus Resch (SPD): „Es hindert uns doch niemand daran, auch einmal die Mehrkosten für einen Neubau am Freibad zu berechnen.“ Das Grundstück würde die Stadt sowieso stellen.

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