Rund 6000 Besucher kommen zum Festival

Party und Blitze überm „Traffic Jam“

+
Arise from the Fallen rockten am frühen Freitagabend.

Dieburg - Gleich in mehrfacher Hinsicht war das 16. „Traffic Jam“-Festival ein außergewöhnliches: Eine Premiere gab es einerseits für die neue Aufteilung des Verkehrsübungsplatzes der Fahrschule Völker. Campingplatz und Eventgelände erhielten einen anderen Zuschnitt. Von Jens Dörr 

Erstmals zahlten die an beiden Tagen zusammen rund 6000 Besucher ihre Drinks zudem ohne Bargeld. Fast traditionell erhalten blieben hingegen die Wetterkapriolen. Nach dem buchstäblich heißen Auftakt am Freitag bei hochsommerlicher Hitze und einem Dutzend Bands, spielte sich in der Nacht auf Samstag ein spektakuläres Naturschauspiel mit zig Blitzen über dem Dieburger Nachthimmel ab. Die Regengüsse blieben allerdings im Rahmen, und den Campern damit eine weitere „Badesaison“ wie vor wenigen Jahren erspart. Damals, allerdings erst nach dem zweiten Festivaltag, musste der Zeltplatz evakuiert werden. Das den „Traffic Jam“ veranstaltende Schallkultur-Team stand damals mit den Aufräumarbeiten und dem Werben um Vertrauen, das sich Ähnliches kaum wiederholen dürfte, vor seiner bisher größten Aufgabe seit Einführung des Festivals Ende der 90er.

Gute Stimmung herrschte bei den rund 6 000 Besuchern des 16. „Traffic Jam“- Festivals.

Diesmal ging letztlich alles glimpflich ab. „Natürlich hat es ein paar Besucher in die Zelte oder nach Hause getrieben“, sagte Pressesprecher Christian Götzinger zur ersten der beiden Tropennächte. Mutmaßlich seien es aber „diejenigen gewesen, die sowieso hier wohnen. Der Zeltplatz war so voll wie vorher.“ Auch die After-Show-Party mit den Frankfurter und Hanauer Deutschrockern von elfmorgen fand wie geplant statt und setzte dem ersten Festivaltag nach den Headlinern Emil Bulls (Rock/Metal/Alternative aus München) und Callejon (Metalcore aus Nordrhein-Westfalen) die Krone auf. „A good time“ („eine gute Zeit“) hatten auch mehrere internationale Bands, etwa die aus Kalifornien angereiste Metal-Jünger von Lionheart und die Belgier von Nasty. Sie waren für den ersten der beiden Festivaltage nachverpflichtet worden, weil die eigentlich angesetzte Band Adept aus gesundheitlichen Gründen einen Tag vor dem Auftakt abgesagt hatte. Aufgrund ihrer guten Kontakte in die Szene vermochte Schallkultur auch derartig kurzfristig die Lücke adäquat zu füllen.

Fotos zum 16. Traffic Jam-Festival

Stichwort „füllen“: Bis auf den letzten Platz der Rasenfläche gefüllt war auch der neue, nun einzige Campingplatz. Er war diesmal in Nord-Süd-Richtung und nicht mehr in Ost-West-Richtung vom Festivalareal abgetrennt. Mehr als 1 000 zeltende Gäste hatten die Campingtickets vorab restlos aufgekauft; einige Besucher bemängelten allerdings, dass die Zelte wegen des begrenzten Platzes sehr eng aneinander gereiht werden mussten. Zudem hatte der Veranstalter vorab darum gebeten, auf das Aufstellen von Pavillons zu verzichten. Daran hielt sich allerdings nicht jeder. Offenkundig wurden indes die Vorteile des von zwei Plätzen auf einen reduzierten Campingareals: Niemand war weiter als einen Steinwurf von der Bühne entfernt und binnen einer Minute bei seinen musikalischen Helden. Zu denen zählten am Samstag insbesondere Soulfly aus Phoenix, zu der der ehemalige Sepultura-Mann Max Cavalera gehört und die sich seit 18 Jahren dem Trash Metal verschrieben hat.

Die passenden Drinks zu den Auftritten besorgten sich die Besucher diesmal bargeldlos: An der Hauptkasse hatten sie Geld gegen eine Karte eingetauscht, mit der sich an allen Ständen außer dem Merchandising-Stand zahlen ließ. Man habe weniger Bargeld an den diversen Ständen im Umlauf haben und die Bewirtung beschleunigen wollen, erläuterte Pressesprecher Götzinger die Maßnahme. Sie dürfte auch in Zukunft erhalten bleiben - sowie das „Traffic Jam“ als eins der kulturellen Aushängeschilder Dieburgs.

Kommentare