Hardcore-Jungs von Madball und Silverstein die Attraktionen

„Traffic Jam“: Stau mit 22 Rock-Bands

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Festivalgenuss pur: sich wie der Frontmann einmal von der Menge tragen lassen - am 15. und 16. Juli wieder zu sehen auf dem Verkehrsübungsplatz der Dieburger Fahrschule Völker.

Dieburg - Der musikalische Verkehrsstau geht in die nächste Runde: Beim „Traffic Jam“ am 15. und 16. Juli wird in Dieburg wieder heftig gerockt. Von Jens Dörr 

Am Freitag und Samstag (15./16. Juli) veranstaltet der Dieburger Verein „Schallkultur“ zum 17.-mal das Metal-, Punk- und Alternative-Festival „Traffic Jam“ („Verkehrsstau“) auf dem Übungsplatz der Fahrschule Völker im Gewerbegebiet westlich der Bahnlinie gen Münster. Dann müssen sich zumindest jene noch neu orientieren, die 2015 nicht mit von der Partie waren: Damals strukturierte das „Traffic Jam“-Team des Festivalgelände völlig neu. Dies bleibe so erhalten, teilt „Schallkultur“-Vorsitzender Julian Dörr mit. Besucher kannten die Gegebenheiten jahrelang so, dass sie über den Eingang am Ende der Straße Am Bauhof direkt auf das Festivalgelände mit Bühne, Party-Area sowie Essens-, Getränken- und Merchandising-Ständen gelangten. Wer auf den Campingplatz I wollte, der sich dort befand, wo die Fahrschüler im Auto und auch Schulklassen mit ihren Drahteseln üben können, musste über dieses Gelände laufen.

Dies änderten die durchweg ehrenamtlichen Kulturmacher, die zu einem wesentlichen Teil aus Dieburg und Münster kommen, 2015: Die Neuaufteilung sah vor, dass nach dem Eingang und dem Überqueren eines kurzen Wegs rechterhand zunächst das Campingareal lag, für das eine separate Kasse installiert wurde. Weiter nördlich auf dem Gelände der Familie Völker wurde die Bühne (vergleichbar mit der „Sparkassen-Bühne“ auf dem Darmstädter Schlossgrabenfest) aufgebaut. Den Veränderungen komplett zum Opfer fiel der etwas weiter weg auf einer Wiese gelegene Campingplatz II, der sich gegenüber Platz I aber ohnehin geringerer Beliebtheit „erfreut“ hatte. Dafür wurde Platz I etwas größer, beherbergt mehr als 1 000 Festivalbesucher und damit etwa die Hälfte der täglich 2 500 bis teils auch 3 000 Musikfans. „Das bleibt bis auf Kleinigkeiten alles so“, kündigt Dörr an. Die wenigen Veränderungen – etwa die neue Beauftragung eines professionellen Unternehmens bei der Stromversorgung – werde der Festivalgast kaum bemerken.

Fotos zum 16. Traffic Jam-Festival

Wohl auch wegen der unwetterbedingten Abbrüche bei großen Festivals wie „Rock am Ring“ lief der Vorverkauf der Camping-Tickets in diesem Jahr ein wenig schleppender als zuvor. In den vergangenen Tagen zog er indes doch merklich an, so dass Dörr davon ausgeht, dass es an der Tageskasse keine Plätze für Camper mehr geben werde: „Das war bisher immer so.“ Das reine Festival-Ticket (das für beide Tage im Szenevergleich erträgliche 38 Euro kostet) wird es am Freitag – und zum reduzierten Preis auch am Samstag – aber noch an der Tageskasse geben.

Los mit der ersten von 22 Bands geht es am Freitag um 14 Uhr und am Samstag um 13.10 Uhr. Besonders die Hardcore-Jungs von Madball (New York, Samstag um 22.05 Uhr) und die kanadische Post-Hardcore-Gruppe Silverstein (Samstag um 22 Uhr) gelten in diesem Jahr als Headliner und damit als besonders populäre Bands. Gebucht werden die Gruppen von „Schallkultur“-Mitglied Martin Hammerschmidt, der neben Bands aus ganz Deutschland wieder für ein internationales Sammelsurium an Musikern der harten Untergenres des Rocks gesorgt hat. Aber auch noch recht unbekannte Gruppen, die sich in einer Vorentscheidung (nach der Schließung des „Clubs Biergarten“ diesmal im Rüsselsheimer „Rind“ ausgetragen) durchsetzten beziehungsweise in einer internen „Schallkultur“-Abstimmung, werden den Verkehrsübungsplatz beleben.

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