Tess mimt Tina: Simply The Best

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Tess „Dynamite“ Smith zeigte und ließ hören, was sie mit mit der Rockqueen Turner so alles gemein hat.

Dieburg - Auch wenn Rocklegende Tina Turner nicht live die Aula der Fachhochschule rockte: ihr Spirit war allgegenwärtig. Von Thomas Meier 

Mit Herz und Stimme ganz nah am Original: Tess Smith rockte die FH-Aula mit Bravour.

„Break Every Rule“ heißt nicht nur ein Megahit aus dem sechsten Album der Rock-Queen, so nennt sich auch das Musical für „Tina – The Rock Legend“, das seit 3. März auf Tournee ist und Dienstagabend in Dieburg aufwartete. Die Fans der Turner, die sich nicht aufmachten zur Show, weil sie vielleicht die nicht ganz günstigen Eintrittspreise „auf einer Provinzbühne“ davon abhielten, müssen diejenigen beneiden, die sich den Riesenspaß gönnten und mit einer Show belohnt wurden, die sicher nur vom Original getoppt werden könnte. Für die Besucher galt nach zweieinhalb Stunden Power pur, es war „Simply The Best“.

Hits wie letztgenannter, „Private Dancer“ oder „We Don‘t Need Another Hero“ sind Popgeschichte und machten Tina Turner zur Rock-Legende. Mit über 180 Millionen verkauften Tonträgern wurde sie weltweit bekannt. 188 000 Zuschauer waren 1988 in Rio live bei Tina Turner im Maracana-Stadion. Zum Eintrag in das Guinness-Buch der Rekorde hätte der geringe Besuch in Dieburg dagegen nicht gereicht.

Doch der Hauptdarstellerin des Abends, Tess „Dynamite“ Smith, gelang es mit ihrer Stimme, ihrem Esprit, dem Elan und einstudierter Imagination, sowohl als Rock-Legende als auch vollkommen authentisch herüber zu kommen. Keine Sekunde wollte sie vorgaukeln, das Original zu sein, doch jede ihrer (zumeist sehr feuchten) Poren strebte danach, Tina Turners gewaltige Musikpower rüber zu bringen. Und dies gelang der kleinen, explosiven Sängerin von den Philippinen mit Bravour. Die Stimme der Rock-Röhre passte, auch wenn sie der der Original-Heldin nicht bis in die letzten Höhenlagen zu folgen vermochte. Doch „Dynamite“ Smith wurde in Dieburg ihrem Ruf mehr als gerecht, weltbestes Tribute für das große Idol zu sein.

Aber auch wenn die kleine, hochdynamische Aktrice es versteht, einen ganzen Saal von den Stühlen zu holen und zu rocken, dass es eine Pracht ist, so gelänge ihr dies Kunststück sicher nicht so perfekt ohne ihre professionelle Liveband und die drei Profitänzerinnen aus London.

„Break Every Rule“ war angekündigt als mitreißendes musikalisch-biografisches Musical, dass die wichtigsten Stationen der Turner, immerhin in ihrem 75. Lebensjahre stehend, neu aufgreift. Deren Erfolgsgeschichte soll auf einer großen Leinwand mit Fotos, Filmsequenzen und Interviewszenen beleuchtet werden.

Doch wurde die Leinwand schnell zur Glitzer- und Lichtereffekte-Staffage, als die Musiker, Schauspieler und Tänzer sich ihren Raum auf der Bühne verschafften, der ihnen gebührte, den ihnen keine Technik streitig machen konnte und wollte. Von ersten bis zum letzten Ton war die Party in der Aula live. Rocco Basler, Musikalischer Direktor der Show und an den Keyboards unverzichtbar, hat seine Truppe bestens einstudiert und weiß, wie man die Fans von Tina mit dem Sound der Turner bestens bedient. Paul Griesbach am Saxophon bekam wohl den heftigsten Applaus für Solo-Einlagen. Der Profimusiker aus Berlin mit viel Erfahrung auf internationalem Parkett versteht sein röhrendes Hand- und Blaswerk. Toni Müller am Schlagzeug Tobi Hillig an der Gitarre und Stefanie Müller am E-Bass indes sind nicht minder professionell und haben wohl Tina Turners Vibrationen mit der Muttermilch aufgesogen. Als Background-Stimmen treten Jasmin Graf und Berivan Kernich sehr wohl auch in Erscheinung und gar ins Rampenlicht. Zumindest Graf, die als Halbfinalistin bei „The Voice of Germany“ Bekanntheit erlangte.

Dem Dutzend Akteure und einer gut eingestellten Technik-Crew verdankte das letztlich frenetisch drei Zugaben verlangende (und bekommende) Publikum eine coole, rockige Zeitreise durch fünf Jahrzehnte Musikgeschichte der Rock-Queen Turner.

50 Jahre Sound of „Nutbush City Limits“, da nahm es nicht Wunder, dass bei Fans überwiegend graue Mähnen im Saale kreisten, als sie mittanzten. But: „Simply The Best...“

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