Unterhaltungsabend mit Heißmann und Rassau

Franken-Duo zündet Witzefeuerwerk

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Hoffnungsloser Fall: Volker Heißmann (rechts) sucht als schwer vermittelbarer Single Rat beim verzweifelten Liebestrainer Peter Rassau (links).

Dieburg - „Bei eurem Schlossgartenfest gibt’s ja immer Äppelwoi in Kombination mit Handkäs. Do kummt a Gschmäckla rauf. “ Heißmann und Rassau teilten bei ihrem Besuch in der Dieburger FH-Aula am Samstag ordentlich aus, gerne auch gegen die Dieburger. Von Florian Rieger 

Die Vorstellung war gut besucht, sowohl von Dieburgern und Gästen aus der näheren Umgebung, als auch von weit angereisten Fans. Martin Rassau begrüßte das Publikum in einem auffälligen hellblauen Anzug mit Wolkenmuster. Kurz nachdem er angefangen hatte, huschten noch fünf Spätankömmlinge auf ihre Plätze in einer der vorderen Reihen. Gefundenes Fressen für Rassau. Der fragte promt nach: „Jawoll, wo kommt na ihr jetzt noch her?” „Aus Augsburg, wir standen noch im Stau”, antwortete eine der Frauen. Darauf der Fürther gewitzt: „Ach, da braucht ihr heute aber nimmer heimfahren. Bleibt doch gleich über Nacht im Senioren-Swingerclub von Dieburg. Da geht’s auch net so steif zu.” Lautes Gelächter. Der komplette Saal tobte. Die Augsburger nahmen’s mit Humor.

Danach verkündete Rassau, dass die Zuschauer, wie man ja gerade gemerkt hätte, an diesem Abend kein geistreiches politisches Kabarett zu erwarten hätten, sondern einen Unterhaltungsabend. So auch der Titel des aktuellen Programms. „Wir sind froh, wenn Sie am Ende des Abends getrost sagen können: Allmächd, wor des bleed, aber schee”, so der Franke. Nun stieß auch Volker Heißmann, verkleidet als Reporter der örtlichen Presse, hinzu. Auch er konnte es nicht lassen und hackte ebenfalls auf den Augsburger Zuspätkommern herum. Nach diesem ersten Willkommenssketch folgte eine aberwitzige Show mit einer temporeichen Mischung aus mehreren Einzel-Stand-Ups, Sketchen zu zweit und musikalischen Einlagen. Gerade mit seiner Gesangsstimme konnte der leidenschaftliche Sänger Volker Heißmann besonders glänzen.

Nach der Pause - in der Mitte der Show - zogen die beiden Verwandlungskünstler mit ihren Paraderollen „Waltraud und Mariechen” alle Register. Die beiden schlagfertigen Witwen erwiesen sich definitiv als Highlight des Abends. Schreiendes Gelächter: Jetzt war die Stimmung im Saal am Überkochen. Und immer wieder folgte ein stichelnder Seitenhieb auf die Zuspätkommer aus Augsburg, die es sich bereits am Anfang des Abends mit den Beiden verscherzt hatten. Doch nicht nur die Augsburger traf es. Ebenso bekamen die Dieburger, die Neu-Isenburger und die Eintracht Frankfurt ihr Fett weg. Als Volker Heißmann wieder einmal in einem skurrilen Kostüm auf der Bühne stand, fragte ihn Rassau, woher er denn diesen hässlichen braunen Strickpullover mit Kachelmuster hätte. Daraufhin Heißmann dümmlich: „Das ist die Trachtenmode aus Rodgau.” Lautes Gelächter - vor allem die Dieburger lachten hier vermutlich besonders gerne.

Am Ende der rund zweistündigen Vorstellung gab es vom Dieburger Publikum stehende Ovationen für die beiden Comedians, die als kleine Zugabe noch einen Sketch in der Hinterhand hatten. Danach drängten sich einige Besucher noch an den Autogrammtisch, um mit den Künstlern persönlich ins Gespräch zu kommen.

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