„Game of Thrones“ am Campus

Die wahren Drachenzähmer

+
Auch ein Drache muss einmal sterben. Die Abenteuer zwischen Leben und Tod der beeindruckenden Feuerspucker inszenieren die Pixomondo-Mitarbeiter am PC. Im hochschuleigenen Dieburger Campuskino (rechts) berichteten von ihrer Arbeit an virtuellen Welten.

Dieburg - In der Fernsehserie Game of Thrones gilt die weißhaarige Daenerys Targaryen als die Mutter der Drachen. Was vor den Bildschirmen am Ende so täuschend echt aussieht, ist jedoch wochenlange Arbeit am Computer. Von Florian Rieger

Beim Media Monday am Dieburger Mediencampus zeigte die Frankfurter Produktionsfirma Pixomondo, wer die wahren Schöpfer sind und wie sie den fliegenden Reptilien Leben einhauchen.

Derzeit ist die bereits sechste Staffel der US-amerikanischen Fantasy-Fernsehserie Game of Thrones im Gange. Die Serie erfreut sich bei Kritikern und Fans hoher Beliebtheit und basiert auf der Romanreihe „Das Lied von Eis und Feuer“ von Autor George R. R. Martin, der ebenfalls an der Fernsehserie mitwirkt.

Die Handlung ist in einer fiktiven Welt angesiedelt und spielt auf den Kontinenten Westeros und Essos. Die sieben Königreiche von Westeros ähneln dem europäischen Mittelalter. Zwischen den mächtigen Adelshäusern des Reiches bauen sich Spannungen auf, die schließlich zum offenen Thronkampf führen. Die komplexe Handlung umfasst zahlreiche Figuren und thematisiert unter anderem Politik und Machtkämpfe, Gesellschaftsverhältnisse, Kriege und Religion. Markenzeichen der Serie sind die unerwarteten Tode von vermeintlich wichtigen Charakteren.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Serie sind die feuerspuckenden Drachen, die im Verlauf der Geschichte zu immer größeren und tödlicheren Flugmonstern heranwachsen. In Wirklichkeit ist es die Aufgabe des Frankfurter Produktionsstudios Pixomondo, die Drachen nach den Wünschen der Serienproduzenten zu entwerfen, zu animieren und ihnen glaubhafte Charakterzüge und Emotionen zu verleihen. Gegründet wurde Pixomondo bereits 2001 von seinem heutigen Geschäftsführer und Executive Producer Thilo Kuther in Pfungstadt. Neben Game of Thrones war das Studio, das sich auf visuelle Effekte spezialisiert, schon an vielen namhaften Filmen beteiligt. Darunter fallen Blockbuster wie „Iron Man 2“, „The Amazing Spider-Man“ und „Fast and Furious 7“.

Bei ihrem Vortrag am Media Monday im Campuskino am Mediencampus zeigten Sabrina Gerhardt und Sebastian Lauer von Pixomondo dem Publikum, wie in vielen Einzelschritten am Ende ein fertiger Drache entsteht. Bevor es am Anfang aber an die Erstellung von 3D-Modellen und die Oberflächentexturen ging, brauchte man zuerst ein Konzept. „Für das Design holen wir uns oft Inspiration aus dem Tierreich. Für die Schuppen der Drachen haben wir uns zum Beispiel an Krokodilen und Eidechsen orientiert“, so Sebastian Lauer. Beim Knochengerüst für die Feuerspucker haben sich die kreativen Köpfe von Pixomondo bei Hühnern bedient und deren Anatomie sogar an realen Hühnchen aus dem Supermarkt studiert.

Natürlich haben die Macher der Sendung ganz genaue Vorstellungen, wie ihre Drachen auszusehen haben. Da dauert es oft eine Zeit, bis das finale Design getroffen wird. „Für eine Szene, in der zwei der Drachen in Ketten gelegt werden, mussten wir den Serienproduzenten über 50 verschiedene Versionen schicken. Das tut dann schon manchmal weh, alles wieder verwerfen zu müssen“, berichtet Sabrina Gerhardt.

Nach dem rund einstündigen Vortrag stellten sich die beiden Gastredner den Fragen der interessierten Studenten, die größtenteils aus den Studiengängen Motion Pictures und Animation and Game kamen. Vor allem wollten die Jugendlichen wissen, welche Programme zur Animation der Drachen benutzt werden und wie der Alltag in so einem Beruf aussieht. Danach konnte man auch noch im Café Zeitraum auf dem Mediencampus das persönliche Gespräch mit den beiden Gästen suchen.

Beim nächsten Media Monday am kommenden Montag, 23. Mai, lautet das Thema „Denn wir wissen nicht, was Sie tun. Krisen im Netz und wie man den Überblick behält“ und dreht sich rund um das Thema Krisenmanagement. Zielgruppe der kostenlosen Veranstaltungsreihe sind Studierende und Lehrende, aber auch die interessierte Öffentlichkeit.

Kommentare