Küche und Reinigung sind betroffen

Weitere Kündigungen im St. Rochus Krankenhaus

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Mit dem Ausbau der Kardiologie wollte das St. Rochus Krankenhaus vor Jahren ein weiteres Standbein aufbauen. Auch das ist bislang nicht gelungen.

Dieburg - Nächste schlechte Nachricht für das Dieburger Krankenhaus St. Rochus, insbesondere für sein Personal: Das Klinikum Darmstadt, das 90 Prozent der Anteile der Dieburger gGmbH hält, hat zum 31. Januar dieses Jahres insgesamt 15 Mitarbeitern gekündigt. Von Jens Dörr

Betroffen ist sowohl bisherige Stammbelegschaft aus der Küche sowie Reinigungspersonal. Entsprechende Informationen unserer Zeitung hat das Klinikum bestätigt. Konkret handelt es sich um fünf Vollzeit- sowie zehn Teilzeitkräfte aus Küche und Reinigung. Ihnen wurde angeboten, die Unterstützung einer Transfergesellschaft in Anspruch zu nehmen. „Diese Zeit wird nicht auf die Arbeitslosenfristen angerechnet“, erläutert Klinikums-Sprecherin Eva Bredow-Cordier. Das bedeute, dass die Ex-Mitarbeiter immer noch den vollen Anspruch auf Arbeitslosengeld-Zahlung besäßen, sollten sie aus der Phase in der Transfergesellschaft heraus keine neue Beschäftigung finden. Für die Transfergesellschaft nehme das Klinikum selbst Geld in die Hand, „damit die Mitarbeiter Weiterbildungen und Schulungen erhalten, die sie mit dem notwendigen Wissen ausstatten, das sie für mögliche künftige Arbeitsverhältnisse qualifiziert“, so Bredow-Cordier. Der Weg über eine Transfergesellschaft war auch bei der letzten Entlassungswelle in Dieburg – damals noch unter der Regie des Bistums Mainz – Anfang 2014 gegangen worden, was zu einer angeblich sehr hohen Vermittlungsquote in neue Jobs geführt hatte.

Grund für den Schritt, den Mitarbeitern in Dieburg zum Ende Januar zu kündigen, ist dem Klinikum zufolge der Ansatz, die Versorgung mit Essen im Krankenhaus sowie die Reinigung zentral durch eigene Tochtergesellschaften zu stemmen. „Die Reinigung und die Essensversorgung wurden auf bereits bestehende KDA-Tochtergesellschaften übertragen“, sagt Bredow-Cordier. Namentlich sind das die Tochterfirma KCS (Essen) und der konzerneigene Dienstleister SSG (Reinigung). Beide würden „die Sicherstellung bestehender Qualitätsanforderungen im Konzern“ gewährleisten. Man schaffe damit „konzerneinheitliche Standards – insbesondere die Sicherstellung der Qualität und der Hygiene“.

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Die Stammbelegschaft des St. Rochus wurde indes wohl auch aus finanziellen Gründen weiter dezimiert. Im vergangenen Jahr soll ein Minus im siebenstelligen Bereich aufgelaufen sein. Die personellen Negativmeldungen, die das Klinikum (und auch das Bistum Mainz, das über die St.-Rochus-Stiftung immerhin noch zehn Prozent der Anteile hält) von sich aus nicht kommunizierte und erst auf Nachfrage unserer Zeitung eingeräumt hat, sollen zumindest vorerst ein Ende haben: „Weitere Entlassungen sind zum derzeitigen Zeitpunkt nicht vorgesehen“, so Bredow-Cordier. „Unser Ziel ist es, die Existenz des St.-Rochus-Krankenhauses nachhaltig zu sichern.“

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