Anfang Oktober sollen erste Flüchtlinge einziehen

Wieder Leben im Kloster

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Zur Flüchtlingsunterkunft wird derzeit das ehemalige Kapuzinerkloster im Minnefeld umgebaut. Viel Arbeit und Geld musste in den Brandschutz investiert werden.

Dieburg - Anfang Oktober sollen die ersten Flüchtlinge ins Kapuzinerkloster im Minnefeld einziehen. Das Bistum Mainz lässt einen Gebäudetrakt derzeit zur Asylunterkunft ausbauen. Von Lisa Hager

„Wir liegen im Zeitplan“, sagt Architekt Hans Hix aus Groß-Zimmern bei einer Baustellenbegehung mit dem Dieburger Anzeiger. Im Auftrag des Bistums Mainz wird unter seiner Leitung das weitgehend leer stehende Klostergebäude zur Flüchtlingsunterkunft ausgebaut. Trotz Ferienzeit gehen die Arbeiten gut voran. Bereits Anfang Oktober werden die ersten Asylsuchenden einziehen können.

Ihren Hauptzugang bekommt die Unterkunft über das Tor in der Spitalstraße. Der jetzige Grasweg zum Haus wird noch gekiest. Viele Auflagen sind bei der Umnutzung als Flüchtlingsunterkunft zu erfüllen – vor allem in den Brandschutz musste viel investiert werden. „Wir mussten eine neuen Fluchtweg in den Garten schaffen“, sagt Hix und deutet auch auf die bereits leuchtenden grünen „Exit“-Lampen, die die Richtung weisen. Ein Fenster musste vergrößert werden, damit die Feuerwehr im Notfall die Möglichkeit hat, einen Brand über Leitern zu bekämpfen. Auch die altertümliche Elektrik im Haus musste komplett erneuert werden.

Im ehemaligen Refektorium im Erdgeschoss, dem früheren Speisesaal der Mönche, stehen bereits Biertischgarnituren bereit. Hier – neben der aus Klosterzeiten vorhandenen Gemeinschaftsküche – werden die Flüchtlinge später essen. Im Obergeschoss wurden elf Zimmer – die meisten ehemalige Schlafräume der früheren Kapuzinermönche – ausgebaut. Es fehlt nur noch der Vinylbelag, der den alten bereits entfernten PVC-Boden ersetzt. Je nach Größe sollen manche Zimmer doppelt belegt werden. „Es können 16 bis 17 Menschen hier gut leben“, sagt Hix. Die Sanitärräume sind hell und modern. Auch eine Waschküche mit Waschmaschine und Trockner wird eingerichtet.

Insgesamt schätzt Hix die Kosten für die reinen Umbauarbeiten – es sind ausschließlich regionale Firmen beteiligt – auf rund 100.000 Euro. Bis zu 40.000 Euro könnten noch für andere Arbeiten und nötige Anschaffungen hinzukommen. Hix zeigt beim Rundgang in Nebenbemerkungen, wie nahe ihm auch persönlich die Flüchtlingsschicksale gehen, die jeden Tag die Nachrichten beherrschen. „Ich finde es sehr anerkennenswert, dass sich das Bistum hier engagiert“, sagt er. „Das ist wirklich christlich.“

Lob hat er auch für die in der Klosteranlage fleißig tätige Gartengruppe. „Die sind immer hilfsbereit und kümmern sich sehr“, sagt Hix. Um den nach dem Sonnengesang des Franz von Assisi angelegten Garten zu schützen, wird ein Zaun gestellt. Ob später einmal Flüchtlinge in der Anlage mitarbeiten wollen, wird sich zeigen.

Der katholische Pfarrer Alexander Vogl ist vor Ort das Bindeglied zwischen Bistum als Hausherr auf der einen und dem Landkreis als Mieter der Unterkunft auf der anderen Seite. Er ist überzeugt, dass die Flüchtlinge von den Dieburgern gut aufgenommen werden. „Wir haben in unserer Stadt eine sehr positive Willkommenskultur“, so der Geistliche.

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