Wissenschaftsminister Boris Rhein besucht Mediencampus

Virtuelles zum Anfassen

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Gleich selbst einmal zu den Hebeln des Mischpults griff Minister Boris Rhein in einem der Tonstudios. Begleitet wurde er bei seinem Besuch am Mediencampus Dieburg von CDU-Generalsekretär Manfred Pentz

Dieburg - Fit für alle medialen Bereiche werden die Studenten am Mediencampus der Hochschule Darmstadt in Dieburg gemacht. Über 3 000 Studierende nehmen derzeit das Studienangebot an den Fachbereichen Media und Wirtschaft in Dieburg wahr. Von Laura Hombach 

Ein Lehrangebot, von dem sich auch der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) bei einer Stippvisite am Montag beeindruckt zeigte. Als Raumschiff kam bei der Präsentation zu Beginn des Besucherprogramms der Mediencampus auf die Bühne der Hochschul-Aula geschwebt. Zwar nur als Projektion, doch durchaus sinnbildlich für die zukunftsweisenden Studiengänge, die in Dieburg gelehrt werden. Neun Fächer werden derzeit im Bereich Media angeboten, die Einführung weiterer ist geplant. So etwa der Masterstudiengang „International Media Cultural Work“, der ab dem Wintersemester 2016/17 seinen Einzug halten soll (siehe Kasten). Der Fachbereich Wirtschaft bietet weitere vier Studienangebote.

Einen Überblick über den Mediencampus, das vielfältige Lehr-Angebot des Bereichs Media und die Pläne für die Zukunft gab Prodekanin Claudia Söller-Eckert Minister Rhein in einer knappen Präsentation. Viele Fakten, die beim anschließenden Rundgang mit anschaulichem (Er-)Leben gefüllt werden sollten. Doch zunächst hatte der Dekan des Dieburger Mediencampus, Wilhelm Weber, eine kleine Überraschung für den Minister und den mit ihm angereisten Generalsekretär der CDU Hessen, Manfred Pentz, vorbereitet. Zusammen mit dem Produzenten von Xavier Naidoo, Martin Haas, der zugleich auch Dozent am Dieburger Standort ist, hatte er das Logo der Hochschule Darmstadt h_da unter Verwendung der gleichnamigen Noten zu einer Hymne vertont. Die eher klassische Version, die der Minister zu hören bekam, solle künftig von den Studierenden je nach Anlass in alle möglichen Musikstile umgewandelt werden, so Weber.

Für den Minister, der sich bereits beim Begrüßungssekt mit Weber und dem Präsidenten der Hochschule Darmstadt, Ralph Stengler, positiv über die (von ihm so nicht erwartete) Größe des Standorts, die zahlreichen Kooperationen und Veranstaltungsangebote der Hochschule geäußert hatte, ein erster Vorgeschmack auf all die kreativen Ideen, die ihm im Laufe des rund zweistündigen Besuchs noch begegnen sollten.

Hände hoch hieß es für Wissenschaftsminister Boris Rhein bei seinem Besuch auf dem Mediencampus Dieburg. Dadurch sollte ihn eine Kamera für eine interaktive Klanginstallation registrieren.

Beim Rundgang durch die Labore, Studios, Show-Rooms, das Kino und andere Lehrsäle hieß es für Rhein indes nicht nur zu schauen und zuzuhören, auch aktives Mit-machen verlangten die Studierenden, die dem Minister ihre Projekte präsentierten, ab. Das war auch bei der ersten Station des Rundgangs durch die verzweigten Flure des Mediencampus der Fall. Studenten hatten mittels einer Klanginstallation ein Gemälde akustisch erlebbar gemacht. Der Betrachter kann mittels seines Standpunkts vor dem Bild die auf dem Gemälde abgebildeten Situationen zum Klingen bringen. Die direkte Erfahrung dieses interaktiven Erlebnisses blieb dem Minister indes verwehrt. Trotz redlicher Bemühungen wollte die Kamera den vor ihr die Arme in die Luft streckenden und sich hin und her wiegenden Minister nicht registrieren. Doch was ihm die Studierenden hier präsentierten, beeindruckte Rhein deshalb nicht weniger.

Erfolgreicher im Mitmachen war der Minister indes beim Betrachten eines 3-D-Musikvideos oder bei eines über Kopfbewegungen gesteuerten 3-D-Spiels. Auch bei einem fiktionalen Spiegel für den Gesundheitszustand des Nutzers funktionierte das Zusammenspiel zwischen digitaler Technik und Minister. Ist der Nutzer in einem guten Gesundheitszustand, so tummeln sich fischähnliche Lichtpunkte bunt und munter an der Wand. Ist der Nutzer schlapp und hängt nur träge rum, zeigt der virtuelle Spiegel das nicht nur mit Farb- und Bewegungsverlust an, sondern er soll den Nutzer etwa durch eine Bewegung der Lichtpunkte hin zu den Joggingschuhen zum Sportmachen animieren. Minister Rhein, der sich beim Gang durch die Gänge und Agieren vor der Kamera der interaktiven Gemälde-Klanginstallation ja schon tüchtig bewegt hatte, wurde vom virtuellen Gesundheitswächter indes zum Trinken eines Glas Wassers aufgefordert.

Ideen für die Semesterferien

97 Prozent der Absolventen bekämen nach dem Studienabschluss einen Job, erklärte Dekan Weber auf Nachfrage des Ministers, der sich zum wiederholten Mal beeindruckt zeigte. Rhein beteuerte im Verlauf seines Besuchs mehrfach, ein Fan von Fachhochschulen zu sein und betonte den volkswirtschaftlichen Nutzen der von den an der h_da erdachten Innovationen ausgehe. Das, was an der h_da geleistet werde, sei eine gute Begründung für die Forderung, ein Promotionsrecht für Fachhochschulen zu schaffen, erklärte der Minister. „Ich bin sehr beeindruckt von der Leistungsfähigkeit und der Vielfalt, die hier geboten wird“, bilanzierte Rhein am Ende seines Besuchs. Ein trockenes Resümee, das er anschließend – vielleicht unter Einfluss der eindrücklichen Präsentationen, die er erleben dürfte – gleich noch etwas anschaulicher formulierte: „Das ist ein Bereich, den man auf die Straße stellen kann und der mit Hochgeschwindigkeit Fahrt aufnimmt.“

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