Woche der Wiederbelebung: St. Rochus Krankenhaus aktiv dabei

Prüfen, rufen, drücken: Das kann Leben retten

Dieburg - „Ein plötzlicher Herzstillstand kann jeden treffen. Deshalb sollte auch jeder in der Lage sein, im Notfall einfache und lebensrettende Sofortmaßnahmen zu ergreifen“, sagt Dr. Arno Depta, Ärztlicher Direktor des St. Rochus Krankenhaus. Von Lisa Hager

Am Übungsobjekt „Anne“ zeigen Pflegekraft Wiebke Stach und Oberarzt Dr. Dierk Volz von der Intensivstation des St. Rochus Krankenhauses, wie es geht. Sie laden alle Interessierten zu Wiederbelebungsaktionen auf den Marktplatz und zu Schulungen ins Schloss Fechenbach ein.

Lebensrettende Erste Hilfe Maßnahmen sollten deshalb nicht erst ins Bewusstsein rücken oder zum Thema werden, wenn die Notsituation da ist oder war. Da der letzte Erste-Hilfe-Kurs in der Regel schon länger zurück liegt, sei es wichtig, das Reanimationswissen aufzufrischen und für den Notfall gewappnet zu sein, meint der Mediziner. Dass Wiederbelebung viel einfacher ist als vor Jahrzehnten in den Erste-Hilfe-Kursen gelernt, weiß Oberarzt Dr. Dierk Volz. Denn: Auf die Mund-zu-Mund-Beatmung kann verzichtet werden. „Und“, so ergänzt er, „man kann nichts falsch machen - außer, man tut nichts.“

Zur bundesweiten Woche der Wiederbelebung vom 19 bis 26. September bietet das St. Rochus Krankenhaus in Dieburg verschiedene Aktionen an, um möglichst vielen Menschen Mut zu machen, im Notfall schnell und effektiv zu helfen. Gemeinsam mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) initiiert das Krankenhaus eine öffentliche Schulungs- und Informationsveranstaltung im Schloss Fechenbach. Sie läuft am Samstag, 26. September. Und mit Unterstützung von Bürgermeister Dr. Werner Thomas gibt es zuvor einen Aktionstag am Donnerstag, 24. September, mitten auf dem Marktplatz. Beide Veranstaltungen laufen unter dem Motto „Ein Leben retten. 100 Pro Reanimation“. Am 24. September informiert das St. Rochus Krankenhaus zwischen 15 und 18 Uhr auf dem Marktplatz alle interessierten Passanten über Reanimationsmaßnahmen und gibt kostenfreie „Hands-on“-Schulungen. Der Bürgermeister wird am Stand ebenfalls präsent sein. Das DRK in Dieburg wird mit einem Informationsstand dabei sein und in einem Rettungswagen die weitere medizinische Versorgung demonstrieren.

Erste Hilfe bei Herzinfarkt

Mit dem Reanimationstraining für Jung und Alt will das Krankenhaus ein Zeichen setzen. „Wiederbelegung ist einfach. Jeder kann ein Leben retten“, sagt Dr. Volz. „Ziel der Aktionen ist es, die Angst zu nehmen und möglichst vielen Menschen zu zeigen, dass ein Leben zu retten, wirklich ganz einfach ist“, so Wiebke Stach, Pflegekraft in der Intensivstation des St. Rochus. Das Motto „Prüfen, rufen, drücken“ zeigt auf ganz einfache Weise, wie es geht: Zuerst muss man den Puls prüfen. Wenn kein Puls zu spüren ist, sofort den Notarzt rufen und mit der Herzmassage beginnen. Und mit Musik geht selbst Reanimation leichter: Mit dem Takt des Bee Gees-Songs „Staying alive“ im Kopf, erreiche man die nötigen 100 Druckmassagen des Brustkorbes pro Minute, erklärt Volz.

Das Thema Wiederbelebung ist für ihn und seine Kollegen eine „Herzensangelegenheit“, wie sie übereinstimmend sagen. Denn sie sehen in ihrem Alltag, welche Konsequenzen es hat, wenn das Hirn zu lange mit Blut unterversorgt ist – das ist die Folge von Herzstillstand. Im schlimmsten Fall endet dies für die Betroffenen im Wach-Koma. Und so sagen die Drei: „Wenn unsere Aktionen nur einem Menschen das Leben rettet, dann haben sie sich schon gelohnt.“

Rubriklistenbild: © Hager

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