Gefühle von Misstrauen

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Ahmadiyyas laden zum Empfang und sprechen über ihre aktuellen Bedenken nach den terroristischen Gräueltaten. Sie übten sich beim Empfang der Ahmadiyya-Gemeinde in Eppertshausens Bürgerhalle im aufeinander Zugehen (von links): Imam Ahsan Faheem Bhatti, Talmitz Butt, Moderator der Veranstaltung, und Pfarrer Johannes Opfermann.

Eppertshausen - Möge im kommenden Jahr durch die Gnade Gottes Vernunft über Wahn und Fanatismus siegen und Liebe und Barmherzigkeit die Oberhand behalten über Hass und Unduldsamkeit“. Von Peter Panknin 

„Die Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde lud mit diesem Text zum Gästeempfang in die Bürgerhalle. Angesichts der terroristischen Anschläge in den vergangenen Wochen, die muslimischen Extremisten zugeschrieben werden, ein Wunsch, der nachdenken lässt. Die Ahmadiyya Muslim Jamaat Gemeinde (AMJ) hat in Deutschland etwa 35.000 Mitglieder und ist damit eine der größten Gemeinden unter den organisierten Muslimen hierzulande. Seit 2013 ist sie die erste islamische Körperschaft des Öffentlichen Rechts und damit den großen Kirchen in Deutschland rechtlich gleichgestellt. Im gleichen Jahr wurde der bekenntnisorientierte Islamunterricht an Grundschulen in Partnerschaft mit dem Land Hessen aufgenommen. Ebenfalls in Hessen (Riedstadt) ist das erste bundesweite „Institut für islamische Theologie“ zur Ausbildung von Imamen tätig. Bundesweit ist die AMJ Teilnehmerin bei der vom Innenministerium einberufenen Deutschen Islam Konferenz.

In Eppertshausen und Münster gibt es diese Gemeinde seit Anfang der 90er Jahre und sie umfasst heute mehr als 185 Mitglieder, deren Gebetszentrum sich in Münster befindet. Auch lokal sind die Gemeindemitglieder engagiert tätig. In der Vergangenheit haben sie durch Aktivitäten wie das Beseitigen von Silvestermüll in den Straßen von Eppertshausen und durch eine Ausstellung über den Islam auf sich aufmerksam gemacht. Neueste Aktivität der AMJ im lokalen Bereich ist die Beteiligung in dem vom Bürgermeister Münsters, Gerald Frank, einberufenen „Arbeitskreis Flüchtlinge“. Der hat sich zur Aufgabe gemacht, „den Flüchtlingen ihren Start in Deutschland und speziell hier in Münster zu erleichtern“. Mit dabei sind auch Vertreter der christlichen Gemeinden.

Nach Begrüßung und einer Rezitation aus dem Koran richtete Pfarrer Johannes Opfermann von der evangelischen Gemeinde Eppertshausen einige Worte an die Gäste und betonte, dass das aufeinander Zugehen im Sinne von „einen gegenseitigen Respekt zu erzielen und zu bewahren“ sehr wichtig sei. Denn: „Jeder Mensch ist ein Kind Gottes, egal, was er glaubt oder nicht glaubt.“ Im täglichen Leben ist das wohl nicht immer ganz leicht, denn darauf angesprochen, wie die Mitglieder der AMJ sich denn heute, nach den Anschlägen durch islamische Terroristen, fühlen, hieß es: „Angst haben wir keine, aber es ist schon ein ungutes Gefühl, von Mitmenschen an der Kasse im Supermarkt ganz offensichtlich misstrauisch betrachtet zu werden.“ Andere Gemeindemitglieder sagen: „Es ist schwierig, auf meine Mitmenschen zuzugehen mit dem Anliegen, über den Koran und den Islam informieren zu wollen.“ Sehr oft komme die Reaktion, „ich will nicht bekehrt werden“, obwohl doch nur die Information im Vordergrund stehe.

Quelle: op-online.de

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