Bäckerei ist Familienbetrieb

Beckmanns Berufung: Backwerk

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Hilft schon tüchtig mit: Gina, hier mit Mama Corinna Beckmann-Ohl, will den Betrieb einmal in sechster Generation übernehmen.

Eppertshausen - Brötchen, Brot und süßes Backwerk gibt es heute in jedem Discounter. Wer auf Frische, Geschmack und Qualität achtet, geht zum Bäcker seines Vertrauens. In der Bäckerei Beckmann hat solides Handwerk, hervorragender Geschmack und 1a-Qualität Tradition. Von Ursula Friedrich 

Und dies seit mindestens fünf Generationen. „Schon unser Vorfahr Michel Weber hat um 1750 in Eppertshausen gebacken“, erzählt Ulrike Beckmann, die mit ihrer Schwester Corinna Beckmann-Ohl den Betrieb auf der Hauptstraße leitet. „In erster Linie war er wohl noch Landwirt“, so die gelernte Meisterin.

Die Leidenschaft fürs Backen hat er weitervererbt. Adam und Sophia Beckmann gründeten 1875 die Bäckerei, die heute, 140 Jahre später, in fünfter Generation noch mit genauso viel Leidenschaft geführt wird.

Konservierungsstoffe, in Asien produzierte Teig-Rohlinge oder Geschmacksverstärker – in der Backstube von Ulrike Beckmann ist das Tabu. Hier, in ihrer Domäne, wird ab 4 Uhr morgens geschafft. „Jedes Croissant, jedes Kaffeestückchen wird bei uns von Hand gemacht“, erklärt sie. Vom Vater, Seniorchef Peter Beckmann, hat sie viele weiterentwickelte Rezepte übernommen. Beckmann-Klassiker sind bei den Kunden heiß begehrt. Etwa für das ausgehobene Sauerteigbrot „Landbäckerkruste“, der Holzbacher Bauernfladen, das Roggenbrot aus Schwarzbier oder die Nussecken nehmen die Fans auch längere Anfahrtswege in Kauf.

Berufswunsch schon seit Kindestagen

Schon als kleine Mädchen haben Ulrike und Corinna gewusst, wo ihr Spezialgebiet im Betrieb liegt. Dass sie einmal einen anderen Beruf ergreifen würden, kam nie in Frage. Corinna ist Chefin am Tresen. Die gelernte Bäckereifachverkäuferin pendelt auch in die Filialen in zwei Baumärkten. Die tüchtigen Schwestern haben vor elf Jahren begonnen zu expandieren (Rödermark), zuletzt vor fünf Jahren gen Offenbach. In Urberach wird ein Café mit 60 Sitzplätzen betrieben und auch heißes Mittagessen serviert.

17 Mitarbeiter umfasst das Beckmann-Team inzwischen. Findet sich ein junger Mensch, den die Leidenschaft zu diesem Handwerk packt, kann er hier eine Ausbildung machen. Allerdings gestaltet sich die Suche nach passenden Lehrlingen nicht immer einfach.

Für Ulrike Beckmann ist es völlig normal, dass der Wecker um 3 Uhr morgens schrillt. Auch ihre Nichte Gina ist von der Arbeit im Traditionsunternehmen begeistert. Die Zehnjährige, die die Kirschtaschen ihrer Tante liebt, möchte Bäckereiverkäuferin werden. Der kleine Bruder Tim liebäugelte zunächst mit Papas Beruf, der Elektriker ist, zieht derzeit aber Mamas Beruf vor: „Ich werde auch Bäckereiverkäuferin!“

Womit bewiesen wäre, dass die Liebe zum Handwerk in den Genen stecken muss. Für Corinna und Ulrike Beckmann ohnehin eine Selbstverständlichkeit: „Wir sind mit unserer Bäckerei aufgewachsen und haben schon immer mitgeholfen. Wir wollten nie etwas anderes machen – das ist unser Lebenswerk.“ Und dies soll so bleiben.

Quelle: op-online.de

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