Vor allem Kinder sind begeistert

Wehr löscht auf Blaulichttag Feuer auf Klo mit Bravour

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Das „Brandopfer“ wird leicht verrußt und unter hundertfacher Beobachtung aus der brennenden Toilette geborgen.

Eppertshausen - Zu seinem zweiten Blaulichttag fuhr die Freiwillige Feuerwehr am Sonntag nicht mit ihren kompletten Fahrzeugpark, sondern auch ein geballtes Programm vor den Bürgerhalle am Codigoroplatz auf. Von Thomas Meier

Belohnt wurden die Mühen vom Besuch hunderter Schaulustiger, die sich kurz vor dem Ferienende und bei mäßigen Temperaturen nochmals bestens unterhalten fühlen durften. Neben dem rot der Feuerwehrautos glänzten auch schicke Karossen in grau-blau und mit der Aufschrift Polizei. Vor allem das Einsatz-Motorrad war ein Hingucker für die Zweiradfans und ein „Draufleger“ für die Kinder, die sich gern auch mal liegend auf den Sattel begaben. Den Beamten machte es nichts, sie freuten sich über den Besuch und die vielen Fragen. Außerdem warteten die Ordnungshüter auch mit einer großen Fahrradcodierungsaktion auf, zu der sich im Vorfeld zahlreiche Interessierte mit ihren Velos angemeldet hatten.

Die Feuerwehr aus Babenhausen unterstützte den Blaulichttag mit der Ausstellung ihres Hubrettungsfahrzeuges und ein älteres Feuerwehr-Schnauferl aus DDR-Zeiten zog zahlreiche Blicke auf sich.

Doch vor allem durften die jüngsten Besucher jubilieren, hatten die Veranstalter für die Kinder doch einen Extra-Fuhrpark aufgefahren. Der Mini-Löschzug der Feuerwehr Eschwege war angereist. In stundenlanger Arbeit erbauten mehrere nordhessische Brandlöscher den Löschzug ihrer Feuerwehr im Maßstab 1:3 nach. Der Mini-Löschzug besteht inzwischen aus einem Gruppen-Tanklöschfahrzeug, einer Drehleiter, einem weiteren Tanklöschfahrzeug, einer Feuerwache sowie einem Brandhaus. Klar, dass die kleinen Besucher in Eppertshausen sofort den Eschweger Wehrpark okkupierten.

Das Spektakel, das den etwas älteren technikaffinen Buben, den Papas, gefiel, begann am Nachmittag vor dem Ausstellungsplatz. Und wehr aufmerksam war, bemerkte den Beginn der Schauübung der Freiwilligen Wehr Eppertshausens auch schon einige Minuten für dem einsetzenden Tatütata: Aus der nahen Toilettenanlage drangen plötzlich zunächst weiße, dann schnell dunkelgraue Rauchschwaden, die Bedrohliches aus dem Klo kündeten.

Bilder: Zweiter Blaulichttag in Eppertshausen

Bürgermeister Carsten Helfmann, seines Zeichens Hauptlöschmeister der Freiwilligen Feuerwehr Eppertshausen, der er seit 1986 angehört und in der er seit 1991 im Einsatz ist, moderierte gekonnt das Übungsgeschehen. Unterhaltsam vermittelte er, wie sich ein Einsatz nach Alarmierung abspielt, dabei gar das Publikum einbeziehend. So mussten ihm Zuschauer soufflieren, welche Telefonnummer man beispielsweise nach Entdecken eines Brandes wählt. Der erste gefragte Knabe lag mit „107“ noch schlimm daneben, doch schon der nächste wusste: unter 112 wird geholfen. Was muss gemeldet werden? Es brennt. Wo? Auf’m Klo... Helfmann wusste die Lacher auf seiner Seite.

Derweil bekämpften viele der derzeit 40 Aktiven der Einsatzabteilung demonstrativ den Toilettenbrand, retteten unter Atemschutz zwei Dummies, spülten nach und lüfteten den Gestank hernach mit einem mitgeführten Enträucherungsventilator. Klar, dass dieses Spektakel nicht nur von den zwölf Nachwuchskräften der Jugendfeuerwehr und dem Dutzend aus der Kinderwehr beklatscht wurde. Alle Zuschauer waren voll des Lobes.

Quelle: op-online.de

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