Dennis Grimm kommt dreimal ins Finale

Stacker-WM: Pyramiden in Montreal gestapelt

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Dennis Grimm ist mit vielen Eindrücken und Erfolgen zurück von Stacker-WM aus Montreal.

Eppertshausen - Dennis Grimm, dreifacher Vizeweltmeister im fixen Hochstapeln bunter Plastikbecher, konnte bei der Weltmeisterschaft im Sport Stacking in Montreal zwar nicht ganz an seine Erfolge der Vorjahre anknüpfen, aber ist dennoch völlig begeistert von seinem Ausflug in die kanadische Staplerwelt. Von Thomas Meier

Die Deutsche Nationalmannschaft im Sport Stacking holte im Medaillenspiegel nach den USA und vor Kanada den zweiten Platz. Dennis Grimm schaffte es immerhin dreimal ins Einzelfinale. Und er fühlt sich als Gewinner, denn was er in Québecs Millionenstadt erleben durfte, ist für ihn wichtiger als eine weitere Medaille zu einem Stapler-Erfolg. Untergebracht im 19. Stockwerk des Sheraton Le Centre Montreal Hotels fühlte sich der Eppertshäuser gleich super: „Ein toller Ausblick auf die Metropole“, schwärmt er. Die gesamte 58-köpfige deutsche Mannschaft (nur die Amerikaner stellten mit 61 Teilnehmern ein noch größeres Team) war im Wolkenkratzer untergebracht.

Die acht Tage vergingen für den heimischen Stapler, der vom Nationaltrainer mit einigen weiteren Recken seines Zuffenhausener Sportstacker-Teams nominiert worden war, wie im Fluge. „Die Organisation des Turniers war hervorragend“, sagt Grimm. Doch bis es galt, sich mit der Weltelite im „Bechern“ zu messen, wollten die ersten sechs Tage mit Training bewältigt werden. Zweimal am Tag für mehrere Stunden wurden die Pyramiden in Windeseile auf- und abgebaut, wurde in den unterschiedlichen Disziplinen geübt. Dennoch gab es für das deutsche Team im Alter von fünf bis weit über 70 Jahre einiges zu sehen. Grimm etwa besuchte das Olympiastadion in Montreal, einige Shopping-Malls und erlebte die riesige Innenstadt, „in die Frankfurt ein paar Mal hinein passt“.

Wenig geschlafen, viel erreicht

Doch bremste den entdeckungsfreudigen Stacker die Trainingsdisziplin. „Ich hab nicht gerade viel geschlafen“, sagt der Stapler, der über eine ehemalige Sport-AG in der Münsterer Aue-Schule zu seiner Passion fand. Er flog von Frankfurt aus mit einem großen Teil der Nationalmannschaft los, darunter auch viele Bekannte aus dem Butzbacher Team, das vor einigen Jahren eine Weltmeisterschaft ausrichtete. „Wir waren ein tolles Gespann auf einem fantastischen Turnier und haben ein sehr gutes Gesamtergebnis eingefahren“, sagt Grimm strahlend.

Er selbst war allerdings nicht nur vom Jetlag gebeutelt, sondern auch von einer leichten, aber für einen Sport Stacker überaus nervigen Wunde an einem Finger der linken Hand. Trotz dieses Handicaps und Medikamenteneinnahme erreichte der Schnellstabler dreimal das Einzelfinale, holte einen vierten, einen sechsten und einen siebten Platz. „Die Zeit war nicht das Problem“, sagt der Mann, der im Training fixere Ergebnisse erzielen kann. Die mentale Einstellung und die Aufstellung passten wohl nicht perfekt in den Disziplinen, in denen nur Millisekunden zwischen Sieg und Niederlage liegen.

Die irrsten wahren Geschichten der Welt

Nach der WM ist vor der WM. Und die kommende steigt vom 1. bis 3. April in Speichersdorf, einer Gemeinde im Landkreis Bayreuth. Bis dahin will sich der Eppertshäuser Stacker noch auf einigen Turnieren auf Landes- und Bundesebene beweisen, auf dass er auch zur nächsten Weltmeisterschaft nominiert werden wird. Dass dem nicht so sein könnte, steht für den optimistischen Sportler nicht zur Debatte. Er ist sich seiner Stapelkunst sicher. Und nach dem Artikel in der OP vor der WM in Montreal meldeten sich auch einige Firmen wegen eines möglichen Sponsorings bei ihm. Mit einem Betrieb aus Seligenstadt steht er in engem Kontakt.

Übrigens: Wer sich vom Hochleistungs-Becherstapeln mal live überzeugen lassen möchte, kann unter der E-Mail-Adresse dg.ofc@gmx.de Kontakt mit Dennis Grimm aufnehmen. Er lässt sich gern für halbstündige Auftritte zu Vereins- oder Firmenfeiern gegen eine kleine Gage buchen.

Quelle: op-online.de

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