In der Schulstraße scheint das Schlimmste überstanden zu sein

Nach fehlerhafter Verlegung: Endlich sitzen die Pflastersteine

+
Von Staub bis zu Matsch haben die Anwohner der Schulstraße in den vergangenen 16 Monaten viel über sich ergehen lassen. Jetzt nähert sich das Ende der Bauphase.

Eppertshausen - Für die Anwohner, aber auch für Bürgermeister Carsten Helfmann gibt es ein Licht am Ende des Baustellen-Tunnels: Die jüngste Abnahme in der Schulstraße verlief positiv. Von Corinna Hiss 

„Eigentlich traue ich mich schon gar nicht mehr, einen Termin laut auszusprechen“, sagte Rathauschef Carsten Helfmann bei einer Bürgerversammlung. „Denn der wird mir später wieder um die Ohren gehauen.“ Wenn es um das Thema Schulstraße geht, weiß er mittlerweile, dass Baupläne so schnell wieder umgekrempelt werden können, wie sie erstellt wurden. Nun soll die Sanierung, die Rathaus und Anwohner bereits seit über 16 Monaten in Beschlag nimmt, wohl aber bald ein Ende haben – und diesmal wirklich. Dabei ging bei dem Projekt, das ursprünglich mit 660.000 Euro in den Haushalt für 2014 eingeplant war, bereits fehlerhaft los. Statt im Mai rollten die Bagger erst einen Monat später, statt bis Ende des Jahres fertig zu sein, wurde Mitte Februar 2015 angepeilt. Dann kam der nächste Schlag: Die Kanalerneuerung sollte teuerer werden als geplant. Grund dafür war unter anderem, dass die zum Teil nicht unterkellerten Gebäude in ihrer Standhaftigkeit gefährdet waren. Nachgutachten und verstärkte Sicherheitsmaßnahmen waren also notwendig.

Anfang des Jahres prognostizierte Jürgen Geist vom Fachbereich 3 der Verwaltung, Hochbau, Bau- und Grundstücksordnung sowie Räumliche Planungs- und Entwicklungsmaßnahmen ein Sanierungsende für Mai. Schnell wurde dieser Termin auf Mitte August verlängert, dann auf Oktober. Auch der Kerbumzug musste einen anderen Weg durch die Gassen finden – und das bereits zum zweiten Mal.

Um die Gullideckel fehlen in der Schulstraße noch die Formsteine.

Was für die Anwohner der ältesten Straße Eppertshausens ärgerlich ist, bereitet natürlich auch der Gemeindeverwaltung Kopfzerbrechen. „Viele Bauprojekte aus dem vergangenen Jahr lagen im Zeit- und Budgetplan, aber hier passiert alles, was nur passieren kann“, sagte Helfmann. Größtes Problem dabei: Das von der Gemeinde beauftragte Bauunternehmen hatte seinerseits ein Subunternehmen engagiert, dass jedoch fehlerhaft an die Arbeit ging. Atmeten die Anwohner bereits auf, als endlich die Pflastersteine verlegt wurden, kam alsbald die Enttäuschung. „Viele von ihnen wurden falsch geschnitten und mussten wieder entfernt werden“, berichtete der Bürgermeister. Besonders deutlich wurde das in den Kurven. Für den Rathauschef eine langwierige Angelegenheit. „Bei jeder Kleinigkeit muss neu verhandelt werden“, sagte er. Das einzig gute daran: Die häufigen Nachbesserungen gehen zu Lasten der Firma, nicht der Gemeinde.

Der Golf für Caddies: 40 Jahre VW Polo

Nachdem also die lang ersehnten Pflastersteine zum großen Teil wieder herausgenommen werden mussten, konnte Helfmann den Unmut der Anwohner gut verstehen. „Erst stehen sie bei Hitze monatelang im Staub, jetzt im Matsch.“ Die Abnahme diese Woche zeigte endlich ein Licht am Ende des Sanierungstunnels auf. „Alles ist soweit okay“, atmete auch Helfmann auf. Die Straße sei weitestgehend fertiggestellt, nur noch einige Restarbeiten wie das Verlegen von Formsteinen an den Gullideckeln müsse erledigt werden. Ebenso muss die Straße an die privaten Hauseingänge angepasst werden. Helfmann zeigte sich zuversichtlich, dass bis Ende des Jahres nun wirklich alles getan sei. „Wir haben viel dazugelernt“, sagte er.

Auch wenn dies ein großer Schritt in die richtige Richtung ist, bleibt die Schulstraße weiterhin gesperrt. Für die Anwohner allerdings kein Grund, ihr Auto stehen zu lassen. „Sie sind nicht mehr aufzuhalten“, sagte Helfmann – und kann es ihnen nicht verdenken.

Quelle: op-online.de

Kommentare