Bürgerinitiative gegen Durchgangsverkehr im Neubaugebiet

„BEGIDA“ für die Sackgasse

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Der Bubenstall wird derzeit am Wendehammer einzig mit einem beweglichen Pfosten vom geplanten Neubaugebiet Abteiwald getrennt. Noch ist alles Wiese. -

Eppertshausen - Eine "BEGIDA" hat sich in Eppertshausen formiert. Statt Islam und Ausländern geht es dieser Bürgerbewegung allerdings um den Durchgangsverkehr im  Neubaugebiet. Von Thomas Meier

Derweil am Montagabend rund 22 000 Menschen ein Anti-Pegida-Festival in Dresden besuchten, 10 000 Bürger in Frankfurt auf dem Römer gegen Rassismus mobil machten, wurde auf der Gemeindevertretersitzung bekannt, dass sich eine „BEGIDA“ in Eppertshausen formiert. Doch keine Bange: Weder Islam noch Ausländer sind Thema wohl auch eher überschaubarer Einwohnergruppe, die sich unter ihrem Akronym stark machen für „Bubenstaller Eppertshäuser gegen internen Duchgangs-Autoverkehr“.

Die Anlieger bekommen bald neue Nachbarn, denn die favorisierte Planvariante für ein neues Baugebiet „Am Abteiwald“ wurde am Montagabend in der Gemeindevertretung ohne Gegenstimmen auf den Weg gebracht. Noch stehen die letztendlichen Anbindungen an das Areal nördlich der Waldstraße, angrenzend an die Baugebiete Im Eichstumpf und Bayerswiese sowie die Sackgasse Bubenstall, nicht fest, doch soll nach dem Beschluss nun ein qualifizierter Bebauungsplan entwickelt werden.

Und eben deshalb zeigten einige Bubenstaller auch nun schon mal Flagge unterm griffigen Buchstabenkürzel BEGIDA. „Wir sagen Ja zum neuen Wohngebiet Am Abteiwald. Wir begrüßen ein Seniorenzentrum Am Abteiwald“, heißt es auf einem Flugblatt, das am Abend verteilt wurde. Ein knappes Dutzend Besucher aus dem betroffenen Gebiet verfolgte die Sitzung und stellte in der Bürgerstunde Fragen zum Planungsfortschritt. Günter Maier aus dem Bubenstall sagte: „Wir fordern Investitionsschutz für die Liegenschaften im Bubenstall wie sie uns in den 70er Jahren zugesagt wurde.“ Und unterstrich eine Hauptforderung von BEGIDA: „Der Bubenstall soll Sackgasse bleiben.“ Man sei gegen die Öffnung ihrer Straße als Zufahrt für das neue Wohngebiet.

Noch im Planungsstadium

Die Trennung des Bubenstalls zum Abteiwald-Gelände ist derzeit mit beweglichen Pfosten am Wendehammer markiert. Etwaige Anbindung an einen angrenzenden Straßenzug des neuen Baugebietes seien nicht nötig, befinden die Sackgässler. Sie führen die Waldstraße ins Feld, die als Sammelstraße angelegt und als Zufahrtstraße auch für den Abteiwald genutzt werden solle. Eine Zufahrt vom Abteiwald zum Baugebiet Failisch sei nicht zwingend notwendig, befanden die Kritiker, sie könne ebenfalls mit beweglichen Absperrpfosten versehen werden. „Die Werthaltigkeit der Grundstücke bleibt bei der Sackgassenlösung erhalten, die der neuen Grundstücke im Abteiwald mit Waldrandlage wird erhöht“, heißt es im Flugblatt.

Bürgermeister Carsten Helfmann machte deutlich, dass man für den Abteiwald noch im Planungsstadium sei. Alle Anregungen und Bedenken zum Planentwurf würden noch behandelt, über die Straßenführung werde man sich zu unterhalten haben. Noch vor der Sommerpause werde der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss sich des Projektes annehmen. „Wir versuchen, den Verkehr gerecht zu verteilen“, sagte Helfmann. Und zum Argument, ein Investitionsschutz für die Liegenschaften im Bubenstall sei in den 70er Jahren zugesagt worden, erklärte Helfmann (Jahrgang 1973), er werde schauen lassen, ob solcher Schutz wirklich vertraglich zugesichert worden sei.

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Quelle: op-online.de

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