TAV präsentiert nörgelnden Hausmeister

Begge und Giro zum Jubel

Ewig nörgelnder Hausmeister und gewitzter Italo-Eppertshausen-Mix: Begge Peder und Ciro Visone eröffneten das TAV-Jubiläums-Wochenende mit einer Comedy-Show in der Bürgerhalle.

Eppertshausen - Ein Pizzabäcker aus Eppertshausen mit Wurzeln in Bella Napoli und ein ewig nörgelnder Hausmeister mit Hut, Brille und prekärer Zahnsituation. Von Jens Dörr 

Mit diesen beiden Gestalten – Ciro Visone und Peter Beck alias Begge Peder – startete der TAV Eppertshausen am Freitagabend in der Bürgerhalle in sein 125-Jahre-Jubiläums-Wochenende, das sich am Samstag und Sonntag mit Jedermann-Olympiade, Live-Musik und Spielefest fortsetzte (Bericht folgt). 250 Zuschauer erlebten die beiden Komiker sowohl solo als auch gemeinsam auf der Bühne des großen Saals.

Allerdings hielt sich die Interaktion der zwei Witzbolde in Grenzen. Überwiegend präsentierten sich Ausschnitte aus ihren Soloprogrammen, die auch dann kaum geändert wurden, wenn der Scherzkollege mit auf den weltbedeutenden Brettern stand. So machten der italienisch-eppertshäuserisch plappernde Visone und der sich im Rheinhessischen bewegende Begge Peder im Wesentlichen und im Wechsel ihr eigenes Ding.

Visone, der mit seinen insgesamt 20 ausgearbeiteten Vorträgen nicht immer als Pizzabäcker auftritt, sondern wahlweise auch mal den Bauarbeiter oder Mafioso gibt, erzählte unter anderem von Anekdoten, die er bei seinem neuen „deutschen Hobby“ Stammtisch mitbekommen habe. Vom Mann, der in der Pause einer Gerichtsverhandlung die Frisur seiner Frau kritisiert, weil er noch unter Eid steht, bis hin zu „Goldmann“ und „Goldfrau“, die Goldene Hochzeit feiern, reichte das Repertoire. Zeitweise wollte ein Kind von seinem in Sachen Nationalität gemischten Elternpaar wissen, ob es Italiener oder Pole sei: „Ich muss doch wissen, ob ich das Auto runterhandeln oder klauen soll.“ Mit teils bösen Vorurteilen, die letztlich aber alle im Rahmen blieben, spielte Visone auch hinsichtlich der sexuellen Umtriebigkeit, die man gerade den italienischen Männern oft nachsagt.

Im Einkaufsstress

Begge Peder befand sich unterdessen im Einkaufsstress. Während sich Beck abseits der Bühne gern und oft und völlig zu Recht darüber aufregt, dass sich besonders im Raum Mainz mehr und mehr Fastnachter großzügig aus seinen Live- und TV-Vorträgen bedienen, spielte das in Eppertshausen keine Rolle. Stattdessen schilderte er seine verzweifelte Suche nach einem Leberkäs-Brötchen in der Innenstadt und erinnerte an Zeiten, in denen es bei Tchibo tatsächlich noch Kaffee statt Outdoor-Jacken („Was en Schwachsinn - Jagge sin für drauße!“) gab.

Über Arbeit sprach der Hausmeister Begge Peder derweil kaum - zumindest nicht über seine eigene. Stattdessen bewegte er sich deftig und dabei äußerst unterhaltsam in seiner Welt, die besonders viele Schoppen und kuriose Gestalten bestimmen. Vom „Wertstoff-Günter“ bei der Müllabfuhr über den Imbissbetreiber „Stinkbuden-Schorsch“ bis zur dicken „Marlis“ erstrecken sich Begge Peders Bekanntschaften. In Eppertshausen fand Begge Peder mit einer Ausnahme - er regte sich über eine geöffnete Tür auf, die statt frischer Luft eher einen dicken Schwall Wärme in die bis dato erträgliche Halle gelassen hatte - fast nichts zum Lästern, dürfte aber den ein oder anderen neuen Fan gefunden haben.

Quelle: op-online.de

Kommentare