Eppertshausen besiegelt bereits vor Mauerfall Freundschaft mit Weißbach

Vorreiter in deutscher Partnerschaft

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Mit der Unterschrift im Goldenen Buch der Gemeinde besiegelten die sächsischen Gäste ihre Freundschaft zu Eppertshausen. Auch das offizielle Freundschaftsdokument wurde erneut in einer kleinen Feierstunde unterzeichnet.

Eppertshausen - Vor 25 Jahren wurde aus zwei getrennten Staaten wieder ein gemeinsames Deutschland. Schon Monate zuvor, am 19. Dezember 1989, knüpften zwei Gemeinden des Landkreises Darmstadt-Dieburg zu Kommunen des DDR-Kreises Zwickau erste zarte Freundschaftsbande. Von Ursula Friedrich 

Eppertshausens Gemeindevorstand besiegelte die Idee einer Partnerschaft mit der DDR-Kommune Weißbach am 13. März 1990, die Gemeinde Otzberg wählte zeitgleich bei der Partnersuche die Nachbarkommune Langenbach aus. Nachdem die DDR-Gemeinden 1996 zu Langenweißbach fusionierten, ist aus dem partnerschaftlichen Quartett nun offiziell ein Trio geworden.

Um die über 25 Jahre erwachsene Freundschaft neu zu feiern, wurde das Jubiläum mit einem Festprogramm gewürdigt. Der Auftakt im Hotel Krone wurde zwar mit einigen Reden ausgeschmückt, gelang jedoch Dank vieler Anekdoten und gemeinsamer Erinnerungen sehr lebhaft. So etwa, als eine Weißbacher Delegation standesgemäß im Trabi nach Eppertshausen rollte. Und ein von der Gemeinde Eppertshausen gestifteter Unimog bei der Feuerwehr im Osten noch jahrelang seinen Dienst leistete. Das liebevoll „Adam“ getaufte Gefährt wurde nicht nur scheckheftgepflegt, sondern nach vielen Jahren treuer Dienste wieder nach Epperthausen in die alte Heimat entsendet. Die Freundschaft der Feuerwehren ist eine Säule der Partnerschaft. Doch auch die Kirchengemeinde und Vereine tragen die Beziehungen mit gegenseitigen Besuchen. Unvergessen sind die dramatischen Folgen eines Hochwassers, das 2002 im Kreis Zwickau wütete. Und eine große Welle der Hilfsbereitschaft in Eppertshausen zur Folge hatte.

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Bürgermeister Carsten Helfmann trug zu den vielen Erinnerungen mit einem eigenen Erlebnis bei. Seine erste Exkursion nach Weißbach 1991 wäre um ein Haar mit der Fahrt zum thüringischen Namensvetter Weißbach geendet. Auch fiel dem damaligen 18-Jährigen, „inzwischen im richtigen Weißbach angekommen“, sofort das Fehlen jeglicher Frauen ins Auge. Erst beim Abschied winkten die Weißbacherinnen aus den Fenstern. Vielleicht, und dies mag der heutige Langenweißbacher Bürgermeister Jens Wächtler mit seinen Amtskollegen Carsten Helfmann und Matthias Weber (Otzberg) zu späterer Stunde klären, taten die Weißbacher gut daran, ihre Frauen vor dem Charisma der Gäste aus dem Westen zu schützen. Inzwischen waren Mauern gefallen, Stacheldrähte entfernt, zwei deutsche Staaten wiedervereint. Und auch der Liebe keine physischen Hürden mehr gesetzt.

Quelle: op-online.de

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