Alex Ramien und seine Truppe

Auftritt in Motorradkugel bei Formel 1 in Singapur

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Eppertshäuser Stuntfahrer zeigen jetzt beim Formel-1-Zirkus in Singapur, was sie so alles in der stählernen Motorradkugel drauf haben (von links): Marko Simeonow, Luke und Alex Ramien vor ihrem Abflug.

Eppertshausen/Singapur - Im kleinsten Stadtstaat Südostasiens wird am Wochenende wieder mächtig Gas gegeben. Von Thomas Meier 

Doch nicht nur Sebastian Vettel, Nico Rosberg und Lewis Hamilton blasen Sprit in Singapurs Himmel, auch zwei Eppertshäuser Stuntfahrer drehen in ihrer Stahlkugel mit Crew spektakuläre Runden. Die Show „Globe Of Speed World Alex Ramien“ ist Bestandteil im Begleitprogramm der Formel 1. Alex Ramien ist stolz wie Bolle: Gemeinsam mit Marko Simeonow, Pawel Czaska und erstmals vor ganz großer Kulisse auch mit seinem zehnjährigen Sohn Luke gibt er Gummi mit den Größten des Planeten. Und vor einer Kulisse, die wohl seinesgleichen sucht. Die Truppe von Stuntfahrern in der großen Stahlkugel mit internationalen Namen „Globe Of Speed World Alex Ramien“ ist auserwählt worden, die „Theatrical and Circus Acts“ des Rennspektakels in Singapur zu bereichern. Ramiens Truppe gab gestern bereits ein erstes Stelldichein, tritt heute direkt in der Kurve vor der großen Showbühne zwischen Maroon 5 und Pharrell Williams auf, verkürzt die Zeit der Umbauten bis Bon Jovis Auftritt und wird zu sehen sein mit Captain Jack, den Champagne Showgirls und viel Samba Brasil.

Mit Alex Ramien in der Kugel – das konnte man bereits in Eppertshausen auf der Thomashütte erleben. Nun tourt er in Singapur.

„Das ich dies auf meine alten Tage nochmal erleben darf“, lacht Ramien. Der 39-jährige Münsterer und seit ein paar Jahren Wahl-Eppertshäuser hat in seinem Stunt- und Zirkusleben schon einiges gesehen. Auch im Schmelztiegel Singapur kennt er sich aus, war er doch dort mit einem Engagement in einem Vergnügungspark für mehrere Monate beheimatet: „Mein Sohn Luke feierte dort seinen ersten Geburtstag“, sagt er. Der Münsterer wollte nach seiner Mittleren Reife nicht so ganz die von seinen Eltern vorgesehene Lebens-Laufbahn einschlagen. Statt Alfred-Delp-Schule in Dieburg nebst Abi wählte er die Staatliche Fachschule für Ballett und Artistik in Berlin für seinen Weg. Dort versemmelte er zwar zunächst seine Aufnahmeprüfung, überzeugte jedoch den Leiter Gerd Krija und gelangte, weil kräftig von Statur, als Quereinsteiger ins Artistenfach. Bereits aus dieser Zeit kennt Alex Ramien Marko Simeonow, mit dem er noch heute seine Runden durch die Kugel dreht.

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Auch Pawel Czaska ist ein alter Kollege, gemeinsame Engagements beim Flic-Flac schmiedeten die Truppe zusammen. Nun also in Vierer-Konstellation mit der Motorradkugel auf dem Palong-Field-Stage. Auf dieses Motodrom blickt am Wochenende die gesamte Formel-1-Welt. Drei Auftritte gestern, heute zwei, morgen nochmals drei. Dafür war eine Menge Vorarbeit nötig. Bereits vor Wochen wurde die vier Tonnen schwere Stahlkugel nebst vier Motorrädern von Eppertshausen aus per Spedition auf den Weg gebracht. Verschifft in Antwerpen, wollte alles im Kurvenrund der Rennstrecke bis gestern auch wieder aufgebaut sein. Ramien, Sohn Luke und Simeonow starteten am Mittwoch mit dem Flieger von Frankfurt gen Fernost, Czaska reiste aus Warschau an. Und Luke hat außer seinem Motorradhelm auch noch jede Menge Schulbücher im Gepäck, denn seine Auszeit von der Schule will nachgelernt werden.

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Quelle: op-online.de

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