Pilotprojekt PerF der Agentur für Arbeit

Chance auf eine richtige Zukunft

Eppertshausen - Nach der schwierigen Reise nach Deutschland haben viele Flüchtlinge nur einen Wunsch: Sie wollen arbeiten. Damit der Start ins Berufsleben klappt, beginnt die Agentur für Arbeit in Darmstadt ein Pilotprojekt. Von Corinna Hiss 

Mit dabei sind auch zwei Asylbewerber aus Eppertshausen. Hassan und Noman können es kaum erwarten, die abschließenden Gespräche in der Agentur für Arbeit in Dieburg zu führen. Bereits am 2. November sind die beiden Flüchtlinge, die in der Gemeinschaftsunterkunft in der Hauptstraße 93 wohnen, Teil eines Pilotprojekts, dass die Arbeitsagentur Darmstadt erstmalig in die Wege geleitet hat. Insgesamt zwölf Wochen werden sie mit weiteren Asylbewerbern aus der Region fit für die Berufswelt gemacht.

Dass aus dem Osten des Landkreises, für den die Geschäftsstelle in Dieburg zuständig ist, gerade Hassan und Noman die Gelegenheit bekommen, am Projekt mitzumachen, hat einen einfachen Grund. „Wir haben mit allen Bürgermeistern Kontakt aufgenommen, doch Carsten Helfmann hat einfach am schnellsten reagiert“, sagt Bianka Hatalla, stellvertretende Teamleiterin der Arbeitsagentur in Dieburg auf Anfrage. Welcher Flüchtling für die zwei vorgesehenen Plätze allerdings infrage kommt, war gar nicht so leicht zu entscheiden. Dabei galt als wichtigstes Kriterium die Deutschkenntnisse. „Es ist notwendig, dass die Asylbewerber schon einiges verstehen“, sagt dazu Patrizia Rogg. Die ausgebildete Spanisch-Dolmetscherin engagiert sich in Eppertshausen mit vier weiteren Freiwilligen, indem sie Deutschkurse anbietet. Aus diesem Grund wurde sie von Helfmann für die Auswahl zu Rate gezogen. Bis schließlich Hassan und Noman gefunden wurden, verging einige Zeit. „Ein Kandidat, den wir ins Auge gefasst hatten, hat bereits selbst Arbeit gefunden“, erzählt sie. Ein anderer wollte hingegen erst seinen Schulabschluss machen.

PerF heißt das neue Pilotprojekt. Die Abkürzung steht für „Perspektiven für Flüchtlinge – Potenziale identifizieren, Integration ermöglichen“. Dabei gibt es erst vier Wochen lang Schulungen in Darmstadt, bei denen die Teilnehmer über den deutschen Arbeitsmarkt oder über berufliche Normen und Werte unterrichtet werden. Anschließend geht es sechs Wochen lang zum Praktikum in lokale Betriebe. Die letzten zwei Wochen finden Bewerbungstrainings statt.

Da das Projekt von der Agentur für Arbeit initiiert und vom Bildungsträger USS Darmstadt ausgeführt wird, fallen für die teilnehmenden Kommunen keine Kosten an, so auch für Eppertshausen. Für Hatalla ist diese Maßnahme nur ein weiterer notwendiger Schritt in der Arbeit mit Flüchtlingen. „Es kommen immer mehr, da ist es besser, ihre Kenntnisse zu fördern, als dass sie monatelang nichts zu tun haben“, so die Expertin. Momentan ist geplant, PerF ein gutes halbes Jahr durchzuführen. Jetzt im November beginnen die zwei Eppertshäuser Asylbewerber, sieben weitere Starttermine mit je zwei Kandidaten sind für die nächsten Monate angedacht. Wenn das Projekt Erfolg hat, kann es beliebig weiter ausgedehnt werden.

Noman aus Algerien lebt bereits seit zwei Jahren in Eppertshausen. Genauso wie sein 25-jähriger Freund Hassan ist er neugierig darauf, was ihn erwartet. Der Somalier ist zwar erst seit Anfang des Jahres in Eppertshausen, kann sich aber bereits recht gut verständigen. „Er ist ein eifriger Schüler“, bestätigt auch Rogg. Für Hassan ist die Sache klar: „Ich bekomme hier diese Chance und werde sie nutzen“, sagt er zuversichtlich.

Quelle: op-online.de

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