Projektwoche an der Mira-Lobe-Schule

Entdeckungen mit allen Sinnen

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Die Kinder des Pferdeprojekts beschäftigten sich mit dem „Glück der Erde“.

Eppertshausen - Mit dem Sprechen tun sie sich schwer. Beim Tanzen, Kochen, Backen, Gestalten und in weiteren Disziplinen dafür nicht: Hinter den Kindern der Mira-Lobe-Sprachheilschule in Eppertshausen liegen ereignisreiche Projekttage. Von Ursula Friedrich 

Sie wurden zu Landschaftsarchitekten und Insektenhotel-Besitzern, wandelten in der Schokoladen-AG auf süßesten Pfaden, arbeiteten mit echten Pferden oder malten einen Riesenregenbogen – mit den Füßen. „Spielräume, getreu diesem Motto durften sich unsere Schüler in neuen Zusammenhängen erproben“, sagte Schulleiterin Jutta Meier – zum Ausklang des Abschlusstags mit Eltern und Angehörigen leicht gezeichnet, doch stolz auf Team und Schülerschaft. Am letzten Projekttag ging es vom Unterricht nahtlos zur Feier eines bunten Präsentationsfests über, das sich quer durch Klassenräume, Schulhof, Aula und Sporthalle zog. Überall demonstrierten die 120 Schüler, die aus dem gesamten Landkreis Darmstadt-Dieburg täglich nach Eppertshausen ein- und auspendeln, die Resultate ihrer Projekte. Vier Tage lang durften sie sich jenseits des Klassensaals ausprobieren, ohne Noten- oder Erfolgsdruck.

Eine Vielzahl sehr attraktiver Projekte belegt das Engagement des Kollegiums, das auch von besonders engagierten Eltern unterstützt wurde. Reit-AG, Ballett- und Kochkurs, Lego-Kreis und natürlich jede Menge Bewegungsangebote von Zumba bis Hip-Hop standen auf dem Programm. Im Nu waren klassische Geschlechterrollen abgestreift. Junge Männer, die sonst mit dem Fußball verwachsen scheinen, ließen Hula-Hoop-Reifen auf den Hüften kreisen oder tanzten begeistert Zumba. Ein Höhepunkt für Ballettfreunde war die AG mit zwei „echten Ballettkünstlern“. Das Brüderpaar Filippi der Tanzschule aus Klein-Umstadt war auf den großen Erfolgsbühnen Europas zu Hause und begeisterte nun als Ausbilder in der Sprachheilschule.

Ein derart aufwändiges Unterfangen wie die Projektwoche mit Präsentationstag wurde erstmals am neuen Schulstandort in Eppertshausen auf die Beine gestellt. Alle vier Jahre steht es auf dem Programm, sodass die meisten Kinder einmal während ihrer Schulzeit teilnehmen. Ziel der Sprachheilschule ist es, Kinder so zu fördern und zu stabilisieren, damit sie die schulische Herausforderung in der Regelschule meistern. Je früher gefördert wird, desto erfolgreicher kann gearbeitet werden, sodass hier bereits zwei Vorschulklassen angeboten werden. Mit fünf Buslinien pendeln die Schüler des östlichen Landkreises täglich nach Eppertshausen ein.

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Eine starke Lobby haben sie im Förderverein für sprach- und hörbeeinträchtigte Kinder. Drei Projekte wurden vom Verein gesponsert und machten so die Vielfalt und Attraktivität der Projekte so erst möglich. Vielleicht wurde sogar mancher Berufswunsch gefestigt. Anne und Tobias belegten im Dauereinsatz Pizzaböden, die im mobilen Holzofen auf dem Schulhof knusprig buken. Die beiden Nachwuchsköche waren mit Feuereifer dabei. Lieblingsgericht aus ihrer Kartoffelküche: Chicken-Nuggets mit Pommes.

Quelle: op-online.de

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