Vereidigung von Helfmann mit einem bunten Reigen an launigen Lobreden

Des Dirigenten Lorbeer

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Mit dem Dirigentenstab die Trampolinturner des TAV auf ihren luftigen Weg gebracht: Carsten Helfmann.

Eppertshausen - In festlichem und zugleich schon etwas närrischem Rahmen ist Carsten Helfmann am Mittwochabend zum dritten Mal als Bürgermeister Eppertshausens vereidigt worden. Von Jens Dörr

Der Rathaus-Chef und 250 Gäste vernahmen in der teils bereits für die FVCA-Fastnachtssitzungen dekorierten Bürgerhalle einen Reigen verbaler Lorbeeren für den bereits seit zwölf Jahren ersten Mann in der 6191-Einwohner-Gemeinde.

Das formale Prozedere lief rasch ab: Die öffentliche Gemeindevertretersitzung des Abends, die zu Beginn des Festakts stand, sah als einzigen Tagesordnungspunkt die Amtseinführung Helfmanns vor, die in Rainer Eder ein christdemokratischer Parteifreund und als Vorsitzender der Gemeindevertretung auch ein politischer Begleiter im Arbeitsalltag übernahm. Während der offizielle Akt unaufgeregt und in wenigen Minuten über die Bühne ging, nahmen die folgenden Glückwunschreden diverser Ehrengäste und die Dankesrede Helfmanns großen Raum ein.

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Hatte sich der 41-Jährige vorab humorige Ansprachen gewünscht, so verliefen die meisten doch in gewohnten rhetorischen Bahnen. Hans-Joachim Larem, in der Gemeindevertretersitzung für den sozialdemokratischen Wettbewerber aktiv, sprach immerhin eine „Manie“ Helfmanns an: „Man sieht ihn nie ohne zwei Dinge: seine Kamera und den Taschenrechner.“ Habe sich der CDU-Mann auf einen Kostenrahmen versteift, sei er partout nicht mehr willens, von der ursprünglichen Kalkulation abzurücken. Gleichwohl zollte Larem auf faire Weise den lokalpolitisch wohl größtmöglichen Respekt: Dass die SPD Eppertshausen bei der Wahl im September keinen eigenen Kandidaten aufbot und dem mit fast 90 Prozent Zustimmung beglückten „Titelverteidiger“ kampflos das Feld überlassen habe, habe auch mit der starken Persönlichkeit Helfmanns selbst zu tun gehabt.

Manfred Pentz ist auch mit dabei

Manfred Pentz, Landtagsabgeordneter und Generalsekretär der CDU Hessen, erzählte, dass ihn just heute auf einer Sitzung in Wiesbaden jemand kurios angesprochen habe, als Pentz seinen Abendtermin verriet: „Eppertshausen? Das ist doch dort, wo die Bürgerhalle im Kostenrahmen geblieben ist ...“ Auch etliche weitere Redner sparten nicht mit Lob, priesen Helfmanns Fleiß, Bodenständigkeit, Erreichbarkeit, Fachkompetenz und Hartnäckigkeit.

Der alte und neue Bürgermeister, der im Falle der dritten Pflichterfüllung auf 18 Jahre als Lenker der Gemeinde in die Eppertshäuser Lokalgeschichte eingehen würde, dankte in seiner Rede nicht nur privaten und politischen Wegbegleitern, sondern auch „seiner“ Verwaltung. Er skizzierte die in seinen Augen insgesamt erfreulichen Lebensbedingungen in Eppertshausen mit seinen neuen Wohngebieten, der umfangreichen Kinderbetreuung und den 1150 Arbeitsplätzen besonders im gedeihenden Park 45. Gestiegene Einnahmen bei der Gewerbesteuer seien ebenso positiv hervorzuheben wie höhere Einnahmen durch den Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer. Hier profitiere Eppertshausen vom Bevölkerungswachstum. 2014 etwa kamen im Saldo 100 neue Bürger hinzu.

Helfmann verschwieg indes auch Herausforderungen wie die ausbaufähige Ärzteversorgung nicht. „Hier liegt unsere besondere Aufmerksamkeit und Anstrengung in den nächsten Wochen und Monaten“, schaute er voraus. Auch an dieser Aufgabe wird Helfmann weiter akribisch arbeiten und ein wenig auch dirigieren - so wie im Rahmenprogramm der Amtseinführung, als ihn die TAV-Turner auf die Bühne und vors Trampolin holten und ihn zu Walzerklängen den Taktstock schwingen ließen. Für Kurzweil sorgten auch die Eppertshäuser Gesangvereine Germania und Liederkranz-Frohsinn sowie das Mandolinenorchester des OWK.

Quelle: op-online.de

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