Festhalten an der Meile

Eppertshausen weiterhin für Gewerbeschau mit Münster

Eppertshausen - Die Gemeindevertretung stimmt mit großer Mehrheit für eine weitere, gemeinsame Gewerbemeile mit Münster in 2016. Nur wenn die Münsterer an ihrer Absage festhalten, will das Parlament alternativ eine eigene Gewerbeschau im Park 45 realisieren. Von Thomas Meier 

So eine Absage wegen der Finanzensorgen im Nachbarort schreckt die Parlamentarier in Eppertshausen nicht, wenn es um die Wiederholung eines gemeinschaftlichen Erfolgsmodelles geht: „Die Gemeindevertretung beschließt, die Gewerbemeile 2016 mit der Gemeinde Münster durchzuführen.“ So lautet der erste Satz im Beschluss zur Grundsatzentscheidung des Eppertshäuser Parlamentes, eine Gewerbeschau zu realisieren. Auch wenn der bisherige Partner von 2010 und 2013 für 2016 erklärt hat, man könne das teure Projekt wegen der 40.000 Euro, die es den kommunalen Etat belaste, nicht stemmen (wir berichteten mehrfach).

Im Eppertshäuser Beschluss geht es weiter: „Sollte die Gemeinde Münster an ihrer derzeitigen Absage festhalten, beschließt die Gemeindevertretung eine Durchführung anlässlich des zehnjährigen Jubiläumsfestes für den Park 45, dort ein Gewerbeevent auszurichten. Durch die Verwaltung sind die betroffenen Betriebe und der Gewerbeverein über die geplante Veranstaltung zu informieren.“ Außerdem wollen die Parlamentarier durch ein Rücklaufschreiben herausfinden, ob die betroffenen Firmen der Alternativplanung zustimmend oder ablehnend gegenüber stehen. Dieses Votum solle als Entscheidungsgrundlage der Gremien dienen.

Diskussion vor Entscheidung

Gegen fünf Stimmen der SPD und bei zwei Enthaltungen wurde der Grundsatzbeschluss mit großer Mehrheit und der kompletten CDU-Fraktion gefasst. Vorausgegangen war der Entscheidung eine eher kürzere Diskussion, zu deren Beginn SPD-Fraktionschef Hans-Joachim Larem zwar einräumte, dass die Gewerbemeile bei der Bevölkerung im weiten Umland gut angekommen sei, doch zweifele er am messbaren wirtschaftlichen Gewinn für die beteiligten Betriebe. Er könne die Argumentation Münsters nachvollziehen, es seien erhebliche Kosten auf die Kommune zugekommen. In den Augen der Sozialdemokraten sei es eher eine Aufgabe der Gewerbevereine, solche Gewerbeschauen auszurichten. Sie sollten dann auch als Veranstalter auftreten, schlage seine Fraktion vor.

„Die Gemeinde muss als Spiritus rector und Ideengeber solche Veranstaltungen anstoßen“, war sich hingegen Ewald Gillner, finanzpolitischer Sprecher der Union, sicher. Standortmarketing sei originäre Aufgabe einer Gemeinde und nicht eines Betriebes. Den hervorragenden Imagegewinn durch die Gewerbemeile dürfe man nicht einfach aufgeben, schließlich hätten die Medien über das Ereignis im ganzen Land berichtet.

Ansturm auf Gewerbemeile

Damit wiederholte Gillner, was zuvor Bürgermeister Carsten Helfmann bereits in die Waagschale einzuwerfen hatte. Er meinte auch, einen Umdenkungsprozess in Münster durch die Diskussionen in der Zeit seit der einseitigen Absage durch Münsters neuen Bürgermeister Gerald Frank wahrgenommen zu haben. Man müsse sich nochmals zusammensetzen. Allerdings sah Helfmann den avisierten Termin für die Gewerbemeile im Mai 2016 als schwerlich umsetzbar an. Hierfür sei jetzt bereits das Zeitgerüst der Planung zu eng. „Wir halten jetzt erst mal an 2016 fest, dann schauen wir, wie sich Münster bewegt, dann sehen wir weiter“, schlug er vor. Nur wenn eine definitive Absage komme, sollte man den Alternativplan verwirklichen.

Quelle: op-online.de

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