Lesung zum Weltbuchtag

Autorin Jutta Wilke begeistert Drittklässler der Stephan-Gruber-Schule

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Zum Weltbuchtag begeisterte gestern die Hanauer Kinder- und Jugendbuch-Schriftstellerin Jutta Wilke die Zweit- und Drittklässler mit ihrer Lesung aus „Florentine oder Wie man ein Schwein in den Fahrstuhl kriegt“.

Eppertshausen - Mit vielfältigen Aktionen begleitete die Stephan-Gruber-Schule gestern den Weltbuchtag. Von Thomas Meier 

Die ersten Klassen lernten ein Kinderbuch kennen, für die zweiten und dritten Klassen las eine Autorin und die Viertklässler nahmen in einem Nachbarort an einer Bücherralley teil.

Die Lesekompetenz und Schmökerfreude bei den Kindern zu stärken ist erklärter Schwerpunkt der Schule. Seit Jahren ist beispielsweise eine Lesewoche fester Baustein des Schulprogramms. Und weil sich in diesem Jahr zum 20. Male der Weltbuchtag jährt, hatte ein Organisationsteam der 16-köpfigen Lehrerschaft einiges für die derzeit rund 260 Schüler auf die „Buchstaben-Beine“ gestellt.

Die Erstklässler wurden von ihren Klassenlehrerinnen mit Kathryn Caves Textbilderbuch „Irgendwie Anders“ konfrontiert. Es ist ein kindgerecht aufbereitetes, problemorientiertes Werk, das sich mit dem Thema Außenseiter und Toleranz befasst. In einer Lesewerkstatt setzten sich die Pädagogen und die Schüler mit dem Inhalt nach einer Vorlesung auseinander. In einer Schule mit einem Migrationsanteil von 15 bis 20 Prozent fiel das Thema dabei auf fruchtbaren Boden.

Jugendbuchautorin zum Anfassen

Spannend wurde es für die Zweit- und Drittklässler, die mit einer „echten Autorin“ zusammengebracht wurden. Schulleiterin Marion Lehr freute sich sehr darüber, dass es ihren Kolleginnen vom Organisationsteam gelang, mit Schriftstellerin Jutta Wilke aus Hanau eine ausgewiesene Kinder- und Jugendbuchschreiberin zum Anfassen an die Schule zu holen.

Zahlreiche Erstlese-, Kinder- und Jugendbücher sowie Romane für junge Erwachsene flossen aus der Feder der studierten Fachanwältin, die lange Jahre im Sektor Familienrecht arbeitete. Die fünffache Mutter fand erst durch Umwege 2008 zur eigentlichen Berufung, dem Schreiben. Erste Veröffentlichungen kleiner Auftragsarbeiten für den Lingen-Verlag folgten, dann Adventskalender, Geschenkbüchlein...

Im Gespräch mit unserer Zeitung bekannte die Autorin, die in Hanau geboren wurde und in Ronneburg aufwuchs, sie habe schon als Schülerin Schriftstellerin werden wollen; nach Zirkusdirektorin. Und bereits als Gymnasiastin habe sie für den Hanauer Anzeiger kleineren Geschichten geschrieben.

Wilke engagiert sich bundesweit

„Ich engagiere mich bundesweit für die Leseförderung und gebe Kurse im kreativen Schreiben für Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene“, sagt Wilke, die rund 100 Lesungen im Jahr hat. In Eppertshausen eroberte sie im Handumdrehen die Herzen und (fast noch wichtiger) Aufmerksamkeit der Kinder. Ihr Buch mit dem rätselhaften Titel „Florentine oder Wie man ein Schwein in den Fahrstuhl kriegt“ war aber auch zu spannend. Und auch diese Literatur behandelte ein integratives Thema: Die Freundschaft zwischen deutschen und türkischen Kindern.

Wilke hat sich einem hehren Zitat von Maxim Gorki verschrieben: „Wer für Kinder schreibt, muss genauso gut schreiben wie für Erwachsene. Bloß besser.“ Dieses Ziel im Blick zu haben glaubt man der Autorin, sieht man sie mit ihrer Zielgruppe agieren.

Quelle: op-online.de

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