Gen Ende regieren Show und Party

Sitzung des FVCA einmal mehr ein Erlebnis

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Die Gruppe Knackfrisch entführte als Geister aus der Wunderlampe in den Orient.

Eppertshausen - Mit Tänzen, mehreren Musikeinlagen, Vorträgen und einem neuen Protokoller stellten die Aktiven um Sitzungspräsident Jörg Helfmann ein fünfstündiges, kurzweiliges Programm auf die Beine. Von Jens Dörr 

Vom Orient bis in den Dschungel spannten die spaßig Kreativen diesmal den Bogen. Für echte „Eppertshaiser“ ist die Sache klar: Ihr Ort ist „des Herz vunn de Welt“, wie sie es im gleichnamigen lokalen Lied besingen. Und für die Narren Eppertshausens ist ebenso wenig fraglich: Ihre Fastnacht zählt in der Region zu den schönsten überhaupt. Stolz sind sie unter anderem auf die Sitzungen des FVCA, der Karnevalsabteilung des Fußball-Vereins. Praktisch nur Einheimische gehen dort auf die Bühne, was auch bei den diesjährigen Zusammenkünften (seit 2012 in der Bürgerhalle) am Freitag und Samstag vor insgesamt 900 meist verkleideten Zuschauern nicht anders war.

Nach dem Einzug des Elferrats – den an den beiden Tagen eine Auswahl aus in der Summe 24 Männern bildet – und Jörg Helfmanns Begrüßung brachte die FVCA-Garde unter der Leitung von Melanie Hartig und Jasmina König und dem Daumendrücken von Maskottchen Jamie Helfmann mit ihrem ersten Tanz gleich Schwung in den praktisch ausverkauften Saal. Früh Feierabend hatte die Garde nach der ersten Sitzungsnummer nicht: Direkt vor dem großen Finale mit den Los Crachos und allen Aktiven kehrten sie gegen Ende des zweiten Abschnitts mit einer weiteren Darbietung zurück. Doppelter Applaus für die doppelte Anstrengungen war der Tänzerinnen Lohn.

Den ernteten auch die anderen Tanzgruppen, auf die der FVCA sehr stolz ist und es auch bedenkenlos sein kann: Von den Kindern der Funny Dancers, die als größte Gruppe des Abends ihren Auftritt in drei Teile portionierten und dann eine Art frühes Zwischenfinale mit allen Beteiligten auf die Bühne zauberten, über die Showtanzgruppe im Winterwunderland, das Damenballett (Trainerinnen: Tanja Rick und Jacqueline Sperl) im Dschungel auf Tarzans und Janes Spuren und die etwas reiferen „Knackfrisch“-Damen (Trainerin: Iris Gotta) als Geister aus der Wunderlampe im Orient bis hin zum Männerballett (Trainerinnen: Tanja Rick und Sabrina Dreher), das Asterix und Cleopatra zusammentreffen ließ, mischten diverse Generationen in verschiedenen Stilen mit. Mehr Schönes für die Ohren denn für die Augen hatten die Los Crachos, der Elferrat mit einer Hitparaden-Show, die Offenbacher Guggemusik Ice Breakers sowie die Haus- und Hofkapelle Happy Singers im Gepäck. Zwischenzeitlich wurde natürlich auch „Es Eppertshaiser Settche“ angestimmt.

Zu diesem Zeitpunkt hatte der neueste unter den 170 Mitwirkenden sein Debüt bereits mit Bravour gemeistert: Johannes Opfermann, normalerweise für die Seelsorge der örtlichen Protestanten zuständig, ging erstmals als Protokoller in die Bütt und vergewisserte sich nach einem flüssig gereimten und angenehm dargebotenen Ritt durch große Politik, die Welt des hessischen Fußballs und lokalem Geschehen mit dem obligatorischen Seitenhieb auf die Münsterer, ob seine Rede auf Wohlwollen gestoßen sei. Ovationen des Publikum bejahten das eindeutig. Damit hat der bisherige Protokoller „Bosse-Hans“ Müller, den Präsi Helfmann noch einmal offiziell verabschiedete, einen würdigen Nachfolger wohl auch für die nächste Kampagne gefunden.

Fastnacht in Eppertshausen: Bilder zur FVCA-Sitzung

Noch ganz viel närrische Karriere vor sich hat auch der erst zwölfjährige Colin Murmann, der als „Schulbub“ nach seiner Premiere 2015 auch in diesem Jahr nicht nachließ. Sein Vater habe ihn gefragt, ob ihm der Storch ein Mädchen oder einen Jungen als Geschwisterchen bringen sollte, gab er in schönem südhessischen Dialekt zum Besten. Und stellte sich eine ganz andere Frage: „Da laufen in Eppertshausen die geilsten Frauen rum – und mein Vadder pennt mit’m Storch?!“ Deftig auf Männerjagd und bei ihrer gesanglichen „Wägele“-Exkursion stimmlich auf Abwegen war Andrea Perlick in ihrer Büttenrede als „Cindy aus Pfungscht“. Weitere Wortvorträge stammten von Peter Helfmann, Willi Müller, Lutz Murmann und - im Doppel – Rainer Sperl und Jochen Ries. Als gelungener Zug entpuppte sich einmal mehr, dass der FVCA im letzten Viertel der Sitzung die Büttenreden bereits abgefeiert hat und dann nur noch auf Show und Party setzt. Die hielt im Übrigen auch nach der Narretei noch an: Die besonders Jecken feierten nach dem offiziellen Teil noch in der Bar weiter.

Quelle: op-online.de

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