Auf Eppertshausens fastnachtlichstem Ball tanzt ein jeder mit jedem

Schlurfender bei Settches

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Ein Traum in Pink: Der Auftritt der Settches war die Krönung des Eppertshäuser Balls in der Bürgerhalle.

Eppertshausen - Wenn der Hippie mitten im Saal zusammen mit dem Bankmanager tanzt, der Teufel im Foyer einen Engel knutscht und der Pirat mit dem zur See fahrenden Kaufmann an der Bar Brüderschaft trinkt – dann ist wieder Settchesball in der Bürgerhalle. Von Peter Back

„Schlager, Hits im Settches-Mix“ lautete das Motto bei der 45. Auflage des Maskenballes, der Gäste aus der gesamten Rhein-Main-Region und Südhessen anzog und für einen ausverkauften Ball sorgte. Neben einer gültigen Eintrittskarte war eine pfiffige Kostümierung Voraussetzung, um die Tanzfläche betreten zu dürfen. Und da zeigten die Gäste blühende Fantasie. Ob bayerische Trachtenlederhosen und Dirndl, Petticoat der Wirtschaftswunderzeit, Wikingerkostüm oder mannigfaltige Tierverkleidungen – bunt wie die Musik waren die Maskeraden, die nicht lange trocken blieben.

Ob das anstehende zehnjährige Bestehen der Dieburger Band Van Baker die Mannen um Sänger Georg Becker alias Jeromé van Baker besonders anspornte, ist nicht überliefert. Für die deutschsprachigen Hits der 60er und 70er Jahre, Ohrwürmer der Neuen Deutschen Welle und aktuellen Chartsongs jedenfalls legten sich Florian Becker (Schlagzeug), Klaus Bussalb (Bass), Patrick Salg (Keyboard) und Richard Stilgenbauer (Gitarre) kräftig ins Zeug und brachten das Publikum schon nach wenigen Liedern zum Schwitzen. Nicht ins Schwitzen kamen die zahlreichen Helfer der Kolpingsfamilie, des Kirchenchors St. Valentin und des Chors St. Sebastian. Routiniert und immer mit einem Lächeln auf den Wangen nahmen sie die Mäntel und Jacken an der Garderobe entgegen, gaben Getränke und Essen aus.

Settchesball in Eppertshausen: Fotos

Die fleißigen Arbeitsbienen verpassten die Tanzvorführung der Settchen als Höhepunkt des Abends. Trainiert von Esther Kraus zogen die Tänzerinnen im Bademantel auf die Bühne, um im Outfit der Flower-Power-Zeit zu begeistern. Philipp Binöder alias Discjockey VIM sorgte nach Mitternacht mit Electro, House, Hip Hop und Funk für rhythmische Bewegung im Saal. Jörn Müller, der Mann für die Öffentlichkeitsarbeit bei den Kolpingern, moderierte den Abend. „Bereits zum fünften Mal fand das Event in der im Januar 2012 eingeweihten Bürgerhalle an der Waldstraße statt“, wusste Marcus Schledt, Vorsitzender der Kolpingsfamilie, der bereits gegen Mitternacht ein positives Zwischenresümee zog: Die Umwandlung des kleinen Saales in eine Garderobe vereinfache die Organisation, die Konzentration auf den großen Saal mache den Maskenball kompakter und Van Baker wisse das Publikum zu begeistern.

Schon in seiner sonntäglichen Predigt hatte Pfarrer Harald Christian Röper sein Erscheinen auf dem Ball als „schlurfender Mann“ angekündigt. Gewohnt hielt er Wort und verließ erst nach Mitternacht gut gelaunt die Sause.

Quelle: op-online.de

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