Zur Sonnenwendfeier beim Odenwaldklub Eppertshausen finden sich hunderte Besucher am Failischkreisel ein

Feuerprasseln und Mandolinenklang

Ein großes Rund bildete sich zur Sonnenwendfeier des OWK rund ums Johannesfeuer am Failischkreisel. - Foto: Just

Eppertshausen - Die Sonnenwende und damit den längsten Tag des Jahres hat der Odenwaldklub (OWK) gefeiert. Mit Einbruch der Dunkelheit wurde eine riesige, akkurat aufgetürmte Holzkonstruktion entzündet. Von Michael Just

Die traurige Gewissheit, dass ab sofort die Tage wieder kürzer werden, hatte auf die unbeschwerte Stimmung aber keinen Einfluss.

Als am Freitagabend um kurz nach 22 Uhr die Flammen auf der Wiese am Failischkreisel weit über zehn Meter hoch in den Himmel schlugen, war ein begeisterndes Staunen zu vernehmen. Den wenigsten Besuchern war in diesem Moment bewusst, dass einem solchen Spektakel ein größerer Verwaltungsakt vorausgeht. „Der Antrag umfasst fast zehn Seiten. Wir haben ihn sechs Wochen zuvor bei mehreren Stellen, darunter der Unteren Naturschutzbehörde, dem Forst, der Polizei sowie der Gemeinde eingereicht“, berichtete OWK-Vorsitzender Norbert Anton. Etwas unkomplizierter gestaltete sich die Nutzung der Wiese: Sie gehört einem Landwirt, der Mitglied im OWK ist.

Die Sonnenwendfeier hat im Verein schon eine lange Tradition: Seit mehr als 40 Jahren wird der Abend, an dem die Dunkelheit so spät wie an keinem anderen Tag im Jahr über das Land hereinbricht, in geselliger Runde begangen. Das dazugehörige Feuer geht ursprünglich auf einen Brauch der Kelten zurück. Nach der Christianisierung versuchte die Kirche, die heidnische Tradition abzuschaffen, was aber nicht gelang. Schließlich legte sie den Gedenktag für Johannes den Täufer auf den 24. Juni und führte – unter christlichem Mantel – Fest und Tradition fort.

Die Feier des OWK erwies sich am Freitagabend erneut als großer Anziehungspunkt für mehrere hundert Personen, darunter viele Familien. „Schon im vergangenen Jahr haben wir über 400 Leute gezählt“, so Norbert Anton. Die Erwachsenen genossen den Plausch mit Freunden und Bekannten, während die Kinder auf der riesigen Wiese und den angrenzenden Freiflächen herumtollten. Hunger und Durst musste keiner aushalten, den benötigten Strom für kalte Getränke und das Braten des Fleisches stellte ein Generator sicher.

Bis die Funken flogen, erklang das Mandolinenspiel des Haupt- und des Jugendorchesters. Ferner traten kleine und große Aktive der Volkstanz-Abteilung auf.

Mit dem Abklingen des Feuers machte sich zwar ein Teil der Besucher auf den Nachhauseweg, am Failischkreisel war deshalb aber noch lange nicht Schluss: Die Feuerschlucker und -spucker von „Call of Flame“ hielten die Verbundenheit zum Hauptelement des Abends aufrecht.

„Meine Frau hat empfohlen, hierher zukommen“, erzählte Werner Gruber (52) lachend über ein Angebot, das er weder ausschlagen wollte noch konnte. „Es gibt zu essen, zu trinken und ein bisschen Unterhaltung“, benannte der Wahl-Hergershäuser, der ursprünglich aus Eppertshausen stammt, drei gute Gründe, in die alte Heimat zurückzukehren. Nicht in die Heimat zurückkehren mussten eine Gruppe von Familienvätern, die Eppertshausen in puncto Wohnort treu blieben: „Wir kennen uns aus der Jugend und vom Fußball beim FVE“, führte Jens Murmann an. Für ihn und seinen Freundeskreis ist die Veranstaltung prädestiniert, in gemütlicher Runde ein Bier zu trinken. Dazu könnten die Kinder toben und die Frauen hätten ebenfalls Gelegenheit zum Plausch. In den letzten Jahren traf sich die Runde schon öfter bei der Sonnenwendfeier des OWK.

Quelle: op-online.de

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