250 Besucher in Eppertshausens Bürgerhalle

Großer Andrang beim Abend für das Herz

Eppertshausen - Es sind schon stolze Werte, die das Herz so produziert: Fünf Liter pro Minute gehen bei einem erwachsenen Menschen im Durchschnitt durch das Organ hindurch, entsprechend 300 Liter pro Stunde und 7 200 Liter pro Tag. Eine Frau in Deutschland, die durchschnittlich 82 Jahren und fünf Monaten alt wird, wird am Ende ihres Lebens mehr als 216 Millionen Liter Blut durch ihr Herz gepumpt bekommen haben. Ein Fakt, den die rund 250 Besucher in Eppertshausens Bürgerhalle zu hören bekamen.  Von Jens Dörr 

Am Stand des DRK-Ortsvereins Eppertshausen konnte jeder seinen Blutdruck messen lassen.

Der „Herztag“ der Deutschen Herzstiftung im Landkreis Darmstadt-Dieburg, der unter der Schirmherrschaft von Landrat Klaus Peter Schellhaas und Eppertshausens Bürgermeister Carsten Helfmann stand, findet in jedem Jahr an einem anderen Ort im Kreis statt. „Hier in Eppertshausen herrscht ein guter Geist“, sagte zur Begrüßung Heike Scholl, Vorstandsmitglied der Herzstiftung, die den erkrankten Uwe Bülter – für viele das Gesicht der Stiftung im Landkreis schlechthin – vertrat. Was Scholl nicht nur auf die gut geeignete Örtlichkeit bezog, sondern auch auf jene, die den Abend mit Vorträgen, Vorführungen oder Informationsständen bereicherten: „Sie alle sind Teil von Deutschlands Aufklärungsarbeit.“

Schließlich kosten Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der Bundesrepublik jährlich mehreren zehntausend Menschen das Leben. Die Chronische Ischämische Herzkrankheit etwa war nach einer Bundesstatistik für den Tod eines Menschen in Deutschland im Jahr 2014 fast 70. 000 Mal verantwortlich. Die Herzinsuffizienz kostete fast 45. 000 Menschenleben, die Hypertensive Herzkrankheit 23. 000.

Der Ansatz des „Herztags“, einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, diese Zahlen zu verringern, liegt darin, seine Teilnehmer zunächst vor allem zu informieren. „Prävention ist erst einmal Information“, brachte es auch Landrat Klaus Peter Schellhaas am Mittwochabend auf den Punkt. Um dann – nach der Übergabe von Spenden für die Herzstiftung durch die Sparkasse Dieburg (1 000 Euro) und die Volksbank Eppertshausen (250 Euro) – Prof. Dr. Michael Weber, Chefarzt, Kardiologe und Angiologe an der Kreisklinik Groß-Umstadt, die Bühne zu überlassen. Er führte nicht nur durch den dreistündigen Abend, sondern referierte auch selbst zur Frage „Was ist die Herzkranzgefäßerkrankung und wie entsteht sie?“

Erste Hilfe bei Herzinfarkt

Zudem ging Prof. Dr. Thomas Wobrock, Chefarzt des Zentrums für Seelische Gesundheit an der Kreisklinik Groß-Umstadt, darauf ein, wie schädlich Stress für das Herz sein kann. Zu allen vorgetragenen Aspekten hielt die Stiftung an ihrem Stand ausführliches Informationsmaterial bereit. Standnachbar war der Ortsverein Eppertshausen des Deutschen Roten Kreuzes, wo man nicht nur seinen Blutdruck messen lassen konnte und beraten wurde, sondern ein Mitarbeiter auch an einer Puppe darstellte, wie ein automatischer Defibrillator eingesetzt wird.

Nach einer Pause mit einer Vorführung der Herzsportgruppe des MTV Urberach oblag es Dr. Frank Schneider, Oberarzt, Kardiologe und Angiologe an der Kreisklinik Groß-Umstadt und niedergelassener Arzt in Offenbach, schließlich ein Referat zur Frage, wie man einen Herzinfarkt erkennt und behandelt. Bereits Anfang November hatte die Deutsche Herzstiftung unter dem Motto „Herz unter Stress“ die „Deutschen Herzwochen“ gestartet. Bundesweit informieren dabei in mehr als 1 000 Veranstaltungen Herzspezialisten in Kliniken, Herzzentren und auf Veranstaltungen wie jener in Eppertshausen über Entstehung und Auswirkung der wichtigsten Risikokrankheiten für Herz-Kreislauf-Leiden wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen.

Quelle: op-online.de

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