Passionsspiele in Eppertshausen

Irdische Unterstützung notwendig

+
Die eindrucksvolle Inszenierung der Leidensgeschichte Jesu ist nur durch Spenden möglich. Ohne die Unterstützung der Sponsoren Manfred Pentz, Alfred Jakoubek und Christian Markert wären die Passionsspiele mit der aufwendigen Inszenierung nicht möglich.

Eppertshausen - „Hosianna, Hosianna“ – eine aufgeregte Menge stürmt dem Messias entgegen. Sogleich versuchen die Jünger ihren Herrn abzuschirmen. „Nein, lasset die Kindlein zu mir kommen“, strahlt Jesus. Von Ursula Friedrich 

Die biblische Szene spielt in der Gegenwart – mitten auf dem Franz-Gruber-Platz. Dort lassen gut 100 Darsteller der Passionsspiele die markanten Szenen aus dem Leidensweg Jesu auferstehen. „ Wir sind nicht komplett“, erklärt Gisela Belzer, die zum vierten Mal Regie führt. Beeindruckend ist das Spiel dennoch, zur Probe haben alle ihre Kostüme angelegt. Mit Chören, Kinderdarstellern und Orchester werden an Karfreitag wieder 250 Menschen den Leidensweg Jesu bis zur Kreuzigung auf Golgatha an verschiedenen Orten der Gemeinde darstellen. Die Generalprobe am Rathaus dient einem zweiten, sehr weltlichen Zweck. Drei offizielle Vertreter dürfen hier erste Impressionen mitnehmen – und Spendenschecks dalassen.

Nur durch Sponsoring können die Passionsspiele, die im Drei-Jahres-Turnus inszeniert werden, in diesem monumentalen Umfang überhaupt stattfinden. Auf über 10.000 Euro summierten sich auch diesmal die Kosten, so Gemeindeoberhaupt Carsten Helfmann, der erst beim zweiten Hingucken auszumachen ist. Für seine Rolle als Hohepriester züchtet der Bürgermeister einen schmalen Kinnbart, „den lasse ich seit Aschermittwoch wachsen“. Judas (Günter Seibel) kann da schon mehr Gesichtsbehaarung vorweisen, bereits seit 1. Januar dürfen die Haare wuchern. Besonders schick glänzen die römischen Soldaten. Sie wurden für die vierte Auflage der Freilichtinszenierung in der Gemeinde mit neuen zeitgemäßen Kostümen und Harnischen ausgestattet. Das Sponsoring macht es möglich: Für die Sparkasse Dieburg und deren Kulturstiftung Hessen-Thüringen überbrachte Marktbereichsdirektor Christian Markert einen 5 000 Euro hohen Scheck. Hessens CDU-Generalsekretär Manfred Pentz stockte den Betrag um 2 400 Euro aus dem Wissenschaftsministerium auf. „Es ist außergewöhnlich, dass eine Ortsgemeinschaft die Ostergeschichte so plastisch zeigt“, sagte Alfred Jakoubek, der bis 2009 Landrat war, beeindruckt. Er überbrachte 1 000 Euro aus dem Fonds der HSE-Kulturstiftung. 250 Menschen werden am Karfreitag, 3. April, Eppertshausen zum Schauplatz der letzten Tage im irdischen Leben des Herrn machen.

Passionsspiele 2012 an Karfreitag in Eppertshausen

Passionsspiele an Karfreitag

Auch ein Moslem hat wieder das Kostüm angelegt, um in der Ostergeschichte seinen Part zu übernehmen. „Ich spiele einen Schriftgelehrten“, erklärt Ibrahim Zayed – und das bereits zum vierten Mal. „Ich möchte ein Zeichen setzen für Toleranz und Frieden unter den Religionen, gegen Fanatismus und Hass“, so der Eppertshäuser Moslem und gebürtiger Palästinenser. Einlass zu den Passionsspielen ist am Karfreitag um 11 Uhr auf dem Rathausplatz, Beginn dann um 12 Uhr.

Quelle: op-online.de

Kommentare