„Deutschlands bester Bäcker“

Bäckermeister Jürgen Kreher in ZDF-Sendung

+
Jürgen Kreher hat kein Problem damit, sich im Fernsehen zu sehen. Bei der ZDF-Sendung „Deutschlands beste Bäcker“ machte er auf dem Bildschirm eine gute Figur.

Eppertshausen - Authentisch, sympathisch und vor allem professionell präsentierte sich der Bäckermeister Jürgen Kreher am Dienstagnachmittag einem großen Publikum. Im ZDF trat er gegen zwei Konkurrenten an und ließ seine Arbeit von einer fachkundigen Jury bewerten. Von Corinna Hiss 

Der Kirchturm von St. Sebastian, der Kreisel an der Hauptstraße mit dem großen Storch und das Eppertshäuser Rathaus – sie alle dürfen natürlich nicht fehlen, wenn den bundesweiten Zuschauern des ZDF die kleine Gemeinde vorgestellt wird, in der Bäckermeister Jürgen Kreher mit seinem Team täglich frisches Brot, knusprige Brötchen und süße Kaffeestückchen für ihre Kundschaft zaubert. Am Dienstagnachmittag lieferte sich Kreher in der Sendung „Deutschlands bester Bäcker“ einen Wettstreit mit zwei weiteren Betrieben aus der Region „rund um dem Odenwald“. Die Dreharbeiten dafür waren bereits im Sommer über die Bühne gegangen, jetzt wurde die Folge ausgestrahlt. Auch für den 49-Jährigen und seine Frau Karin, die in Münster wohnen, war das ein spannender Moment: Zum ersten Mal sahen sie sich selbst im Fernsehen.

„Wir sind sehr zufrieden damit, wie wir uns präsentiert haben“, erzählte Kreher nicht ohne stolz in der Stimme. Drei Hürden galt es für die Teilnehmer in der Sendung zu meistern: Bei der „spontanen Verköstigung“ mussten sie der Jury bestehend aus Konditor-Meisterin Eveline Wild und Bäckermeister Peter Kapp das vorsetzen, was die Experten verlangten – ohne vorher zu wissen, welche Leckerei probiert wird. Besonders bei der Konditormeisterin konnte das Team Kreher mit seinem Knusper-Apfelkuchen punkten.

Echte Naturtalente

„Uns war es wichtig, auch bei den Dreharbeiten authentisch zu sein“, sagte Kreher. Das gelang ihnen auch: Statt im gestylten Outfit präsentierten sie sich in ihren grünen Arbeits-Shirts, so wie sie auch jeden Tag ihre Kunden in Eppertshausen bedienen. Bei den gezeigten Backwaren war nichts dabei, das es nicht regelmäßig zu kaufen gibt und vor der Kamera agierten sie so, als ob es keine gäbe. „Auch das Fernsehteam sagte uns, dass wir echte Naturtalente sind“, erinnerte sich der Experte, der vor 25 Jahren seinen Meister gemacht hat, schmunzelnd.

Bei der zweiten Aufgabe, der „Spezialität des Hauses“, war sofort klar, was die Krehers auftischen würden. Für ihr Biker-Brot sind sie in der gesamten Region bekannt. In der Sendung wurde dann auch erklärt, woher der schmackhafte Laib seinen Namen hat: Als Kreher das Brot in den Anfängen kreierte, schnitt er die Teigfladen immer mit einem Tortenteiler ein. „Das Ding sieht aus wie die Speichen vom Fahrrad“, erläuterte Kreher. Die „Tagesaufgabe“ stellte das Team dann allerdings vor eine Herausforderung. Ein Makronen-Obst-Törtchen sollte zubereitet werden. „Wir hatten gar kein Marzipan da“, sagte Karin Kreher.

Wie werde ich...? Bäcker/in

Im Schloss Nymphenburg in München trafen sie dann erstmals auf ihre Kontrahenten und konnten sich ein Bild von deren Backkünsten machen. Dort wurde allerdings auch klar: Das Team Kreher aus Eppertshausen wurde nicht Sieger, sondern musste sich gegen einen Bäckereibetrieb mit rund 20 Filialen geschlagen geben. „Wir sind schon enttäuscht, dass wir nicht weiter gekommen sind“, konnte Kreher jetzt endlich frei über das Ende reden. Mit seiner Leistung ist er nach wie vor zufrieden. „Was wir abgeliefert haben, war top. Das hat uns auch die Jury bestätigt.“ Am Ende seien es dann eben Kleinigkeiten, die den Unterschied machten.

Sendung verpasst? In der ZDF-Mediathek kann die Folge vom Dienstag, 20. Oktober, um 15.05 Uhr noch angesehen werden.

Auch wenn der Eppertshäuser Traditionsbetrieb nicht mehr im Rennen um Deutschlands besten Bäcker ist, hat er die Herzen der Zuschauer dennoch für sich gewonnen. Nach der Sendung kam sogar die Anfrage eines Hamburger Fans, der unbedingt das einzigartige Biker-Brot in den hohen Norden geliefert bekommen möchte. „Als kleiner Familienbetrieb können wir uns gegen Großbäckereien allemal behaupten“, zeigte sich Kreher selbstbewusst. Das können sie auch: Als Einzige der insgesamt 96 Teilnehmer, die aus rund 1 500 Bewerbern ausgewählt worden sind, stand den Krehers während des Wettbewerbs kein eigener Konditormeister zur Verfügung.

Wenn es nach dem 49-Jährigen geht, soll der Ausflug ins ZDF nicht der letzte Fernsehauftritt gewesen sein. Auch für Ehefrau Karin fühlte es sich „leicht und natürlich“ an, gefilmt zu werden. Lachend nahm sie eine Erkenntnis mit: „Ich bin ja wirklich echt klein!“

Quelle: op-online.de

Kommentare