Duo „Kabbarratz“ zeigt überspitzt die Sorgen und den Stress von Lehrern

Wahnsinniger Schulalltag

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Szene aus dem Kabarett: Eltern warten auf die Sprechstunde beim Lehrer und tauschen Erfahrungen mit Pädagogen aus.

Eppertshausen - Pädagogen, die sich mit Boxhandschuhen wehren und den Laptop für die Power-Point-Präsentation daheim vergessen haben: Beim Kabarett im Haus der Vereine wurde kein Klischee ausgelassen. Von Peter Panknin 

Klassenkampf und SPD, das passt gedanklich zusammen. SPD und Kabarett dagegen nicht unbedingt. Auf Einladung des Ortsvereins Eppertshausen demonstrierten Evelyn Wendler und Peter Jörg Hoffmann – zusammen bekannt als das Duo „Kabbaratz“ – bei ihrem Auftritt im Haus der Vereine am Samstag satirisch zugespitzt den heutigen Schulalltag.

Zu Beginn des geselligen Abends wies Peter Jörg Hoffmann überzeugend darauf hin, dass er „pädagogisch so nicht arbeiten könne“ und bemängelte fehlende Begrüßung durch die Zuschauer, auch Namensschilder hatte niemand vor sich stehen. „Die da sitzen in der Dunkelheit, ich werde vom Licht geblendet, wie soll ich da kontrollieren, was die anonyme Masse im Dunkeln macht“, beschwerte er sich. Evelyn Wendler konnte ihn zur Gaudi des Publikums aber überzeugen, trotz der beklagten Mängel fortzufahren. Sie selbst demonstrierte, wie es aussehen könnte, wenn die Lehrerin anhand einer Power-Point-Präsentation die erziehungsbedingte Benachteiligung der Frau darstellen wollte, aber ihren Laptop nicht dabei hat. Sie forderte die Schüler auf, sich vorzustellen, was sie sehen würden – wenn sie es denn sehen könnten – und reagiert pädagogisch angemessen auf Zwischenfragen oder Störungen aus der Klasse.

Die im Publikum hervorgerufene große Heiterkeit bestätigte wohl die realitätsnahe Darstellung. Im Programm „Klassenkampf – Lehrer Lämpel schlägt zurück“ legten die kabarettistischen Bildungsexperten ihr inzwischen viertes Stück zum Thema Schule, Erziehung und deutsche Sprache vor. Natürlich wurden auch Boxhandschuhe ins Spiel gebracht, mit denen Lehrer Lämpel im Rapperstil aufeinander schlug und wortreich, unterstützt von seiner Partnerin, austeilte – satirisch überspitzt, aber durchaus zutreffend, wie die Zuschauer mit ihren großen Applaus bestätigten.

Quelle: op-online.de

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