Kirchengemeinde St. Sebastian feiert ihr Pfarrgartenfest

„Menschenkicker“ mit Asylantenteam

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Auch ein Team aus Asylsuchenden – hier gegen die Mannschaft der Kolpingfamilie (orange) – nahm am „Menschenkicker“-Turnier teil.

Eppertshausen - Bei optimalem Sommerwetter hat die katholische Kirchengemeinde St. Sebastian am Sonntag ihr Pfarrgartenfest im Idyll am Ortsausgang gen Münster gefeiert. Bereits am Donnerstag hatte der 75. Geburtstag von Pfarrer Harald Christian Röper für Freude in der Gemeinde gesorgt. Von Jens Dörr

An seinem Jubeltag hatte Röper zunächst noch Gottesdienst gehalten, ehe es ihn mit einigen Gemeindemitgliedern zum Public Viewing des EM-Halbfinales Deutschland gegen Frankreich ins Kolpingheim zog. Im Gottesdienst hatte auch der Chor St. Sebastian mitgewirkt und Röper zum Dreivierteljahrhundert auf Erden zugleich ein Ständchen gebracht. Die Geburtstagstorte wurde derweil erst drei Tage später gemeinsam im Pfarrgarten, in den auch Harald Christians Zwillingsbruder Friedrich Franz Röper gekommen war, verzehrt. Dass Deutschland nicht mehr bei der EM vertreten war und Frankreich am Abend das Finale gegen Portugal bestreiten sollte, stand inzwischen fest. Dennoch hielt das Festkomitee um Heike Schröder ihr Wort, das Fest so zu beenden, dass die Helfer mit ihren Arbeitseinsätzen rechtzeitig vor dem Endspiel fertig waren.

Dutzende Helfer hatte die Pfarrgemeinde selbst wieder auf die Beine gebracht, aber auch Unterstützung der Kolpingfamilie und sogar des aktuellen Kerbjahrgangs erhalten. Die Kerbborschte präsentierten sich an einem Stand mit Slush-Eis und Popcorn. „Die Kerb ist ja auch die Kirchweih, hat also mit der Kirche zu tun“, stellte Schröder den Zusammenhang her. Die Kolpingfamilie sammelte Schuhe für die Kolping Recycling GmbH, die mit den Paaren derzeit vor allem in Osteuropa Gutes tut. Zudem zeichnete sie für das Turnier im „Menschenkicker“ verantwortlich. Unter den zehn Mannschaften, die sich allesamt Ländernamen gaben, war auch ein Team, das aus Asylsuchenden bestand, die in Eppertshausen untergebracht sind.

Klassische Neubürger hingegen, die der Gemeinde nicht zugeteilt wurden, sondern sie freiwillig als wohnlichen Mittelpunkt ihres Lebens ausgewählt haben, wurden am Sonntag mit einem kleinen Neubürgerempfang berücksichtigt. Bereits am Vormittag waren im Gottesdienst die neuen Messdiener in ihr Amt eingeführt worden. Elf Jungen und Mädchen, die vor wenigen Wochen die Heilige Kommunion empfangen hatten, stellen sich künftig der Aufgabe und erweitern das nun 50-köpfige Messdiener-Team von St. Sebastian. Neu dabei sind Chiara Sophie Schmiedl, Paula Blickhan, Leon Joha, Larissa Welsch, Maximilian Holzmann, Neo Schemainda, Julian Gabriel, Tom Gerhold, Luis Murmann, Lisa Leggedör und Dominik Ryschlik. Über zwei Monate hinweg waren sie einmal wöchentlich von Jens Murmann und Jan Kischka vorbereitet worden.

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Mit dem allgemeinen Festverlauf, während dem auch die Kinder bei Schminkaktionen und Hüpfburg auf ihre Kosten kamen und auf dem schattigen Gelände unter Bäumen wie Zeltdach in malerischem Ambiente toben konnten, war am späteren Nachmittag auch Heike Schröder zufrieden. „Um halb drei war der Krustenbraten all“, nannte sie ein Beispiel für den kräftigen Verzehr der vielen Besucher. Auch Käsespätzle, Kaffee und Kuchen und natürlich die kalten Getränke liefen gut.

Über Geld durften sich bereits am Vormittag sowohl die Eppertshäuser Unterstützer der Asylsuchenden freuen als auch die Gemeinde (für die Anschaffung eines neuen Klaviers): Der Chor St. Sebastian übergab den Genannten jeweils 750 Euro. Möglich wurden die beiden Spenden durch die Einnahmen, die das vor einigen Wochen vom Chor unter der Leitung von Dieter Müller in der Kirche dargebotene Musical „Mensch Jesus“ eingespielt hatte.

Quelle: op-online.de

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