Charity-Sport der Ahmadiyya-Gemeinde

Laufen, walken, Gutes tun

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Der Charity-Walk hat viele Väter und Helfer (von links): Mubarak Ahmad von „Männer ab 40“, Mubashar Ahmad (regionaler Organisator), Rafiq Ahmad Butt, Bürgermeister Carsten Helfmann, Rafique Khawaja, Vertreter der Ahmadiyya-Zentrale, und ein Fotograf der Glaubensgemeinschaft.

Eppertshausen - Der erste „Charity Walk and Run“ der Ahmadiyya-Gemeinde Eppertshausen/Münster wäre am Samstagnachmittag fast den Unbilden des Wetters zum Opfer gefallen, doch trotzten der gute Wille und die gute Tat den Ausläufern des Sturmtiefs Zeljko. Von Thomas Meier 

Über 50 Läufer machten sich statt durch den Abteiwald eben auf über die 400-Meter-Bahn des Sportzentrums an der Nieder-Röder-Straße. Organisiert durch die Majlis Ansarullah Deutschland in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Eppertshausen sollen hauptsächlich Kinder vom Benefizlauf profitieren. Der Erlös von stolzen 3 500 Euro wurde unter der Stephan-Gruber-Schule, der Mira-Lobe-Schule – Sprachheilschule des Landkreises, den Kitas Sonnenschein und St. Sebastian sowie der Hilfsorganisation Humanity-First Deutschland aufgeteilt. Und der Gedanke der Ahmadiyya-Werbe-Veranstaltung mit sportlichem Anstrich war so auch mehr auf die Charity, also Nächstenliebe, ausgelegt als auf den Sieg beim Run.

In der Bundesrepublik laufen in diesem Jahr 15 Charity-Walk-and-Runs in großen Städten sowie in rund 50 kleineren Kommunen wie Eppertshausen. Die Ahmadiyya-Anhänger bilden eine islamische Sondergemeinschaft, die von Mirza Ghulam Ahmad in den 1880er Jahren in Britisch-Indien gegründet wurde. Zur Begrüßung der überwiegend aus Sportlern der Glaubensgemeinschaft stammenden Teilnehmer und Gäste hob Rafique Khawaja, Vertreter der Ahmadiyya-Zentrale aus Frankfurt, hervor, dass es Sinn der sportlichen Wohltätigkeitsveranstaltung sei, Menschen miteinander zusammen zu bringen. Er dankte vor allem Bürgermeister Carsten Helfmann, der die in Eppertshausen beheimatete Gemeinde bei der Planung sehr unterstützt habe. Von ihm sein auch die Anregungen für die Spenden-Nutznießer gekommen.

Laufen für hilfsbedürftige Kinder

„Laufen, begegnen, helfen – unter diesem Motto setzt sich der Charity Walk für hilfsbedürftige Kinder ein, bringt die Menschen in Bewegung und fördert den Zusammenhalt in der Gesellschaft“, erklärte Khawaja. Helfen jedoch sei das primäre Ziel dieses Projekts. Mit einer möglichst hohen Spendensumme würden Kinderhilfseinrichtungen unterstützt.

Lob zollte der Ahmadiyya-Bundesabgeordnete dem Organisationsteam um Rafiq Ahmad Butt. Er und die „Männer ab 40“ der Glaubensgemeinde hatten den Lauf organisiert, für Essen und Trinken und die Logistik gesorgt. Und mit dem Bürgermeister auch einen Ausweg gefunden, den Lauf trotz Sturms stattfinden zu lassen. Im Abteiwald wäre der Charity-Walk zum gefährlichen Cross über Äste und umgefallene Baumstämme ausgeartet. So war die Tartanbahn am Sportzentrum, das ohnehin als Start und Ziel auserkoren worden war, hervorragende Alternative.

Von den beiden Schulen, die als Benefiz-Begünstigte ausgeschaut worden waren, waren die Schulleiterinnen gekommen. Marion Lehr von der Stephan-Gruber-Schule verfolgte das Geschehen mit ihrem Sohn. Und die Leiterin der Mira-Lobe-Schule, Jutta Meier, ließ es sich nicht nehmen, mit Lehrerin Doris Greiner selbst auf die Charity-Piste zu gehen. Auch einige Schüler waren mit Feuereifer beim Lauf dabei. Bürgermeister Helfmann war voll des Lobes über die rührige heimische Ahmadiyya-Gemeinde, die seit über einem Jahrzehnt an jedem ersten Tag des Jahres den Müll der Silvester-Kracherei beseitige und sich auch sonst an zahlreichen Reinigungsaktionen im Ort beteilige. Auch erinnerte er daran, dass der Glaubensgemeinschaft die Bäume zu verdanken sind, die um die neue Bürgerhalle stehen. „Damals kam Herr Butt auf mich zu, fragte, ob wir Bäume pflanzen wollten. Und als ich sagte, freilich, meinte er nur, die zahle die Ahmadiyya-Gemeinde.“

Quelle: op-online.de

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