Party in Eppertshausen

Mai-Fire: Der etwas andere Feuerwehr-Ball

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Hat nach gerademal fünf Jahren schon reichlich Kultcharakter: Die Mai-Fire der Feuerwehr in der Bürgerhalle.

Eppertshausen - Am Vorabend zum 1. Mai ist auch in Rödermark eine Menge los. Doch das interessiert Jana, Celina, Anja, Daniela und Sara wenig: Die jungen Frauen, deren Vornamen alle auf „a“ enden, wollen unbedingt auf die Mai-Fire nach Eppertshausen. Von Michael Just

„Ich war die letzten drei Jahre da. Und es war immer gut“, sagt Anja Schneider (19) aus Urberach. Die Schülerin schätzt vor allem die Leute und die Musik. Mit „Leute“ meint sie die große Anzahl junger Menschen unter 20, die an diesem Abend in der Gegend nirgendwo in so großer Zahl zusammenkommen. Bei der Musik spielt sie auf die DJ‘s an. Sie bedienen den Musikgeschmack eines Klientels, das seit kurzem, oder bald, volljährig ist. Am Samstag sind das „Kalle und Ralle“, die vielen Hundert Amüsierwilligen die richtige Partymucke aufs Ohren geben wollen.

Erst 2011 war die erste Mai-Fire Eppertshausens angesagt. „Die Premiere ist gut zu merken, denn im gleichen Jahr wurde die neue Bürgerhalle eingeweiht“, meint Feuerwehrvereinsvorsitzender Jürgen Müller. Der Settchesball und die Mai-Fire entpuppten sich zu Beginn als jene Veranstaltungen mit den meisten Besuchern. Die Idee zum etwas anderen Feuerwehrball im Mai kam aus dem Jugendbereich der Wehr. Hier wollte man etwas für die jüngere Generation (ab 16) am Vorabend des 1. Mai initiieren. Das Konzept schlug gleich voll ein.

„Seitdem schauen wir, dass wir immer ein paar Kleinigkeiten verändern“, erzählt Müller. Nach drei Jahren stand ein Wechsel beim DJ an. Dazu werden die Aufbauten in der Halle stets ein wenig modifiziert. Keinerlei Veränderungen bedarf es bei der großen Helferschar, in der sich Feuerwehrvereinsmitglieder aller Altersgruppen engagieren. „Die Leute wollen Dienst machen und bieten sich an“, berichtet der Vorstand über ein Engagement, das in diesem Fall nicht der Norm entspricht.

Rund 70 Helfer waren am Wochenende im Einsatz. Die meisten hatten eine kurze Nacht vor sich, denn zu früher Stunde galt es, aufzuräumen und die Halle so zu verlassen, dass der Gesangverein Germania ab 10 Uhr den Wonnemonat besingen konnte.

Auch wenn in der Vergangenheit schon einmal junge Besucher neben der Halle negativ in Erscheinung traten, gehört das zu den Ausnahmen der Mai-Fire. „Auf das, was außerhalb passiert, haben wir wenig Einfluss“, sagt Müller. Am Eingang und in der Halle renkt eine achtköpfige Security auffällige Besucher wieder ein. Dazu überwacht sie die Altersvorgaben, wer wie lange mit seinem Erkennungsbändchen am Handgelenk in der Halle bleiben darf. „Ein deeskalierend wirkender Sicherheitsdienst ist uns besonders wichtig“, hebt Müller heraus.

Mai-Fire in der Bürgerhalle

Dass in der Halle meist ohne Probleme gefeiert wird, hängt auch mit dem altersmäßig bunt gemischten Publikum zusammen. Es erzeugt bei vielen Heranwachsenden Respekt, dass man nicht nur unter seinesgleichen ist. Von Anfang an war die Mai-Fire für alle Generationen ausgeschrieben. Auch wenn in der Folge die Jugend vorrangig die Veranstaltung für sich entdeckte, gesellt sich Jahr für Jahr gesetzteres Publikum aus Eppertshausen hinzu. Mit Cocktails und der Hoffnung, dass die Musik erträglich bleibt, nimmt man unter wenig Optionen im Ort den modernen Tanz in den Mai wahr.

Der Zuspruch zum fünfjährigen Bestehen belegt, dass die Blauröcke einen Selbstläufer entwickelten. Anja Schneider aus Urberach war die Feier so wichtig, dass die heute 19-Jährige mit dem Fahrrad kam. Sie und ihr Freundeskreis leuchteten sich mit einer Taschenlampe den Weg durch den Wald aus. Auch wenn sie nun den Führerschein besitzt, ließ sie sich von ihrer Mutter fahren und abholen. Das passte zu einem unbeschwerten Abend...

Quelle: op-online.de

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