Brandschutz

Neuen Gefahren trotzen können

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Eppertshausen wächst und gedeiht. Dies ist auch der Feuerwehr Verpflichtung, wofür sie gut ausgestattet sein muss: Ein neues Fahrzeug tut not. Gemeindebrandinspektor Frederik Schmitt am 31 Jahre alten Unimog, der hoffentlich noch in diesem Jahr durch ein neues Einsatzfahrzeug ersetzt werden wird.

Eppertshausen - Die Gemeinde prosperiert seit Jahren, hat es dank neuer Wohn- und vor allem Gewerbegebiete zu einem satten Polster gebracht, so dass es einen Haushalt vorweisen kann, der erstmals zwar nicht ausgeglichen gestaltet werden kann, aber dennoch dank Rücklagen nicht unter die Kuratel der Kommunalaufsicht gestellt werden muss. Von Thomas Meier 

Doch wie schon der Volksmund spricht: Eigentum verpflichtet.Und so sind vor allem durch die Ansiedlung großer Logistikunternehmen auch die Anforderungen an den Brandschutz gestiegen. Dem gerecht zu werden, dient die vor zwei Jahren beschlossene Anforderung für ein neues Löschgruppenfahrzeug für die Feuerwehr. In diesem Jahr stehen die Chancen sehr gut, das rund 215 000 Euro teure Fahrzeug auch in den vorhandenen, teilweise überalterten Fuhrpark zu integrieren.

Bürgermeister Carsten Helfmann informierte die Gemeindevertreter, dass der Landkreis bei der Bürgermeisterdienstversammlung eine Prioritätenliste beschloss, derzufolge Eppertshausens Wunsch nach einem „LF10/& KatS“, so die Typenbezeichnung für das Löschgruppenfahrzeug, auf Listenplatz 1 steht. „Wir können davon ausgehen, dass wir Ende 2015 oder Anfang nächsten Jahres ein landesweit beschafftes Fahrzeug mit hohen Landeszuweisungen erhalten können“, sagt der Bürgermeister. Deshalb sind auch im Etatentwurf für 2015 die 215. 000 Euro für die Anschaffung eingeplant.

Unimog-Rüstwagen hat ausgedient

Ersetzen soll das neue feuerrote Einsatzmobil einen RW1. Der Unimog-Rüstwagen ist 31 Jahre alt und dient der Wehr laut Gemeindebrandinspektor Frederik Schmitt als „großer Werkzeugkasten“, der seine Schuldigkeit getan habe. Bei den Einsätzen bleibt dieses „Schnauferl“ zumeist im Feuerwehrhaus, modernere Hilfeleistungslöschfahrzeuge wie das 2007 angeschaffte HLF 20/16 sind an der Einsatzfront.

Mit der Beschaffung des LF 10 KatS, das ob der gesteigerten Gefahrenlage in Eppertshausen erhöht bezuschusst werden sollte, ändert sich die Gesamtzahl im Fuhrpark der Wehr nicht. Der Unimog wird, sobald das neue Fahrzeug da ist, verkauft. „Ein leichtes Unterfangen, ich könnte es jetzt schon zehnmal verkauft haben“, lacht Schmitt. Denn für solche „alten Hobel“ mit hoher Geländetauglichkeit gibt es eine große Fangemeinde. Als Münster beispielsweise für eine Neubeschaffung einen ähnlich alten Unimog veräußerte, brachte der rund 15.000 Euro ein.

Mannschaft muss sich mit Fahrzeug betraut machen

Das neue LF 10 schafft im begrenzten Maß Redundanzen zum vorhandenen Erstangriffsfahrzeug HLF 20/16, was laut Schmitt gerade bei Ausfällen sehr positiv zu bewerten sei. „Außerdem bekommen wir mit ihm wieder ein wesentlich geländegängigeres Fahrzeug für die Bekämpfung von Feuer im Außenbereich, vor allem in den ausgedehnten Waldbereichen der Gemeinde.“

Namensgebendes Merkmal der Löschgruppen-Fahrzeuge ist eine Besatzung von neun Personen (ein Gruppenführer, acht Mannschaftsmitglieder), womit diese Einsatzlaster auch zur Stütze jeglicher Einsatztätigkeit der Feuerwehr werden. Die Beladung der LF ist schwerpunktmäßig auf die Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung einfachen Umfangs ausgelegt. Sie umfasst eine im Wagen fest eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe, die vom Fahrzeugmotor angetrieben wird. Derzeit hat Eppertshausens Wehr 45 Einsatzkräfte, 18 von ihnen haben einen Lkw-Führerschein nebst Lizenz zum Führen solcher Feuerwehrautos. Freilich, so Schmitt, wird die Mannschaft sich in jedem Fall in Ausbildungseinheiten mit dem neuen Fahrzeug noch vertraut machen müssen.

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Begründet wird die Notwendigkeit für die Anschaffung mit dem im August 2013 erstellten Bedarfs- und Entwicklungsplan, der vom Land früher für alle fünf, heute für alle zehn Jahre vorgeschrieben ist. In ihm ist beispielsweise festgelegt, dass „die Gemeindefeuerwehr so aufzustellen ist, dass sie in der Regel zu jeder Zeit und an jedem Ort ihres Zuständigkeitsbereichs innerhalb von zehn Minuten nach der Alarmierung wirksame Hilfe einleiten kann“.

Um diesen hehren Vorsatz zu erfüllen, braucht es das neue Gerät. Und für Eppertshausen erkannten nicht nur die Gemeindevertreter den nötigen Bedarfsplan an, den sie einstimmig verabschiedeten, auch Kreis und Land sehen sich beim Katastrophenschutz in der Pflicht.

Quelle: op-online.de

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