Neues Hilfsprojekt der Kolpingsfamilie

Lichtblick für Baby-Kleider-Korb

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Ursula Paul (sitzend), Initiatorin und seit der Gründung Leiterin der Aktion „Lichtblicke“, hat den Stab an Silke Schledt (stehend 2. v. r.) weitergegeben. Ebenfalls auf dem Foto, das im „Baby-Kleider-Korb“ im Untergeschoss des Haus Sebastian in Eppertshausen entstand: Sonia Reimers (stehend links), Carola Goebel-Weber (stehend 2. v. l.) sowie die erst zwölfjährige Khatija Khalili.

Eppertshausen - „Wir sagen JA zum Leben!“: Diese klare Aussage trifft mit einem Ausrufezeichen die Aktion „Lichtblicke“. Von Jens Dörr 

Seit 16 Jahren – bestärkt und aufgewertet durch die Aufnahme in die Initiative „Netzwerk Leben“ von Bischof Karl Kardinal Lehmann – solidarisiert sie sich mit geborenem und ungeborenem Leben. Nun warten die Frauen der Kolpingsfamilie mit einem neuen Hilfsangebot auf. Im Zentrum stehen Hilfen für Frauen und Familien in besonderen Notlagen, die in der Regel durch Schwangerschaften bedingt sind. Initiatorin und seit der Gründung Projektleiterin der Aktion „Lichtblicke“ war bislang die Eppertshäuserin Ursula Paul. Mit einer Gruppe von Frauen der Kolpingsfamilie Eppertshausen setzt nun Silke Schledt das soziale Werk fort.

„Ich will da weitermachen, wo Ursula Paul aufgehört hat“, sagt Schledt, die neu zum nun sechsköpfigen Kernteam hinzugestoßen ist und in die Tätigkeiten schon einmal hineingeschnuppert hat. Paul bleibt dem halben Dutzend Frauen, dem neben Schledt auch Sonia Reimers, Carola Goebel-Weber, Caren Wagner, Christiane Buysch sowie die erst zwölfjährige Khatija Khalili angehören, als Beraterin erhalten.

Der Geltungsbereich der Aktion „Lichtblicke“ ist insbesondere der östliche Landkreis, grob zwischen Groß-Umstadt und Babenhausen. Der Weg beispielsweise einer Schwangeren, die für die Zeit nach der Geburt ihres Kinds finanzielle, soziale oder erzieherische Probleme befürchtet, führt dabei zunächst immer zur Caritas oder dem Diakonischen Werk. „Dort findet das erste Gespräch in einer der professionellen Beratungsstellen statt“, betont Ex-Projektleiterin Paul. Vor Ort wird einerseits hinsichtlich möglicher staatliches Zuschüsse für die Bewältigung der Herausforderungen beraten. Andererseits kann die Weitervermittlung zur Aktion „Lichtblicke“ erfolgen.

Die ist in Eppertshausen im Untergeschoss von Haus Sebastian zuhause. Dort finden die Hilfsbedürftigen – noch in der Schwangerschaft oder schon mit dem Kleinkind – weitere, nun ehrenamtlich tätige Gesprächspartner wie Paul, Schledt und Co. „Hier versuchen wir, Anknüpfungspunkte zum Leben der Betroffenen zu finden“, erläutert Paul und stellt heraus: „Dabei geht es immer erst einmal um das Kind, dann um die Mutter.“ Das sei immer „Kern“ ihrer Arbeit.

25 bis 30 Personen aus der Region pro Jahr treten erfahrungsgemäß mit den Eppertshäuserinnen in Kontakt. Rund drei Viertel von ihnen hätten einen Migrationshintergrund. Der Projektgedanke habe sich ursprünglich mit Hilfe auch für ganze Familien befasst, erfahrungsgemäß handele es sich aber fast immer um die Unterstützung von Müttern. Nicht nur hier habe sich die Aktion „Lichtblicke“ den realen Bedürfnissen, die mit den Jahren immer konkreter zutage traten, angepasst: Wollte man sich anfangs in erster Linie an Katholiken richten, habe sich auch das inzwischen „anders ergeben“.

Konkret helfen die nun von Schledt geführten Frauen mit dem „Baby-Kleider-Korb“ im Haus Sebastian weiter, freilich weit mehr als „nur“ mit dem Zur-Verfügung-Stellen von Babybedarf und Kleidung. Neben Startpaketen mit Erstlingsausstattung, Spielzeug, Kinderbetten und Kinderwagen sind auch Themenabende und Gespräche sowie Förderungen diverser Art wichtiger Teil des gemeinnützigen Einsatzes.

Bei der Abgabe der Hilfsmittel müssen sich die Nutznießer mit einer entsprechenden Bescheinigung, etwa der Caritas oder der Pfarrgemeinde, ausweisen. Dadurch soll Missbrauch verhindert werden. Der Eppertshäuser Baby-Kleider-Korb ist immer am ersten Montag und am dritten Freitag eines Monats jeweils von 16.30 bis 18.30 Uhr (nicht in den Schulferien) geöffnet. Als Spenden werden insbesondere gut erhaltene Baby- und Kinderkleidung, Zubehör (Betten, Wagen, Decken) und pädagogisch wertvolles Spielzeug sowie Kinderbücher gesucht. Nähere Auskünfte erteilt Silke Schledt per E-Mail unter silke-schledt@web.de.

Quelle: op-online.de

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