CDU sieht Erfolge zunichte gemacht

Notunterkunft zu groß für Eppertshausen

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Am Johannishof in der Nieder-Röder-Straße wurde gestern Nachmittag schwer gewerkelt. Baumaterialien und Container stehen vor Ort, Lastwagen mit Material werden entladen. Rund 100 Flüchtlinge könnten hier vom Kreis Offenbach untergebracht werden.

Eppertshausen - Die CDU spricht sich wie Bürgermeister Carsten Helfmann gegen eine Großunterkunft für bis zu 1000 Asylbewerber aus. Die Gemeinde bleibt bei ihrem Termin für eine Bürgerversammlung und lädt für Samstag, 16. Januar, 14 Uhr, in die Bürgerhalle ein.

Landrat Schellhaas plant, im Gewerbepark 45 auf dem Gelände der ehemaligen Spedition Hauser Verwaltungsgebäude und eine Fahrzeughalle für fünf bis sieben Jahre anzumieten und diese sowie das Außengelände für eine Belegung mit bis zu 1 000 Flüchtlingen zu nutzen. Der CDU-Ortsverband: „Wer eine Unterkunft mit derart verdichteter Kapazität in einer Kommune mit rund 6200 Einwohnern plant, nimmt in Kauf, dass die gesamte Struktur des Ortes massiv gestört wird. Es gibt eine Vielzahl von Argumenten, die gegen eine derart verdichtete Unterbringung von Menschen spricht.“ Das markant gelegene Gewerbegrundstück sei auf viele Jahre für eine gewerbliche Nutzung nicht mehr geeignet, moniert die Union. Derzeit auf dem Grundstück und in den bestehenden Gebäuden noch vorhandene Mieter müssten weichen. Dadurch fielen der Gemeinde Gewerbesteuereinnahmen mehrerer Betriebe weg und dem örtlichen Arbeitsmarkt entsprechende Arbeitsplätze.

„Es ist zu befürchten, dass die Außenwirkung des gesamten Gewerbeparks durch die Platzierung einer derart großen Flüchtlingsunterkunft nachhaltig negativ beeinflusst wird“, greift die Union die Bedenken ihres Bürgermeisters auf. Die Neuansiedlung von Gewerbe dürfte erheblich erschwert werden. Vorhandene Betriebe könnten eine Entwertung ihres Objektes und einen Imageverlust für den Standort anführen und mit Abwanderung drohen, so die Union. Die langjährigen Bemühungen und millionenschweren Investitionen der Gemeinde sowie die große Erfolgsgeschichte des Parks 45 drohten durch diese Entscheidung zunichte gemacht zu werden. Die CDU befürchtet zudem, dass sich das Einkaufsverhalten in den Märkten im Park 45 verändern und damit die Existenz der Supermärkte und auch die gesamte Nahversorgung des Ortes massiv gefährdet werde.

Flüchtlingsunterkunft in Sport- und Kulturhalle Altheim: Bilder

„Wir sind auch deshalb von den Plänen des Landrates schwer enttäuscht, weil die Gemeinde und ihre Einwohner in der Unterbringung und Integration von Flüchtlingen seit Anfang der 90er Jahre durchgehend eine vorbildliche Arbeit leisten, während viele andere Kommunen des Kreises lange Jahre überhaupt keine Flüchtlinge aufgenommen haben“, erklären Charles Ross für den CDU-Gemeindeverband und Stephan Brockmann für die Fraktion. Sie verweisen darauf, dass Eppertshausen aktuell seine Aufnahmequote zu 200 Prozent erfüllt habe. Über weitere Belegungsmöglichkeiten wie beispielsweise den Johannishof (rund 100 Personen Kapazität) sei noch nicht abschließend entschieden. Hier könnten weitere Unterbringungsplätze entstehen, „allerdings deutlich sozialverträglichere und angemessenere“. Eppertshausen fühle sich für seine vorbildliche Flüchtlingspolitik, seine von Ehrenamt geprägte Integrationsarbeit und seine solidarische Haltung zu den anderen Kreiskommunen nun mit der zusätzlichen Einrichtung einer derartigen Großunterkunft benachteiligt.

tm

Quelle: op-online.de

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