„Küchenparty“ in der Thomashütte mit Gourmet-Künstlern

Profiköchen am Herd in die Töpfe linsen

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Nhi Long Ngo, Küchenchef in der Vorstand- und Repräsentationsküche von Aramark Deutschland, hat seine warme Vorspeise aus Jacobsmuschel, Pak Choi und Banane vor den Augen der „Küchenparty“-Gäste gekocht.

Eppertshausen - So kochen die Profis: Renommierte Köche ließen sich bei der „Küchenparty“ in der Thomashütte von ihren Gästen auf die Finger schauen. Von Katrin Muhl 

„Zweimal die Muscheln, fünfmal Schweinebauch“, fasst Nih Long Ngo zusammen, nickt, dann klappert das Geschirr. Er brät die Muschel kurz an, schräg gegenüber schneidet Gerd Eis das Bauchfleisch in Scheiben. Die Handgriffe sind routiniert, trotzdem arbeiten die Köche heute anders als sonst. Denn die Gäste stehen direkt neben dem Herd, schauen den Profis auf die Finger und stellen Fragen. „Küchenparty“ nennt Oliver Skopp die Veranstaltung, die den direkten Blick hinter die gastronomischen Kulissen gewährt. Die Idee kennt der Küchenchef der Thomashütte aus einer früheren Anstellung als Hotelkoch. Nun will er das Konzept auch in Eppertshausen etablieren. Bei der Umsetzung stehen ihm renommierte Kollegen zur Seite, von denen jeder ein saisonales Gericht vor aller Augen kocht. Das Servicepersonal empfiehlt dazu die passenden Weine, erfüllt sonstige Getränkewünsche und räumt das benutzte Geschirr ab, das sich bei sechs Gängen schnell stapelt.

Als kalte Vorspeise hat Skopp Sauerteig mit fermentierten Waldpilzen vorbereitet, die er neben einem feinen Brei aus Sellerie und Wildkräutern so hübsch arrangiert, dass die kleine Platte wirkt wie eine Leinwand, auf der in wenigen Handgriffen ein Bild entsteht. „Kochen ist auch künstlerische Arbeit“, sagt er und bestätigt was ein Gast vermutet: „Der schönste Dank sind trotzdem leere Teller. Dann weiß ich, dass es geschmeckt hat.“

Dem Menüvorschlag folgend, wäre Station zwei die warme Vorspeise „Jacobsmuschel, Pak Choi (Chinakohl) und Banane“ von Nhi Long Ngo, Küchenchef in der Vorstand- und Repräsentationsküche von Aramark Deutschland. Weil aber zumindest beim Essen Selbstbedienung herrscht, dürfen die Gäste auch mit dem Dessert anfangen, wenn sie mögen. Das kreiert Oliver Näve, Patissier des Jahres 2012 im Gault Millaud und Chef-Patissier in der Repräsentationsküche der KfW-Bankengruppe, aus einer ungewöhnlichen Kombination aus Ananas, Koriander und Yuzu-Sake.

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Süß wie ein Nachtisch, aber gar nicht aufdringlich schmeckt auch die Kruste aus Amarettini, die Sara Kohlleppel ihrem Skrei – auf der Karte als Zwischengericht mit Kürbis und Maronen deklariert – aufsetzt. „Skrei ist ein Edelfisch, ein Kabeljau aus Norwegen, den es nur im Winter gibt, weil er dann zu den Lofoten-Inseln schwimmt, um zu laichen und dort gefangen wird“, erklärt Kohlleppel, die als Küchenchefin in der Repräsentationsküche der Deutschen Bundesbank arbeitet. Dazu reicht sie kleine Teigtaschen aus Kastanienmehl, gefüllt mit Muskatkürbis und Maronen. Der Clou: Ein frttiertes Basilikumblatt.

Thilo Hanke servierte als Hauptgericht Ente mit Kohlsprossen und Wan Tan – „nicht asiatisch, sondern weihnachtlich, wenn sie es probieren werden sie es merken.“ Dazu reichte der Küchenmeister und Biersommelier „Mocca Stout“, ein Bier mit herber Kaffee-Note. Ein zweites Hauptgericht kochte der mit einem Michelin-Stern dotierte Gerd M. Eis, derzeit tätig in der Vorstand- und Repräsentationsküche der KfW-Bankengruppe. Er servierte zum Schweinebauch einen in Teriyaki-Soße marinierten Tentakel, Koriander und Chili.

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„Ausgezeichnet“, lautet das Urteil der Gäste. Eine Gruppe berichtet, extra aus Frankfurt gekommen zu sein und bittet Skopp um eine Wiederholung der Veranstaltung. Der kündigt an, dass es eine Neuauflage bald geben solle; bei gutem Zuspruch steige in der Thomashütte die „Küchenparty“ sogar mehrmals im Jahr. Mit rund 20 Gästen beim Auftakt zeigte sich Skopp bereits „ganz zufrieden“, das nächste Mal jedoch „dürfen es gern mehr sein.“

Quelle: op-online.de

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