Auch Seniorenwohnanlage in der Abteiruhe entsteht

Rabatte für Junge im Neubaugebiet

Eppertshausen - Wichtige Weichenstellungen für den Ort wurden der Öffentlichkeit auf einem Rundgang präsentiert: Im Neubaugebiet Abteiruhe wird es wieder Rabatte für ansiedlungswillige junge Familien geben, und eine dreigeschossige Seniorenwohnanlage wird errichtet. Von Michael Just

Das neue Baugebiet „Am Abteiwald“ erläuterte Bürgermeister Carsten Helfmann gleich am Startpunkt den Grenzgängern.

Zum Grenzgang brachen rund 70 Bürger und der Gemeindevorstand auf. Vor dem Eintopf in der Bürgerhalle galt es, eine Strecke von rund fünf Kilometern zu bewältigen. Zweimal, am Anfang und beim Zwischenstopp, wartete Bürgermeister Carsten Helfmann mit Infos zur Ortsentwicklung auf. Es war Mitte der letzten Woche, als Melanie und Kai Fraundorf ganz unerwartet Post in ihrem Briefkasten vorfanden. Der Absender war das Rathaus mit einer Einladung an die Neubürger zum Grenzgang. Die beiden 28-Jährigen mussten für ihre Teilnahme nicht lange überlegen: „Eine persönliche Einladung ist natürlich etwas Besonderes. Ein informativer Grenzgang wiegt natürlich mehr, als die Info-Broschüre, die man andernorts zugestellt bekommt“, sagt das junge Paar, das ursprünglich aus Mühlheim-Lämmerspiel stammt. Erst vor zwei Wochen bezogen sie ihre neue Mietwohnung, die sie im Internet fanden. Eppertshausen passt und gefällt den beiden: „Es ist ruhig gelegen, hinzu kommt die Nähe zum Odenwald.“ Gespannt sind sie auf das Champagner-Fest, von dem sie bereits gehört haben.

Champagner gab es beim Grenzgang zwar nicht, dafür zum Abschluss aber in einen deftigen Eintopf in der Bürgerhalle. Vom DRK serviert, passte der zur Jahreszeit. Beim Loslaufen am Spielplatz Bayerswiese lauschten 70 Bürger der Begrüßung von Rainer Eder. Der Vorsitzende der Gemeindevertretung erinnerte daran, dass der Grenzgang einst dazu diente, die Grenzsteine zu kontrollieren. Denn oft wurden diese in unlauterer Absicht zum Landgewinn versetzt. Mit dem Wetter hatten die Grenzgänger Glück: Ohne kalte Füße oder dicke Regentropfen ließ es sich gut marschieren und den Erläuterungen von Bürgermeister Carsten Helfmann lauschen. Nur das Mikrofon der mobilen Sprechanlage störte ab und an mit seinen Aussetzern. Zu Beginn sprach Helfmann fast 20 Minuten, was belegte, dass sich in Eppertshausen eine Menge für die Zukunft tut.

Der Treffpunkt war mit Blick auf das entstehende Neubaugebiet „Am Abteiwald“, das im Frühjahr 2017 erschlossen wird, bewusst gewählt. Wie der Bürgermeister sagte, sind für junge Familien beim Verkauf der Bauplätze wieder Rabatte geplant. Trotz der damit verbundenen Verjüngung der Gemeinde werde die ältere Bevölkerung und der demographische Wandel nicht vergessen. Dem komme man mit einer dreigeschossigen Seniorenwohnanlage Im Abteiwald nach. War die zu Beginn als barrierefrei mit kleinen Serviceleistungen geplant, überschlagen sich laut Verwaltungschef mittlerweile die Angebote an die Gemeinde für zusätzliche Einbauten. „Zum Putz- und Wäschedienst liegen uns nun auch Optionen für Demenzgruppen oder eine ambulante Pflege vor. Sogar vollstationäre Angebote haben uns erreicht“, erläuterte Helfmann. Letzteres würde die oft gewünschte Möglichkeit bieten, dass man bis zum Lebensende nicht mehr umziehen muss.

Laut Helfmann werden die Vorschläge nun genau geprüft und Ergebnisse dann in einer Bürgerversammlung erläutert. Auch Informationen zur Frage „Kauf oder Miete“ könnten dann gegeben werden.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Als interessant erwiesen sich die Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung in Eppertshausen: So wuchs die Gemeinde in den letzten Jahren von 5 700 auf nun 6 300 Einwohner. Der sogenannte Wandersaldo ist positiv, das heißt, die Zahl der Zuzüge liegt über der der Abzüge (400 zu 370 Personen). Zudem werden derzeit im Ort mehr Kinder geboren als Sterbefälle zu verzeichnen sind. Selbst wenn keine Neubaugebiete hinzukommen, geht man im Rathaus aufgrund des Rhein-Main-Gebiets, in dessen „Speckgürtel“ Eppertshausen liegt, von einer weiter wachsenden Einwohnerzahl auf 6 500 Personen aus. Ob der langfristig prognostizierte Bevölkerungsrückgang diese wieder auf 6 300 senkt, bleibt abzuwarten.

Die Grenzgänger machten sich zuerst in der Seligenstädter Schneise Richtung Hergershausen auf und orientierten sich dann am Schutzgebiet „In den Stöcken“, bevor es zur Bürgerhalle ging. Am „Neuen Weg“ hatten die Rathausmitarbeiter Volker und Marius Murmann eine Getränkepause eingeplant. Der in diesem Bereich frisch geteerte Untergrund war für Helfmann Anlass, auf den Wegebau der Gemeinde einzugehen. 2015 wurden bereits für Radfahrer und Fußgänger 70.000 Euro investiert, 2016 waren es 190.000 Euro. Im Süden der Gemeinde (Babenhäuser Straße/Gewerbegebiet Ost) war dabei ein kleiner Rundweg entstanden, der sich optimal mit Kinderwagen oder Rollator begehen lässt.

Auch ans Ausruhen wurde gedacht: 20 neue Bänke für je 500 Euro (Gesamtpreis 10.000 Euro) laden auf Gemeindegebiet zum Verweilen ein. Sie sind seniorengerecht, was sich an Höhe und Neigung zeigt. Nächstes Jahr sollen weitere 20 Bänke hinzukommen. Angedacht ist, dass auf den frequentiertesten Wegen der Gemeinde zukünftig alle 250 Meter eine Bank steht. Wer eine Sitzgelegenheit stiften möchte, darf das laut Helfmann gerne tun. Wie bei allen noch entstehenden Rastgelegenheiten werden diese mit den Namen der Spender versehen.

Quelle: op-online.de

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