Temperamentvoller Familienhund

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Bei der Boxerschau zeigen sich Mensch und Tier von ihrer besten Seite. Bei der Rasse-Ausstellung waren die Boxer mit ihren Besitzern am Parcours gefordert.

Eppertshausen - Die Nummernschilder der Fahrzeuge auf dem Parkplatz zeigten es bereits an: Das Teilnehmerfeld der Spezial-Rassehunde-Ausstellung des Boxerklubs Eppertshausen war regional bis international besetzt. Von Peter Back 

70 Rüden und 50 Hündinnen tummelten sich auf dem Zuchtgelände an der Einsteinstraße, einige davon aus Bulgarien, Serbien, Dänemark, Polen und Italien. „Jede gute Platzierung ist wichtig für die europaweite Jahreswertung“, erläuterte Vorsitzende Barbara Allmann die Reiselust einiger Zwei- und Vierbeiner. Seit 2002 ist sie im Verein aktiv und organisierte erstmals als Vorsitzende zusammen mit Ausstellungsleiter Hans-Peter Schuchmann, dem technischen Leiter Ernstludwig Engel und dem gesamten Vorstand die Schau, die alle zwei Jahre in Eppertshausen stattfindet. Dazwischen dürfen die Hundefreunde des Boxer-Klubs-Bergstraße in Bürstadt als Gastgeber auftreten. Das Aussehen, die als Gebäude bezeichnete Körperform, den Kopf samt Nasenform und Ohren, das Fell, aber auch die Art der Bewegung bewerteten Richterin Angelika Hartmann sowie Richter Roland Bebber während der Boxer-Schau.

Fast nebenbei führten sie Richteranwärter Thomas Herget tiefer in die Geheimnisse einer sachgerechten Beurteilung ein. „Ein formschöner Rüde, wunderschöner Kopf, die Stirn schmal geschnitten zeigt er uns seine Schokoladenseite“, erläuterte Bebber aus Bitterfeld, der auch international als Juror tätig ist, dem Publikum eines der Siegertiere. „Beim Boxer, der erstmals vor rund 120 Jahren gezüchtet wurde, sieht jedes Tier anders aus“, hob Bebber hervor. Diese Hunderasse zeichne sich besonders durch ihre charakteristische Kopfform aus und bediene das gesamte Spektrum der modernen Freizeitgesellschaft. Die Liebe zu seiner Frau, Besitzerin eines Boxers, entfachte vor 45 Jahren auch bei Bebber die Begeisterung für den Boxerhund, die noch immer anhält. „Ihm fehlt jegliche Falschheit und Hinterlist. Er bringt aber auch Temperament mit und ist damit prädestiniert als Familienhund“, versicherte der Landesvorsitzende des Boxerklubs Sachsen-Anhalt. „Der Boxer ist sehr kinderlieb, kein Raufbold und menschlich in seiner Art“, bestätigte Johanna Thiel aus Bruckköbel, die während ihrer Schwangerschaft 1970 ihren ersten Boxer gekauft hatte und seitdem mit über zehn Exemplaren der Rasse treu geblieben ist. Kein Wunder, dass sie sich zu dem Satz „Einmal Boxer, immer Boxer!“ hinreißen ließ.

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Aus der Mimik eines Boxergesichts lasse sich mit etwas Erfahrung schließen, was er denkt, ergänzte Allmann, die bereits den vierten Hund als treuen Begleiter schätzt. „Spielsachen für Boxer müssen sehr robust sein, sonst sind sie innerhalb weniger Minuten zerstört“, wusste Tamara Hildenbrand, die aus Karlsruhe angereist kam, um die Vierbeiner neben Spielzeug mit Bezeichnungen wie Kong und Weißwurst auch mit Leckerlies zu verwöhnen. Am Stand nebenan präsentierte Anna Maul aus Seeheim Halsbänder und Lederleinen aus eigener Produktion. „Eine Gummierung ist vor allem bei feuchter Witterung sehr hilfreich“, wusste sie. Nebenbei beobachtete sie einen Trend hin zum Halten kleinerer Hunde und stellte dem Boxerklub ein gutes Zeugnis aus: „Die Veranstaltung ist hervorragend organisiert.“ Rund 95 Mitglieder sind im Verein aktiv. Auch wenn der überwiegende Teil der Mitglieder Boxerhunde besitzt, tummeln sich auch Rottweiler und Ridgebacks während der Übungsstunden auf dem Zuchtgelände. „Das Dach wurde erst kürzlich erneuert. Die Renovierung der Toilettenanlage steht als nächstes an“, verriet Allmann, dass aus den Einnahmen der Anmeldegebühren und des Kuchenbuffets Material für das Aufhübschen des Vereinsgeländes angeschafft werden soll. Am ersten Juni-Wochenende findet eine Gebrauchshundeprüfung nach der internationalen Prüfungsordnung (IPO) auf dem Vereinsgelände statt.

Quelle: op-online.de

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