Großeinsatz nach grausigem Fund

Schädel im Wald gehört zu vermisstem Münsterer

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Ein Großaufgebot an Bereitschaftspolizisten durchkämmte den Wald zwischen Eppertshausen und Hergershausen. Fotos: Th. Meier

Eppertshausen - Der grausige Fund eines Jägers vom Mittwoch war am Freitag Anlass einer großen Suchaktion der Polizei im Wald zwischen Eppertshausen und Hergershausen. Der Waidmann hatte bei seiner Suche nach einem Reh in unwegsamem Gelände einen menschlichen Schädel entdeckt. Und auch die Polizei wurde fündig. Von Thomas Meier

Wie berichtet, weist der Schädel keine Verletzungen auf, die auf ein Gewaltverbrechen hinweisen. Dennoch wird dem Fall intensiv nachgegangen. Auch weil seit September 2011 ein 89-jähriger Mann aus Münster vermisst wird, der mit seinem Fahrrad damals bei Eppertshausen gesehen worden sein soll, wie Polizeipressesprecherin Andrea Löb mitteilte. Das Ergebnis einer DNA-Untersuchung des skelettierten Schädels steht zwar noch aus. Doch weitere Funde von menschlichen Knochen und Kleidung deuten „mit hoher Wahrscheinlichkeit darauf hin, dass wir es mit den Überresten des vermissten Rentners zu tun haben“, sagte Löb heute Nachmittag.

Weitere Knochen wurden nahe des Schädel-Fundortes sichergestellt. Einige von ihnen sind menschlichen Ursprungs.

Sieben Mannschaftswagen der hessischen Bereitschaftspolizei waren am Morgen zur Lagebesprechung auf dem Parkplatz am Waldfriedhof vorgefahren. Dort informierte Einsatzleiter Harald Daab über die Vorgehensweise. Der Kriminalkommissar aus Darmstadt konnte nicht nur auf die vielen Polizisten bauen, die mit langen Stecken auf einer Strecke von 200 mal 500 Meter den Waldboden absuchen sollten, sondern auch auf zwei Spezialisten. Frank Lammers vom Polizeipräsidium Mittelhessen war mit seinen beiden Suchhunden angereist. Und mit Kent, einem Mischling von deutschem und belgischem Schäferhund, machte sich der Leichenspürhundeführer auf die Suche. Seit 2000 gibt es in Hessen derart spezialisierte Spürhunde, sie wurden bundesweit als Pilotprojekt in Einsatz genommen. Lammers arbeitet schon über 20 Jahre mit Drogenspürhunden und ist heute einer von vier Experten in Sachen Leichenspürhund in Hessen.

Polizei sucht Wald nach weiteren Knochen ab: Fotos

Bevor er Kent unmittelbar an den Fundort holte, trassierte er das Gelände großräumig ab. Nichts sollte die feine Nase irritieren. Dann schnüffelte der neunjährige Vierbeiner, der seit 2007 im Einsatz ist. „Kent ist in der Lage, Leichen, Leichenteile, Blut und Gewebereste aufzuspüren. Und zwar in jedem Verwesungsstadium“, erklärte Lammers. Und wichtig: Der Hund spürt zwar sämtliches Aas auf, vermeldet aber nur menschliche Funde.

Die gestrige Witterung im von Nebel durchwaberten Waldstück kam dabei dem Hund entgegen. Feucht und nicht zu warm sei gut für die Nase, meinte Lammers. Und der Rüde schlug an. Die Polizisten fanden zunächst Knochen, von denen nach ersten Untersuchungen sicher ist, dass sie menschlichen Ursprungs sind, sowie Kleidungsreste.

Quelle: op-online.de

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