Gesamtkosten ungewiss

Schulstraße: Kein Sanierungsende in Sicht

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Mittlerweile wohlgelittenes Bild: Die Schulstraße in Eppertshausen gleicht seit Mai vergangenen Jahres einem Hindernisparcours, der sich ständig wandelt. Dieser Zustand dauert an.

Eppertshausen - Die Sanierungsarbeiten in der Schulstraße können nicht wie angekündigt bis 11. August abgeschlossen werden, sondern sich mindestens bis Oktober hinziehen. Auch der Kostenrahmen kann derzeit nicht abgeschätzt werden. Von Thomas Meier 

Man hoffe, so heißt es aus der Verwaltung, dass der Kerbumzug wieder durch die Straße ziehen können wird. „Alles ist im Fluss!“ Dies antwortet Jürgen Geist vom Fachbereich 3 der Verwaltung, zuständig für Hochbau, Bau- und Grundstücksordnung sowie Räumliche Planungs- und Entwicklungsmaßnahmen, auf die Frage nach einem Ende und den letztlichen Kosten. Wann unter die Endlos-Sanierung der Schulstraße ein Schlusstrich gezogen werden kann, steht noch ebenso in den Sternen wie die Höhe der Ausgaben.

Dabei schien am Anfang alles noch so einfach und übersichtlich: Im März 2014 berichteten wir, dass ab Mai die Bagger rollen werden für die grundhafte Sanierung von Kanal-, Wasser- und Stromnetz. Rohr- und Fahrbahneinbrüche der Vergangenheit machten die Arbeiten unumgänglich. Rund 660.000 Euro solle die Maßnahme in etwa verschlingen, ließen die Auftraggeber aus der Verwaltung damals noch verlauten. Gerätselt wurde nur, ob man glatten, leisen oder rumpelnden Straßenbelag am Ende zuoberst bringen wird.

Ein Manko, das für Baustopps sorgt

Doch schnell wissen wir nach Baubeginn zu vermelden, dass alles ganz anders verlaufen wird als glatt. Elf Häuser in der Schulstraße sind nicht unterkellert. Ein Manko, auf das die Bauarbeiter unvermittelt stoßen und das für einen ersten längeren Baustopp kurz nach Arbeitsbeginn sorgt. Statt eines Fundamentes gibt den kellerlosen Häusern seit Jahr und Tag nur das sie umgebende Erdreich Halt. Wird dies nun aufgebuddelt, drohen die Häuser instabil zu werden und zusammenzufallen.

Die Kanaler werden gestoppt, Gutachter beauftragt, Statiker ermitteln die nun erheblich aufwändigere Vorgehensweise. An über einem Dutzend Hausnummern müssen zahlreiche Sicherungsmaßnahmen dem Kanalaustausch vorangehen. Spundwände zieren fortan sukzessive den Straßenverlauf. Alles verläuft sehr schleppend, etliche Anwohner sind genervt, kritisieren Baufirmen und Planer. Die Bauarbeiter auf der Gass’ bekommen Unmut zu spüren.

Was einmal auf maximal ein Jahr terminiert war, braucht länger. Der Umzug zur Kerb konnte nicht wie geplant seinen angestammten Weg gehen. Und Anfang des Jahres, nach nur dreiwöchiger Winterpause, heißt es aus dem Rathaus, dass es wohl Mai werde, bis die Sanierung abgeschlossen sei. Ein Anlieger bezweifelte angesichts des ihn umgebenden Trümmerfeldes umgehend diese Nachricht. Er soll nicht der Orakelei beschuldigt werden können, denn er behält recht. Und zwar deutlich.

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

Im März gibt 2015 Bürgermeister Carsten Helfmann in seinen Mitteilungen an die Gemeindevertretung den 11. August als „voraussichtlichen“ Stichtag aus. Nun steht fest, auch vor den Sommerferien wird es nichts mit einem Baustellenende.

Obwohl Jürgen Geist auch Positives zu vermelden hat: Kanal, Wasser und Gas ist fertig, zum großen Teil liegen auch die Stromkabel im Straßenverlauf. Derzeit sind die Männer von HSE und Telekom am Werk, doch „bereits in der kommenden Woche werden wir damit beginnen können, die Straße wieder zu verschließen“, sagt der Bauamtsmann.

Wermutstropfen: Das Verdichten des aufgerissenen Straßenraumes wird wegen der Instabilität der kellerlosen Häuser wieder zum kniffligen und eventuell wiederum langwierigen Unterfangen. Kräfte, die sich auf die Straße auswirken, dürfen nicht auf die angrenzenden Häuser geleitet werden. Die Statiker müssen wieder ran und vorgeben, wie alles stabil zusammengebaut wird. Von der Kirche bis Hausnummer 15 – so lautet das Ziel für die Verdichtung kommende Woche. Der Hindernisparcours wird neu abgesteckt...

Quelle: op-online.de

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