Deutsch-italienisches Fest in der Bürgerhalle

Zum Sieg mit Farfalle und Antipasti Misti

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Das Küchenteam des Partnerschaftsvereins erweiterte den Käse-Schinken-Salami-Teller diesmal zu „Antipasti Misti“.

Eppertshausen - 1:1 – so versöhnlich-friedlich wäre am Samstagabend das EM-Spiel zwischen Deutschland und Italien ausgegangen, sähe ein Viertelfinale im K.O.-Modus nicht eben vor, dass nach 90 Minuten bis zur Entscheidung – notfalls im Elfmeterschießen – verlängert werden muss.

Nun, der Ausgang der Partie ist bekannt, der wilde Antonio Conte und Co. reisen zurück nach „Bella Italia“, Jogi und seine Jungs bleiben weiter in Evian am Genfer See. Beim „Italienischen Abend“ des Partnerschaftsvereins Codigoro-Eppertshausen konnten am Samstagabend trotz klarer Sympathien auch für das südeuropäische Land die meisten Besucher bestens mit dem deutschen Weiterkommen leben.

Denn die Italiener unter den Dutzenden Gästen vor und später beim Public Viewing in der Bürgerhalle (im kleinen Saal war die Leinwand heruntergelassen worden) waren rar gesät. Musiker Angelo Vella, der mit schöner Stimme und Gitarre nicht nur Mitglieder des Vereins, sondern auch Externe unterhielt, war neben dem ein oder anderen italienischstämmigen Eppertshäuser einer der wenigen, der sich wohl ein anderes Ergebnis gewünscht hätte. Eine Abordnung aus Codigoro war am Samstag nicht zugegen.

In der Kleinstadt an der Adria hätten sich in den vergangenen Wochen personelle Veränderungen im Politikbetrieb ergeben, die auch auf die Partnerschaft zwischen Eppertshausen und den Italienern aus der ziemlich weit im Nordosten gelegenen Provinz Emilia-Romagna (nicht allzu weit von Ferrara und Venedig entfernt) Einfluss nähmen, erläuterte am „Italienischen Abend“ Ewald Gillner, Vorsitzender des Partnerschaftsvereins: „Die bisherige Bürgermeisterin durfte nach zwei Amtszeiten zur jüngsten Wahl nicht mehr antreten.“ Im Zuge solcher Wechsel an der Rathaus-Spitze sei es in Italien üblich, dass (auch um Korruption vorzubeugen) die Mitarbeiter der Verwaltung weitgehend mit ausgetauscht würden.

Neu ist nun auch jene Assessorin Codigoros, deren ausdrückliche Aufgabe der kulturelle Austausch und damit etwa die Partnerschaft mit Eppertshausen ist. „Bei ihr handelt es sich um eine junge Rechtsanwältin“, so Gillner, der bereits den Kontakt aufgenommen hat. Schließlich reist am zweiten September-Wochenende wieder eine größere Gruppe aus Südhessen dorthin, wo der Po in die Adria fließt.

Unter den Eppertshäusern wird dann auch des Ensemble „Musica“ des Gesangvereins Germania sein, das in der dortigen Abtei bei versprochener herausragender Akustik auftreten darf.

Als am Samstag der Ball noch nicht rollte, leiteten die meisten Besucher ihren diesmal ganz speziellen „Italienischen Abend“ mit den gewohnt leckeren Gerichten der Köchinnen des rund 100 Mitglieder zählenden Vereins ein. Dazu genossen sie die von den männlichen Vereinszugehörigen ausgeschenkten und servierten Weine, ab und an aber gern auch mal ein Bier. „Wir haben unsere Käse-Schinken-Salami-Teller aufgepeppt“, sagte Gillner und verwies auf ein appetitliches Sammelsurium von zusätzlich auch Oliven, in Öl eingelegten Tomaten und Peperoni, das nun unter dem Namen „Antipasti Misti“ firmierte.

Wer das bestellte oder auch das berühmte Thunfisch-Soßen-Kalbfleisch Vitello Tonnato oder Farfalle mit Pesto beziehungsweise Bolognese-Soße, erntete für seine Order am Samstag freilich kein „Vielen Dank!“. Stattdessen hieß es stilecht „Grazie mille!“ – was auch jene verstanden, die nicht zu den Teilnehmern des vom Verein angebotenen Italienisch-Konversationskurses gehören. (jd)

Quelle: op-online.de

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