Auf dem Weg zur Ganztagsschule

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Die Gruber-Schule entwickelt ihr Angebot und bietet bereits Mittagessen plus Betreuung am Nachmittag. Täglich 65 Schüler der SGS lassen sich das Essen des Kleestädter Caterers Bantschow & Bantschow schmecken.

Eppertshausen - Beim Caterer Bantschow & Bantschow schmeckt’s offenbar auch der Lehrerschaft: Nach dem Vorstellungstermin ging es für Marion Lehr, Leiterin der  Stephan-Gruber-Schule (SGS), Konrektorin Christiane Lachheb und Ganztagsbeauftragte Annika Knörr erst einmal in die Mensa. Von Jens Dörr

Das montags bis freitags täglich angebotene Mittagessen, das in zwei Schichten stets um die 65 Kinder wahrnehmen, ist eine Facette dessen, was sich seit einigen Monaten an der Grundschule entwickelt: Seit Beginn des Schuljahres ist die SGS eine Schule mit Ganztagsangeboten gemäß „Profil 1“ des Landesprogramms zur Förderung von ganztägig arbeitenden Schulen. Durch die finanzielle und personelle Unterstützung des Landes schließen sich an den Regelunterricht an drei Tagen in der Woche – in Eppertshausen derzeit am Montag, Mittwoch, Donnerstag –vertiefende und ergänzende Angebote am Nachmittag an. „Insgesamt wird der Zeitraum von 8.05 bis 15.15 Uhr abgedeckt“, sagt Schulleiterin Lehr. Auch bei späterem Schulbeginn können Kinder also schon recht früh zur SGS kommen, werden bis zum Anfang des Unterrichts betreut. Derzeit nehmen elf Kinder dieses „offene Klassenzimmer“ wahr. Damit schafft die SGS unter anderem in jenen Familien Entlastung, in denen beide Elternteile berufstätig sind und beispielsweise bei Schulschluss um die Mittagszeit noch niemand zuhause ist. „Wir sind aber kein Hort“, stellt Lehr heraus.

Dass sich die SGS zur ganztägig arbeitenden Schule entwickelt, wobei sich „ganztägig“ derzeit eben auf den skizzierten Zeitraum beschränkt, geht auf eine Bedarfsanalyse der Schule aus dem Jahr 2012 zurück. „Damals erkannten wir, dass der Bedarf an einem solchen Angebot groß ist“, blickt Lehr zurück. Lachheb und Knörr schildern ganz unterschiedliche Anliegen der Eltern, die sich für ihre Kinder für den Nachmittag einen Mix aus Regelunterricht, Vertiefung sowie Freizeitangeboten wünschten und auf eine Erleichterung in der Ausübung ihres Berufs setzten. Noch im selben Jahr stellte die Schule die Anträge beim Landkreis und dem Schulamt in Darmstadt. Da die Räumlichkeiten bereits vorhanden waren und sich abzeichnete, dass die SGS die Vorgaben des Hessischen Kultusministeriums erfüllen würde, wurde die Grundschule ab dem Schuljahr 2014/15 in das Landesprogramm aufgenommen.

Das läuft seither vielversprechend an. Es wurde ein Caterer aus Kleestadt gefunden, der im Groß-Umstädter Stadtteil kocht und in Eppertshausen die letzten Zubereitungsschritte vor der Essensausgabe vornimmt. Am Nachmittag ergänzen freizeitpädagogische Erziehung, Betreuungsmaßnahmen, Hausaufgabenhilfe oder Fördermaßnahmen den Regelunterricht. „Dieses Konzept unterstützt die Familien und entlastet sie bei der Hausaufgaben- und Lernorganisation ihrer Kinder“, sagt Monika Lehr. Zudem seien eine Steigerung der Schulqualität und eine Verbreitung von positiver Atmosphäre durch das ganztägige Lernen zu verzeichnen. Das breitgefächerte Angebot umfasst sportliche, kreative und musisch-ästhetische Schwerpunkte, aber auch Angebote der Sprach- und Lernförderung. Dafür zeichnen Lehrer der SGS ebenso verantwortlich wie in einigen AGs. Letztere gab es bereits vor diesem Schuljahr, sie werden nun aber ausgeweitet und durch den Mittagstisch mit dem Vormittagsunterricht ohne zwischenzeitliches Nachhausegehen „verbunden“.

Einschulung 2014 in Münster, Eppertshausen und Babenhausen

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Mit Charlotte Döring entsendet der Trägerverein „Villa“ zusätzlich eine pädagogische Kraft und fördert das „Profil 1“ des Landesprogramms pro Schuljahr mit 23.000 Euro und der wöchentlichen Bereitstellung von 14,5 Stunden Lehrerpersonal. „Villa“ unterstützt Ähnliches auch an diversen anderen Schulen in der Region. Räumlich schuf die SGS die Voraussetzungen für ihre momentane Entwicklung durch Umbaumaßnahmen, die einher gingen mit dem Zuzug der auf demselben Gelände ansässigen Sprachheilschule (Mira-Lobe-Schule). Neben der Mensa stehen noch ein Musikraum, eine Aula, ein Werkraum, eine Schulbibliothek, eine Küche, die Mehrzweckhalle und diverse Klassenräume für die AGs zur Verfügung. Die Umsetzung der Angebote wird im laufenden Schuljahr von einer Steuerungsgruppe begleitet, die die Qualität beurteilt. Schulleiterin Marion Lehr ist schon jetzt optimistisch: „Das Programm hat sich etabliert.“

Quelle: op-online.de

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