Josef Koller weckt die Freude am Lesen

Stephan-Gruber-Schule: Lautes Lachen über lustige Lektüre

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Kinderbuchautor Josef Koller zog die Kinder an der Stephan-Gruber-Schule gestern morgen schnell in seinen Bann. Zur Aktionswoche war die Lesung zunächst für die Erst- und Zweitklässler, später für die Älteren das reinste Literatur-Vergnügen.

Münster - Dass Lesen dermaßen mit Lachen verbunden sein kann, hatten wohl die wenigsten der 234 Grundschüler der Stephan- Gruber-Schule erwartet. Gestern überzeugte sie der Kinderbuchautor Josef Koller allerdings im Stegreif eines Besseren. Von Thomas Meier

Die Lesewoche hat Tradition an der Gruber-Schule. „Und das ganze Lehrerkollegium steht hinter der lehr- und erlebnisreichen Aktion“, weiß Schulleiterin Marion Lehr. Eine Woche dreht sich alles um Literatur, werden Lesetagebücher entwickelt, Geschriebenes in Musik umgewandelt und ein Buchprojekt gestartet. Höhepunkt solcher Wochen sind meist Autorenlesungen, also, wenn einer an die Schule kommt, der was von gutem Lesestoff für kleine Menschen im Grundschulalter versteht.

Und als solche wies sich Josef Koller umgehend aus. Kaum war vor den Erst- und Zweitklässlern die erste Lektüre aus dem Buch „Joko und die kleine Fee – Ein Märchen vom Nicht-Unterkriegen-Lassen“ aufgeschlagen, hatte der 54-Jährige sein Publikum auch schon an seinen Lippen hängen.

Josef Koller, geboren in Eggelstetten, einem kleinen Ort in der Nähe von Augsburg, ist Überzeugungstäter. Gefragt, seit wann er sich denn zur Feder berufen fühle, lautet die Antwort: „Eigentlich schon, seit ich mit einer schreiben kann.“ Doch der Schulbub vom kleinen Dorf musste warten und lernen. Nach der Grundschule besuchte er zunächst die Realschule in Rain am Lech und machte anschließend seinen Abschluss an der Fachoberschule in Kempten, um dann Getränketechnik zu studieren („Was man halt so auf dem Dorf braucht und lernt“). Doch im Grunde seines Herzens war Josef Koller immer nur Schriftsteller. So kündigte er vor zwölf Jahren seinen gut bezahlten Job, um sich ganz dem Schreiben zu widmen.

Seit zwölf Jahren wohnt er mit seiner Frau, einer Ostfriesin, und seinen beiden Kindern an der Nordsee. Mit einem zwölfjährigen Sohn und einer 15-jährigen Tochter sei er also „ganz nah dran“ an seiner Leserschaft.

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Fünf Bücher hat Koller mittlerweile geschrieben und im Eigenverlag veröffentlicht. Etwa 300 Lesungen an rund 150 Tagen pro Jahr lassen ihn durch die gesamte Republik reisen. Zur Freude seines stets über die vorgetragenen Geschichten lachenden Publikums, nicht so sehr zu der seiner Familie. Die sieht er am Wochenende: „Und während der Weihnachts- und Sommerferien leben wir ganz intensiv gemeinsam.“

Der Kinderbuchautor liest ausschließlich in Grundschulen, weil seine Geschichten für diese Altersgruppe besonders geeignet sind, „und weil es während meinen Lesungen dort immer sehr viel zu lachen gibt“. Dass die Kinder in Eppertshausen an solcher Literaturfreude teilhaben durften, verdanken sie nicht zuletzt dem Schulförderverein, der die Autorenlesung sponserte.

Quelle: op-online.de

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